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Das Verbot von Kinderarbeit allein reicht nicht aus, um das Problem einzudämmen
Kinderrechte schützen

Kinderrechte schützen und Kinderarbeit stoppen

Am 12. Juni war wieder Welttag gegen Kinderarbeit. Das Verbot von Kinderarbeit allein reicht nicht aus, um das Problem einzudämmen. Hier müssen tiefgreifende und langfristige Lösungen her. Das Nachhaltigkeitsprogramm UTZ plädiert für ein Drei-Phasen-Programm.

Allein an der Elfenbeinküste arbeiten schätzungsweise 1,3 Millionen Kinder in der lokalen Kakaoproduktion. Die Gründe sind vielfältig und reichen von wirtschaftlichen Faktoren wie dem zusätzlichen Einkommen bis hin zum Mangel an Schulen und dem fehlenden Wissen um die negativen Folgen der Kinderarbeit. UTZ (Universal Trade Zone – Universal-Freihandelszone) ist ein Programm und Gütesiegel für den nachhaltigen Anbau von Kaffee, Kakao und Tee. Das Programm setzt sich weltweit in 37 Ländern für den Schutz von Kinderrechten ein. Mit seinem Drei-Phasen-Programm können langfristige Lösungen geschaffen werden, um Kinderarbeit zu stoppen.

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Kinderarbeit langfristig stoppen

Es reicht nicht aus, Kinderarbeit grundsätzlich zu verbieten. Denn trotz des Verbots ist es nicht möglich, das Geschehen vor Ort zu jedem Zeitpunkt an jedem Tag des Jahres zu kontrollieren. Zudem löst ein Verbot nicht den Kern des Problems, der mit unterschiedlichen sozialen und wirtschaftlichen Faktoren zusammen hängt. Das Drei-Phasen-Programm von UTZ setzt auf Prävention, Monitoring und Unterstützung. Hinsichtlich der Prävention soll sich für den Schutz der Kinder eingesetzt werden und für einen sicheren Zugang zu Schule und Bildung. So werden beispielsweise die Trainings erhöht, bei denen das Bewusstsein gestärkt werden soll, dass Kinder in die Schule gehören. Natürlich trägt auch ein besseres Einkommen der Farmer vor Ort zur Vorbeugung von Kinderarbeit bei. Durch entsprechendes Monitoring wie  Risiko-Bewertungssysteme und Kinderarbeits-Beauftragte soll ermittelt werden, ob, wo und wann Kinderarbeit vorkommt. Unterstützung soll durch praktische Maßnahmen gegeben werden, die den Schulbesuch von Kindern oder eine Ausbildung für Jugendliche ermöglichen sollen. Solche Lösungen könnten in Ausstattung mit einer Geburtsurkunde oder Schuluniformen stehen, die oftmals Pflicht für den Schulbesuch sind, oder die Einforderung des Baus einer Schule bei örtlichen Verwaltungen.

Lösungen suchen, statt sanktionieren

Kinderarbeit ist ein vielschichtiges Problem, das auf mehreren Sektoren bekämpft werden muss. Bei der Umsetzung des Programms hält sich UTZ an die Vorgaben der internationalen Arbeitsorganisation (International Labor Organization, kurz ILO), die auch den jährlich am 12. Juni stattfindenden Welttag gegen Kinderarbeit ins Leben gerufen hat. In Zusammenarbeit mit der International Cocoa Initiative (ICI) soll das Drei-Phasen-Programm langfristige Lösungen anbieten, statt einfach nur zu sanktionieren. Denn nur wenn die Ursachen von Kinderarbeit gelöst werden, kann auch die Notwendigkeit hierfür verschwinden.

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Quellen: UTZ, Bild: depositphotos/Klodien, Text:  Isabel Binzer