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Nachhaltigkeits-Chef von Puma muss gehen

Mit einer Nachhaltigkeits-Offensive wollte Sportartikelhersteller Puma die Gunst der Verbraucher zurückgewinnen. Allen voran der hoch gehandelte Vorstandsvorsitzende Franz Koch trieb den ökologischen Wandel des Unternehmens voran. Jetzt wurde verkündet, dass Koch keine Zukunft mehr beim Puma hat.

Puma Chef Koch

Vorstandsvorsitzender Franz koch trieb den ökologischen Wandel von Puma voran, jetzt musste er gehen © Puma

„2013 werden wir die ersten Produkte anbieten, die biologisch abbaubar sind“, verkündete Franz Koch in der „Wirtschaftswoche“. Verpackungen sollten ebenfalls auf Nachhaltigkeit getrimmt und durch Ökostoffbeutel ersetzt werden.  Erst im Juli 2011 hatte Koch das Ruder von Vorgänger Jochen Zeitz übernommen und kümmerte sich seitdem hauptsächlich um die Ressorts Sport & Lifestyle so um das Thema Nachhaltigkeit. Und Koch bewegte etwas. Nachhaltigkeit rückte immer mehr in den Fokus der Sportartikel-Schmiede. Umweltschutz, bessere Arbeitsbedingungen und soziale Verantwortung prägten den Konzern und verpassten der Marke ein neues, modernes Image.

Rendite wichtiger als Nachhaltigkeit?

Doch Kochs Puma-Karriere zersplitterte nicht an  seinem nachhaltigen Engagement, sondern an den Zahlen. Der Konzerngewinn brach um 85,1 Prozent auf 12,2 Millionen Euro ein. Und der Verwaltungsrat schien einen Sündenbock zu suchen und hatte ihn in Koch gefunden. Gewinnmargen stechen nachhaltige Bemühungen aus. So ist das nun mal Sitte im Konzert der Konzerne. Nachhaltigkeit ja, aber nur solange die Gewinne sprudeln. Die unendliche Gier nach Renditemaximierung, der Druck der Aktionäre und die mangelnde Rückendeckung der Oberaufseher lassen sozialen, ökologischen Strategien nur wenig Zeit. Wieder mal musste das ein Nachhaltigkeits-Kapitän spüren. Bleibt zu hoffen, dass Puma einen neuen Steuermann findet, der keine 180-Grad-Wende bei der Nachhaltigkeit vollzieht.

Quelle: Puma / Text: Peter Rensch 

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