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Leider wahr: Eine Studie über 200 Jahre belegt, dass immer mehr Schmetterlingsarten vom Aussterben bedroht sind.
Bedrohte Tierart

Trotz Naturschutz sterben Schmetterlingsarten aus

Leider wahr: Eine Studie über 200 Jahre belegt, dass immer mehr Schmetterlingsarten vom Aussterben bedroht sind. Ursächlich wird vor allem reaktiver Stickstoff genannt, der etwa bei der Verbrennung von fossilen Brennstoffen entsteht. Es gibt bisher nur wenige wirksame Naturschutzgebiete.

Das Problem betrifft weniger die Zitronenfalter oder großen Ochsenaugen. Sie gehören zu den Habitat-Generalisten und stellen wenige Ansprüche an Lebensraum und Raupenfutterpflanzen. Die Generalisten schaffen es auch besser mit der Stickstoffbelastung in unserer Atmosphäre klar zu kommen als die empfindlichen Habitat-Spezialisten. Letztere benötigen zum Überlegen ganz bestimmte Lebensbedingungen und Strukturen, die durch die hohen Emissionen reaktiven Stickstoffs inzwischen mehr und mehr künstlich verändert wird.

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Effektiver Naturschutz möglich?

Durch reaktiven Stickstoff, wie er bei der Verbrennung von fossilen Brennstoffen, Holz oder industrieller Verbrennung, aber auch durch den Anbau von Hülsenfrüchten oder die intensivere Landwirtschaft entsteht, wird die Nährstoffzusammensetzung verändert. Das führt dazu, dass das Wachstum von Pflanzen wie Löwenzahn, Disteln oder Sauerampfer zunimmt, was die typische Flora verdrängt und damit auch die für Schmetterlinge unabdingbare Raupenfutterpflanzen. Eine Entwicklung, die nicht aufzuhalten ist?

Leider sind Schutzgebiete bisher sehr klein und dünn verteilt. Zudem macht der Stickstoff in der Luft nicht vor diesen Gebieten Halt. Hinzu kommt, dass durch die Stickstoffzunahme die Vegetation schneller wächst, wodurch der Boden schattiger wird – hier möchte kein wärmeliebender Schmetterling verweilen. Ist effektiver Naturschutz unter diesen Bedingungen überhaupt noch möglich? Momentan lautet die Antwort: Nein.

Quellen: TU München, , Bild: depositphotos/artjazz, Text:  Isabel Binzer