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Takko-Skandal: Textilfertigung in chinesischen Gefängnissen

Der deutsche Textildiscounter Takko geriet ins Kreuzfeuer, nachdem durch eine Spiegel-Recherche bekannt wurde, dass er Tausende Kleidungsstücke in chinesischen Gefängnissen fertigen ließ. Nun nehmen das Unternehmen und sein Auftragnehmer Dr. Rehfeld Fashion AG Stellung.

Die Enthüllung über die Fertigung von Kleidung für Takko in chinesischen Gefängnissen ist ein handfester Skandal, das ist den beteiligten Unternehmen bewusst und so beginnt das von sich Schieben der Verantwortung.

Takko beteuert über den Fall „tief betroffen“ zu sein, hätte aber nichts über die Produktion in den Gefängnissen gewusst. Die Order sei von Takkos Vertragspartner Dr. Rehfeld Fashion AG rausgegangen. Dr. Rehfeld Fashion AG wiederum schiebt die Verantwortung aber auf den Lieferanten in China, ein über die Tochterfirmen Global Fashion Support GmbH (GFS) und Granville Hongkong Textiles Ltd beauftragter Betrieb.  Dr. Rehfeld Fashion ist allerdings bereits seit Dezember 2011 über die Gefängnisarbeit in China im Bilde. Als Konsequenz wurde den Verantwortlichen gekündigt und das betreffende Büro wurde im September 2012 geschlossen. Die gefertigte Kleidung wurde aber dennoch ohne eine Inkenntnissetzung des Auftragsgebers an diesen weitergeleitet.

Takko will von all dem nichts gewusst haben und beruft sich auf seine Mitgliedschaft in der Fair Wear Foundation als Beweis seiner Verpflichtung zum Code of Conduct. Das Unternehmen will konkret seine “internen Kontrollmechanismen“ prüfen, “ um sicherzustellen, dass sich ein solcher Fall künftig nicht wiederholt” und strebt im Jahr 2013 an, eine “weitestgehend komplette Transparenz über alle Produktionsorte zu erhalten”. Derzeit sind dem Unternehmen nur etwa 75-80 Prozent aller Produktionsstätten bekannt, was eine relativ große Chance bedeutet, dass sich ein solcher Fall wiederholen könnte. 

Quelle: Fashion United / Text: Marie A. Wagner

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