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Milch
Grenzenlose Profitgier

Premium Milch zu Wucher-Preisen

Die Coca-Cola-Company will den Milchmarkt erobern und setzt dabei auf ein Milchprodukt, das extrem teuer ist.

Es gibt Unternehmen, die urplötzlich auf Nachhaltigkeit machen, weil sie ein fettes Stück abhaben wollen vom neuen verantwortungsvollen Kaufverhalten der Konsumenten. So ist es nun mal im Kapitalismus: Für Wachstum, Profitgier und Gewinnmaximierung verkauft so mancher Manager die eigene Schwiegermutter. Hauptsache die Kasse klingelt am Ende der Kette zwischen Herstellung und Verkauf.

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Coca-Cola verkauft Premiummilch doppelt so teuer wie herkömmliche

Coca-Cola macht vor, wie man mit einer neuen Strategie ein wenig Nachhaltigkeit ins Unternehmen holt und die Marketingampeln damit auf „Grün“ stellen will. Fairlife heißt ein Milch-Produkt, das von der gleichnamigen Landwirte-Initiative im Jahr 2013 auf den Markt gebracht wurde. Die Milch ist anders als normale Milch. Eineinhalb mal so viel Protein und Kalzium, die Hälfte weniger Zucker und keine Lactose. Der dazu gehörende Milch-Protein-Drink nennt sich Core Power und Coca-Cola hat sich Anteile daran gesichert. Wie wuv.de und Business Insider berichten wird Coca-Cola nun auch Geschäftspartner von Fairlife. Gegenüber Business Insider erklärte der US-Konzernchef von Coca-Cola Sandy Douglas, dass durch die Investition langfristig Geld regnen werde, da es zu einer Premiumisierung der Milch käme. Keine Frage: Die Marktmacht von Coca-Cola ist gewaltig und die Fairlife-Milch kostet momentan das doppelte wie normale Milch was einem Wert von ca. 2,50 € entsprechen würde. Gut für Coca-Cola, dass die Fairilife-Milch nachhaltig hergestellt wird und die Coca-Cola-Company damit weitere „grüne“ Pluspunkte bei ihrem Bestreben nach Nachhaltigkeit sammeln kann. Ziemlich geschmacklos ist die Werbung für die Premium-Milch. Bei der Printkampagne zeigen sich junge Frauen, die auf ihrer Haut nichts als Milch tragen.

Milch

Milchpreis aus Profitgier erhöht

Jetzt bitte nicht falsch verstehen: Das soll keine Propaganda gegen wirkungsvolles Marketing sein und das Bestreben von Coca-Cola hin zur Nachhaltigkeit ist ebenfalls ein guter Impuls. Aber den Milchpreis aus reiner Profitgier in die Höhe zu treiben und den Verbraucher abzuschöpfen ist keine nachahmenswerte Form von Nachhaltigkeit. Das wirkt eher so, als ob da jemand den Mantel der Nachhaltigkeit überziehen will, weil drunter pures Gewinnstreben versteckt ist. Und wer denkt übrigens an die Kühe. Die Milch regnet nicht vom Himmel, sondern Millionen von Kühe müssen dafür womöglich wieder leiden.

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Textquelle: Business Inside, wuv Bildquelle :tjock.se/u.k.businessinsider.com//fairlife/ Valentyn Volov-thinkstock Autor: Ulrike Rensch