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Der Streit ist perfekt und kein Ende ist in Sicht, dabei ist es doch gar nicht so schwer sich an gewisse Regeln zu halten, die ein Miteinander deutlich vereinfachen © altrendo images (iStock)
Diskutieren ohne Brüllen

Diskutieren ohne Brüllen: Eine gesunde Streitkultur in der Kindererziehung entwickeln

Kinder sollten dazu erzogen werden, ehrlich und offen ihre Meinung sagen zu können. Um dies beizubringen müssen gerade Zuhause bestimmte Regeln in der Kindererziehung eingehalten werden, damit eine gesunde Streitkultur entwickelt wird.

Kinder wollen ihre Grenzen kennenlernen. Und zwar auch im Gespräch mit ihren Eltern. Nicht selten kommt es dann zu Wortgefechten, die eskalieren können, wenn Eltern nicht richtig reagieren.

Grundsätzlich sollte Kindern die Möglichkeit gegeben werden, ohne Angst und Konsequenzen ihre Meinung zu äußern. Aber: Erklären Sie Ihrem Kind, dass vor allem Äußerungen, die persönlichen Inhalt haben, kränkend wirken können.

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Drohungen und Bestrafungen sind kein gutes Mittel, wenn man ein Streitgespräch in die richtige Richtung lenken möchte. © altrendo images

Drohungen und Bestrafungen sind kein gutes Mittel, wenn man ein Streitgespräch in die richtige Richtung lenken möchte. © altrendo images (Stockbyte)

Aussprechen lassen!

Deshalb soll das Kind Empathie entwickeln und keine verbalen Verletzungen zufügen. Wenn diskutiert wird gilt als oberste Regel: Jeden aussprechen lassen! Ins Wort fallen ist eine Unart und führt dazu, dass eine Diskussion zu einem chaotischen Wortgefecht wird. Zuhören können! Erst denken und dann sprechen. Dies sind die Grundlagen einer fairen Diskussion. Keineswegs sollten Sie dem Kind Ihre Meinung aufzwingen. Stellen Sie Ihren Standpunkt dar und geben Sie dem Kind die Gelegenheit seine Argumente vorzutragen. Auch wenn diese absurd klingen, sollten Sie das Gespräch nicht abwürgen, sondern ohne zu brüllen die Unterhaltung fortführen. Ganz wichtig: Nicht persönlich werden. Sätze wie: „Wir diskutieren weiter, wenn Du Dein Zimmer aufgeräumt hast“ sind fehl am Platze. Bleiben Sie bei der Sache und weisen Sie auch das Kind daraufhin, dass persönliche Verletzungen unangebracht sind.

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Keine Strafen verhängen

Trotz aller Toleranz gibt es Situationen in denen eine mühselige Diskussion von den Eltern beendet werden sollte. Dann, wenn das Kind vielleicht nur noch provozieren will, sollten Sie das Gespräch vertagen. Das gilt auch dann, wenn aus erklärbaren Gründen nicht genügend Zeit vorhanden ist. Sie sollten jedoch keine Diskussionen mit Strafen beenden, nach dem Motto: „Geh´ jetzt in Dein Zimmer!“ Das würgt jegliche Streitkultur ab.

Und natürlich sind die Eltern Vorbilder. Halten Sie deshalb auch untereinander diese Regeln ein. Wenn Vater und Mutter brüllend diskutieren oder die Fetzen fliegen lassen, werden die Kinder dies übernehmen und Sie dürfen sich nicht wundern, wenn es bei der nächsten Diskussion ebenso reagiert.

Text: Peter Rensch