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Armut

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25 Millionen Europäer in Armut

Wenn Europa seinen rigiden Sparkurs beibehält, könnte dies dazu führen, dass in den nächsten zwölf Jahren bis zu 25 Millionen Europäer/innen in Armut leben. Das entspricht nahezu der Bevölkerung von Österreich und den Niederlanden.

Der Oxfam-Bericht „A Cautionary Tale“ (Ein abschreckendes Beispiel) macht es deutlich: Durch die rigide Sparpolitik drohen in mehr als 10 Jahren Millionen von Menschen in Armut zu leben. Insgesamt wären im Jahr 2025 dann 146 Millionen Europäer/innen von Armut bedroht.

„Die Art und Weise, wie Europa mit der Krise umgeht, droht, jahrzehntelange Errungenschaften zurückzudrängen. Aggressive Kürzungen in der sozialen Sicherung, in Bildung und Gesundheit, weniger Arbeitnehmerrechte und eine unfaire Besteuerung könnten Millionen Europäer/innen für Generationen in einen Armutskreislauf ziehen. Das ist moralisch verwerflich und ökonomisch unsinnig“, so Oxfams Kampagnenleiter Jörn Kalinski. Unter diesen Umständen könnten viele Europäer/innen bis zu 25 Jahre brauchen, um wieder den Standard von 2008 zu erreichen.

Laut Oxfam gilt es, die Lehren aus den Finanzkrisen in Lateinamerika, Südostasien und Afrika aus den 80er- und 90er-Jahren zu ziehen. Damals führten vergleichbare Sparmaßnahmen zu ökonomischen Einbrüchen und massiven Einschnitten bei den Sozialausgaben. Von der Einsparpolitik profitieren eh nur die reichsten zehn Prozent der Bevölkerung. Griechenland, Irland, Italien, Portugal, Spanien und Großbritannien könnten weltweit bald zu den Ländern mit der größten Einkommensungleichheit gehören. 

Quelle: Oxfam / Text: Christina Jung

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