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Kinderei Kinderarbeit
Kinderarbeit bei Ferrero

In jedem 7. Ei steckt Kinderarbeit?

Bereits im Jahr 2011 stand Ferrero wegen des Verdachts auf Kinderarbeit im Visier der Medien. Jetzt haben Recherchen der britischen Zeitung „The Sun“ ergeben, dass Überraschungseier mitten in Europa von Kindern verpackt werden.

Der italienische Riesen-Konzern Ferrero (9,54 Milliarden Euro Umsatz im Jahr 2015) ist neben den Produkten Nutella, Milchschnitte und Kinderschokolade weltweit für seine Überraschungseier bekannt.

Wegen des Verdachts der Kinderarbeit, reisten Reporter der „Sun“ nach Rumänien und besuchten eine Familie, die angeblich gegen einen kargen Hungerlohn die kleinen Spielzeugteile in die gelben Plastik-Eier fummelt. Um sich überhaupt etwas Essen leisten zu können, müssten auch die Kinder mit ran. Das Blatt zitierte eine Familie mit drei Kindern im Alter zwischen sechs und elf Jahren. Demnach werden ihnen für 1000 Eier umgerechnet 4,43 Euro gezahlt. Die „Sun“ spricht sogar von „Kinderversklavung“ und „unhygienischen Bedingungen“ bei der Arbeit.

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Spielzeugfirma bestreitet Kinderarbeit

Das Spielzeug der Ü-Eier wird durch die Firma Prolegis, einen Subunternehmer des Spielzeug-Fabrikanten Romexa SA. Hergestellt, der bestreitet Heimarbeiter zu beschäftigen.

Doch nur eine Stunde nachdem Reporter die Firma mit den Vorwürfen konfrontierten, soll ein Mitarbeiter die Kleinteile bei der Familie abgeholt haben.

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Ferrero angeblich geschockt

In einer Stellungnahme gegenüber der Bildzeitung, gab sich Ferrero entsetzt. Ein Verhaltenskodex des Unternehmens schließt Kinderarbeit aus und fordere die Einhaltung einer Regelarbeitszeit und eines Mindestlohns. Man habe davon nichts gewusst und sofortige Ermittlungen eingeleitet, so Ferrero.

Bei unabhängigen Überprüfungen im Mai 2016 wurde noch keine Kinderarbeit festgestellt. Wie und wo genau die Überraschungseier befüllt werden, wollte der Konzern auf Nachfrage jedoch nicht beantworten.

Inzwischen hat die rumänische Justiz die Ermittlungen aufgenommen. In den Ermittlungen gehe es zudem um den Verdacht des Kinderhandels, sagte Mihaela Porime, eine Sprecherin der auf organisierte Kriminalität spezialisierten Staatsanwaltschaft in Bukarest.

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Quellen:, Bilder:, Text: Meike Riebe