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Pinguine auf der Antarktis
Kimawandel: Schutz der Antarktis

Antrag auf riesiges Meeresschutzgebiet

Das Weddellmeer ist eine der letzten vom Menschen nahezu unberührten Regionen der Antarktis. Damit das so bleibt, hat die Bundesregierung beantragt, das Gebiet und dessen einzigartige Ökosysteme unter besonderen Schutz zu stellen.

Rund 14.000 Tierarten leben im Weddellmeer unter extremen Bedingungen, weshalb diese arktische Meeresregion von Experten in Sachen Artenvielfalt mit tropischen Riffen verglichen wird. Aufgrund der nahezu unschiffbaren Eisverhältnisse hat es dort nie eine kommerzielle Fischerei gegeben und das soll so bleiben.

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Weddellmeer ist vom Klimawandel bisher kaum beeinflusst

Bundesumweltminister Schmidt hat bei der Internationalen Kommission zur Erhaltung der lebenden Meeresschätze in der Antarktis (CCAMLR) den Antrag eingereicht, das Weddellmeer zum Meeresschutzgebiet zu machen, um es auch weiterhin von menschlichen Eingriffen zu verschonen. Solche könnten für die vielen verschiedenen Lebewesen, die dort seit Jahrtausenden ansässig sind, eine extreme Gefahr bedeuten und das natürliche Gleichgewicht empfindlich stören. Denn die Region ist ein wichtiger Rückzugsort für kälteliebende Arten, auf den der Klimawandel bisher nur wenig Einfluss genommen hat.

Wird der Antrag angenommen, ist das Weddellmeer mit einer Fläche von 1,8 Millionen Quadratkilometern das größte Meeresschutzgebiet der Welt. Zum Schutz dieser und weiterer Regionen in der Antarktis wurde 1980 das Übereinkommen über die Erhaltung der lebenden Meeresschätze der Antarktis von 14 Staaten unterzeichnet und trat zwei Jahre später in Kraft. Inzwischen gehören der Kommission 24 Mitgliedsstaaten und die EU an. Vom 17. bis 28. Oktober 2016 findet die 35. Sitzung der CCAMLR in Hobart, Tasmanien statt.

Quellen: BMEL, Bild: Depositphotos/axily, Text: Ronja Kieffer