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Tiger hinter Gitter
Tiger verletzt Handwerker im Zirkus

Handwerker in Zirkusquartier von André Sarrasani von Tigerdame schwer verletzt

Im sächsischen Sommerlager des Zirkus-Varieté von André Sarrasani wurde ein Handwerker schwer am Arm verletzt. Er hatte durch das Gitter hinweg versucht, Tigerdame Kaya zu streicheln. Biologin Dr. Yvonne Würz, PETAs Fachreferentin für Tiere in der Unterhaltungsbranche, erinnert vor diesem Hintergrund an die Notwendigkeit eines umfassenden bundesweiten Zirkus-Wildtierverbots:

„Der Vorfall zeugt nicht nur von großem Leichtsinn, sondern beweist auch wieder einmal, dass Unfälle mit Wildtieren wie Tigern im Zirkus vorprogrammiert sind. Immer wieder werden dabei Menschen oder Tiere verletzt oder getötet: Im Januar 2018 verletzte ein Tiger in einem Zirkus in Kieve zwei Dompteure schwer; Tigerin Suzy wurde 2017 in den USA erschossen, nachdem sie auf einer Rast entkommen war, und im italienischen Zirkus Marina Orfei wurde Raubtierdompteur Ettore Weber im Juli 2019 während einer Probe von vier Tigern angegriffen und starb infolge der Verletzungen.

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Dompteure beteuern gern, dass in Gefangenschaft aufgewachsene und dressierte Großkatzen ‚keine Wildtiere mehr‘ seien, doch der Vorfall bei dem Zirkus-Varieté von André Sarrasani beweist wieder einmal das Gegenteil. Auch wenn Tiger und Löwen in der Manege durch die von Zwang und Gewalt geprägte Dressur zu unnatürlichen Kunststücken gezwungen werden, behalten sie ihre natürlichen Instinkte. Viele von ihnen sind frustriert oder leiden infolge der Gefangenschaft an Verhaltensstörungen. Nur ein grundsätzliches Verbot von Tieren in Zirkussen kann die Sicherheit von Mensch und Tier gewährleisten. Daher appelliert PETA nachdrücklich an Bundesagrarministerin Julia Klöckner, bei der Umsetzung des kürzlich angekündigten, längst überfälligen Zirkus-Wildtierverbots unbedingt auch Großkatzen zu berücksichtigen.“

Weitere Informationen:

PETA.de/Zirkusunfaelle

PETA.de/Wildtierverbot

Quellen: PETA, Bild: Depositphotos/chokniti, Text: PETA