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Plastiktüte

Die Wegwerfware Plastiktüte wurde aus Schweizer Supermärkten verbannt

Neutrale Schweiz macht Kampfansage

Die Schweiz sagt Plastiktüten den Kampf an. Letzte Woche segnete das Schweizer Parlament ein Verbot von Einwegsäcken aus Plastik ab, der Umwelt zu Liebe. Kann das neue Verbot beim Nachbarn vielleicht auch die deutschen Politiker zum Umdenken und Handeln bewegen?

Das Schweizer Parlament hat kürzlich mit einer knappen Entscheidung das Verbot von Wegwerf-Plastiktüten beschlossen. Mit 18 zu 17 Stimmen für das neue Gesetzt im Ständerat verbannt die Schweiz Plastiksäcke von der Supermarktkasse. Unklar bleibt jedoch, ob auch Obst und Gemüse zukünftig nicht mehr in den kleinen Eingwegplastiktüten verpackt werden dürfen.

Schweizer Umweltschützer sind geteilter Meinung über das Verbot: Die einen jubeln, weil sie in dem neuen Gesetz einen riesigen Schritt gegen die Umweltverschmutzung sehen. Die weltweite Verschmutzung durch Plastik werde zu einem immer größeren Problem, die Tüten zersetzten sich nur sehr langsam und schon jetzt türmen sich Plastikberge in den Meeren. Auch das Verbrennen von Plastik ist durch das entstehende Dioxin nicht viel umweltfreundlicher, als es einfach ins Meer zu werfen. Die Gegner des  Verbots monieren hingegen, dass die Verbraucher durch das Verbot vermutlich vermehrt zur Papiertüte greifen würden, die wegen ihrer einmaligen Benutzung auf eine noch schlechtere Umweltbilanz als ihr Gegenstück aus Plastik kommen würde.

Auch wenn das Verbot umstritten ist, sendet es ein deutliches Signal pro Umweltschutz nach außen. So mancher deutsche Umweltschützer hofft, dass auch in Deutschland bald so ein Gesetzt erlassen wird, um die unvorstellbar riesigen Plastikmengen zu reduzieren. Das deutsche Bundesumweltministerium nahm bisher allerdings keine Stellung zu der Entscheidung des Nachbarn.

Text: Marie A. Wagner

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