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Milch gesund
Der Tag der Milch

Gesund & nachhaltig: Am 1. Juni ist Tag der Milch

Milch gilt als gesund und Quelle vieler Nährstoffe. Am 1. Juni 2015 ist Tag der Milch. Gefeiert wird dieser Jahrestag in über 30 Ländern, um Milch als gesundes Getränk weiter zu fördern. Dennoch verlangt die Massentierhaltung und Qual der Milchkühe Antworten auf eine humane Tierhaltung.

Der Tag der Milch ist eine Hommage an das weiße Gold. Mit diesem internationalen Jahrestag am 1. Juni will die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) und der Internationale Milchwirtschaftsverband (IDF) das Image der Milch fördern und den Menschen bewusst machen, wie gesund das Getränk ist. Immerhin trinken die Deutschen im Durschnitt 50 Liter Milch pro Jahr. Was klar macht, welchen positiven Stellenwert die Milch im deutschen Haushalt hat.

Milch aus fairer Haltung schmeckt einfach am besten.

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Vorab einige positive Fakten zu den Nährstoffen der Milch. Sie enthält

-       wertvolles Milchfett, dass dem Körper Energie liefert und hilft, Vitamine aufzunehmen.

-       Milchzucker (Laktose), eine wichtige Energiequelle für den Körper.

-       Milcheiweiß für den Aufbau von Organen und Muskeln.

-       Mineralstoffe wie Kalzium für den Knochenaufbau.

-       Vitamine und Spurenelemente für Wachstum und Körperfunktionen.

Bei aller Liebe zur Milch und den positiven Inhaltsstoffen sollte dennoch ein Blick auf die Massentierhaltung geworfen werden. Laut Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt werden aktuell in Deutschland 12,7 Millionen Rinder gehalten. Darunter rund 4,3 Millionen Milchkühe. Die hierbei am weitesten verbreitete Haltung sind Liegeboxlaufställe, die eng und betonhart sind. Der Großteil der Kühe sieht in ihrem Leben kein Grashalm und wird kontinuierlich künstlich befruchtet, damit sie permanent Milch geben. Durch den Zwang zur Höchstleistung werden die Körper der Milchkühe überlastet, was zu zahlreichen Erkrankungen wie blutende Euter führt.

Milch gesund

Milch frisch geholt vom Bio-Bauernhof.

Nachhaltige Haltung von Milchkühen

Anders ist die nachhaltige Haltung der Milchkühe bei den Bio Bauern und der Ökolandwirtschaft. Hier dürfen die Kühe ohne Tierqual auf saftigen Wiesen grasen oder werden in Ställen mit wesentlich höherem Platzangebot und Stroheinstreu gehalten. Dazu gibt es chemiefreies Biofutter und die Mutterkuh wird nicht zu früh vom Kalb getrennt. Alles Faktoren, die zum Wohlgefühl der Milchkühe beitragen und sie gesund halten.
Umstritten ist derzeit auch der wirkliche Nutzen der Milch für den Körper. Der Zentrum der Gesundheit ist der Meinung, Milch schade dem Organismus und trägt zu seiner Übersäuerung bei. Wer sich lieber vegan ernähren will, kann auf Alternativen zur Milch greifen wie Hirsemilch, Reismilch oder Sojamilch.

Milch gesund

Kühe mit Hörner und auf frischer Wiese ist in der Ökolandwirtschaft selbstverständlich.

ecowoman hat fünf Fragen zum Thema Milch

Im Gespräch mit Ökotrophologin Barbara Steiner-Hainz von der Molkerei Berchtesgadener Land:

1)    Frau Steiner-Hainz, welche wichtigen Nährstoffe stecken eigentlich in der Milch?

„Neben Eiweiß, Kohlenhydraten und Fett sind insbesondere auch viele Mikronährstoffe in der Milch enthalten. Zum Beispiel Kalzium ist ja wichtig für Knochen, Zähne und auch für die Muskelarbeit. Wir haben die fettlöslichen Vitamine A, E und D – und dann zum Schluss natürlich ganz wichtig, die Omega-3-Fettsäuren.“

2)    Und wie lässt sich die Milchqualität beeinflussen?

„Milch ist nicht gleich Milch. Und die Qualität fängt schon beim Futter der Kühe an. Je mehr Gras die Kühe gefressen haben, desto mehr Omega-3-Fettsäuren und damit desto gesünder ist die Milch. Unser Milcheinzugsgebiet liegt ja zwischen Watzmann und Zugspitze, entlang der Alpenkette, und Gras ist da auch heute noch der Schwerpunkt.“

3)    Sechs- bis achttausend Liter Milch pro Jahr gibt übrigens so eine auf den Bergwiesen entlang der Alpenkette grasende braun-weiß gescheckte Kuh. Wie kommt sie dann in die Molkerei?

„Die Milch wird frisch von den Landwirten mit einem sogenannten Sammeltankwagen abgeholt. In der Molkerei wird sie dann nach ganz genau festgelegter Qualitätskontrolle erhitzt und schließlich pur abgefüllt. Das Milch-Sortiment teilt sich in zwei große Bereiche ein: Einmal die Frischmilch, zum anderen die H-Milch. Die klassische Frischmilch ist eine traditionell hergestellte, und sie wird bei ungefähr 75 Grad Celsius erhitzt und ist dann eine Woche gekühlt bei +8 Grad Celsius haltbar.“

4)    Deutlich länger haltbar ist allerdings die sogenannte ESL-Frischmilch:

 „Ja, diese wird auf 120 Grad Celsius erhitzt und ist dann für ungefähr zwei Wochen gekühlt haltbar. Ja, und als dritte Variante dann die H-Milch, die wird auf 135 bis 150 Grad erhitzt und ist drei Monate ungekühlt haltbar. Wichtig bei haltbarer Milch ist: Einmal geöffnet muss auch die haltbare Milch gekühlt gelagert werden – und ist dann noch drei bis vier Tage haltbar.

      5) Und welche dieser Milchsorten macht den besten Milchschaum?

„Das hängt sowohl vom Fettgehalt als auch von der Milchsorte ab. Da Fettkügelchen die Festigkeit des Milchschaums beeinträchtigen, lässt sich fettarme Milch grundsätzlich besser aufschäumen als Vollmilch. Homogenisierte Milch bringt aufgrund der kleineren Fettkügelchen einen feinporigeren Milchschaum hervor als nicht homogenisierte.“

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Textquelle: Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt, Zentrum der Gesundheit, modem consulsa gmbh, die kleine-milchkuh/milchdoku/milchbestandteile.php, Bildquelle: ©kzenon-, ©Valentyn Volkov- thinkstock Flickr CC BY 2.0/Felix 5413, Autor: Ulrike Rensch