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Schokoladencheck 2017: Bittersüßer Genuss
Kinderarbeit & Pestizide

Schokoladencheck 2017: Bittersüßer Genuss

Wie wir Deutschen sind unsere österreichischen Nachbarn Naschkatzen und lieben Schokolade. Beim diesjährigen Schokoladencheck wurden dort 24 Eigenmarken-Schokoladen unter die Lupe genommen. Das Ergebnis: Obwohl leichte Verbesserung festgestellt werden konnten, bleibt der Genuss des braunen Golds teilweise ein bittersüßer. 

Kinderarbeit, unfaire Löhne, Pestizide: Bei kaum einem anderen Produkt lohnt es sich so sehr, auf das Fairtrade- und Bio-Siegel zu achten, wie bei dem braunen Gold. Als Orientierungshilfe beim Einkauf können die Ergebnisse des Schokoladenchecks 2017 dienen, den die österreichische Umweltschutzorganisation Global 2000 gemeinsam mit der Menschenrechtsorganisation Südwind durchgeführt hat. Ein Ampelsystem klärt den Verbraucher über die ökologische und soziale Verträglichkeit von 24 Eigenmarken-Schokoladen auf.

Die erfreuliche Nachricht zuerst: Im Schoko-Sektor zeichnet sich ein positiver Trend zu mehr sozialer und ökologischer Verantwortung ab. Acht Tafeln konnten mit grün, also positiv bewertet werden, nur zwei fielen aufgrund der fehlenden Zertifizierung und bedenklicher Produktionsbedingungen durch. Im Vorjahr waren noch sieben Schokoladentafeln als sozial und ökologisch bedenklich eingestuft worden. In 17 der 24 getesteten Schokoladensorten konnten jedoch Pestizide nachgewiesen werden. Obwohl von den festgestellten Mengen keine direkten Gesundheitsrisiken für die Verbraucher ausgehen, sind einige der Chemikalien hormonell und schon in kleinsten Mengen wirksam.

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Noch immer Kinderarbeit auf Kakaoplantagen

8,5 kg Schokolade konsumiert der Durchschnittsösterreicher im Jahr. Fast drei Viertel der verarbeiteten Kakaobohnen kommen aus Afrika, wo bei der Produktion nicht selten katastrophale Zustände herrschen: Einem Bericht der Tulane University zufolge arbeiten allein in der Elfenbeinküste und in Ghana noch immer über zwei Millionen Kinder auf Kakaoplantagen. Die Verletzungsgefahr ist aufgrund der gefährlichen Erntegeräte bei Kindern besonders groß, das Schleppen von bis zu 50 kg schweren Säcken führt zu Rückenschmerzen und Leistenbrüchen, Pestizide lassen ihre Gesichter aufquellen.

Wer sich selbst, die Umwelt und die Schokoladenerzeuger schützen will, sollte beim Kauf auf das Bio- und Fairtrade-Siegel achten. Die Ergebnisse des Schokoladenchecks und die Testsieger finden Sie hier.

Quelle: Global 2000 und Südwind; Bilder: Depositphotos/Goir; Autor: kle