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Die Realität der Herstellung von Mobiltelefonen

Namenhafte Mobiltelefonhersteller wie Apple und Samsung stehen schon seit Längerem in der Kritik wegen der Arbeitsbedingungen in ihren Zulieferketten. Eine neue Südwind-Studie nahm nun auch Wertschöpfungskette anderer Hersteller unter die Lupe.

Südwind untersuchte die Wertschöpfungskette von Mobiltelefonen vom Abbau der Erze über die Verarbeitung der Metalle zu einzelnen Komponenten bis hin zur Fertigung  der Endgeräte, deren Verkauf und Entsorgung in einer neuen Studie. Die Ergebnisse sind ernüchternd und zeigen große Missstände in der Produktionskette auf.

Die Abbaubedingungen für Metalle wie Tantal, das zur Herstellung aller Handys benötigt wird, Kupfer, Aluminium oder Kobalt sind katastrophal. „Besonders schlecht sind die Bedingungen beim Abbau von Kobalt, ohne das die derzeitig verwendeten Akkus der Mobiltelefone nicht funktionieren würden“, stellte der Autor der Studie Friedel Hütz-Adams fest. Die Hersteller kaufen größtenteils Komponenten oder fertige Mobiltelefone, die unter den gleichen haarsträubenden Bedingungen hergestellt wurden wie die Produkte der Marktführer Appel und Samsung, die für die Arbeitsbedingungen ihrer Zulieferbetriebe öffentlich scharf kritisiert wurden.

Die Hersteller der Mobiltelefone verweisen bei der Kritik auf komplexe Beschaffungsketten. Doch die lange Wertschöpfungskette entlässt die Unternehmen nicht aus der Verantwortung für ihre Zulieferer. Bei der Analyse zeigt sich, dass mit den verschiedenen Produktionsstufen, den Netzbetreibern und auch den Kundinnen und Kunden unterschiedliche Instanzen für die Behebung der Missstände mitverantwortlich sind. Letztendlich werden alle Beteiligten der Wertschöpfungskette, also auch die Verbraucher, zusammenarbeiten müssen, um die Herstellungsbedingungen nachhaltig zu verbessern.

Quelle: Südwind e.V. / Text: Marie A. Wagner

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