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Eisbär in Wilhelma stirbt durch Besucherjacke

In der Wilhelma ist der Eisbär Anton plötzlich verstorben. Erste Untersuchungen ergaben, dass er eine Jacke oder Tasche verschluckt hatte, die ein Besucher im Zoo vergaß. 

Wilhelma Zoo Eisbär Anton

Eisbär Anton ist tot. ©Wilhelma

In der Nacht vom 9. auf den 10. Februar 2014 ist in der Wilhelma der  24-jährige Eisbär Anton verstorben. Eine verschluckte Jacke oder Tasche eines Besuchers war vermutlich die Ursache. Bereits vor einigen Tagen begann Anton Gewebestücke zu erbrechen, woraufhin ihm ein Abführmittel verabreicht wurde und er Teile eines Fremdkörpers ausschied. Letztendlich starb Anton jedoch an seinen schweren Darmverletzungen und -entzündungen. Noch ist dem Zoo unklar, warum der Bär das Kleidungsstück überhaupt gefressen hatte und es nicht zerlegt hat, wie schon mit anderen Fundstücken zuvor. Antons Pfleger Andreas Wössner und Jürgen Deisenhofer vermuten: „Es muss etwas sehr Leckeres darin gewesen sein, dem Anton nicht widerstehen konnte.“

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Mehr Achtsamkeit bei Besuchern

In Zoos ist es keine Seltenheit, dass Besucher ohne nachzudenken Gegenstände in Wasserbecken und Gehege fallen lassen. Alleine in den letzten 20 Jahren wurden trotz eines Elektrozauns an der Gehegescheibe 200 Kinderschuhe gefunden. Pro Jahr werden außerdem rund 50 Schnuller entdeckt, außerdem zahlreiche Handys, Brillen, Fotoapparate und Mützen. Die Wilhelma ruft Besitzer der Gegenstände dazu auf, den Verlust der Gegenstände direkt zu melden. Tierarzt Tobias Knauf-Witzens erklärt: „Hätten wir gewusst, dass etwas im Gehege war, hätten wir Anton vielleicht noch retten können. Denn dann hätte eventuell ein Brechmittel noch die restlichen Teile zum Vorschein bringen können. Wir bitten die Besucher daher dringend, auf ihre Sachen sehr gut zu achten, auf keinen Fall etwas in die Gehege zu werfen und jeden Verlust sofort zu melden.“ Vor Jahren starben in der Wilhelma schon ein Flusspferd an einem verschluckten Tennisball und auch ein See-Elefant an einem verschluckten Stofftier.

Quelle: Wilhelma
Text: Kristina Reiß