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Radeln wie Großmuttern auf Retrobikes

Bei allem Respekt vor den Leistungen der Freizeitsportler auf ihren Straßen- und Mountainbikes. Aber im topfebenen City-Dschungel verursachen in knallbunte Sponsorenbekleidung – um ihren Profivorbildern zu ähneln – gepackte Radler und mit unzähligen Kettenblättern versehene, sündhaft teure Bikes spöttisches Schmunzeln. Und weil man damit rasch schneller unterwegs sein kann, als die Polizei erlaubt, ist Ärger vorprogrammiert. Der Verkehrsminister will handeln. Da kommen die schicken, sympathischen Retrobikes gerade recht.

Berlin ist eine Fahrradstadt. Und dazu über weite Strecken frei von steilen Anstiegen. Hier einen 911er sauer fahren? Nice to have, aber ein wendiges Elektroauto ist hier cooler, zweckmäßiger. Ähnlich verhält es sich mit dem Fahrrad. Der natürliche Lebensraum des Mountainbikes ist das nicht asphaltierte Umland mit Offroad-Passagen. Das Straßenrennrad ist für perfekt geteerte Straßen. Hier kann man alle Gänge und Übersetzungen nach Herzenslust und individuellem Können austesten. Um in der Stadt zügig und geruhsam von A nach B zu kommen, langt sehr oft ein einziger Gang.

Ein Gang für alle Fälle

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Und dazu noch klassisch aufrecht sitzen, am besten auch für Männer mit eine freien Durchstieg ohne obere Längsstange. Hilfreich für Anzugträger, die sich über intakte Hosennähte freuen. Ob von daheim ins Büro, von Filiale zu Filiale, oder mit dem Einkaufskorb vorm Lenker zum Tante Emma-Laden um die Ecke – trendbewusste Stadtmenschen entdecken das klassische Fahrrad, wie zu Oma’s Zeiten, wieder für sich. Da sich die Suche nach einem Oldtimer  schwierig gestalten kann, denn auch ohne Abwrackprämie haben nur ganz wenige der alten Radel überlebt, sind Retrobikes in.

Retrobikes für Trendbewusste

Im alten Millennium nannte man sie schlicht Fahrräder mit einem Gang. Heute ruft man sein stählernes Ross „Single-Speeder“. Ein Kettenblatt vorne, ein Ritzel hinten – das muss langen. Der Gang für alle Fälle. Entspanntes Cruisen mit Retro-Charme – kann vorm Eis-Café für mehr Eindruck sorgen als wie ein à la Space-Invader daherkommender Pseudo-Profi in grellen, die Augen blendenden Neonfarben. Die Wiederauferstehung der Single-Speeder ist die Chance für kleine Traditionsmarken, wieder auf dem hart umkämpften Markt Fuß zu fassen.

Single-Speeder bereichern den Markt

Wer kennt noch die Magdeburger Schindelhauer Bikes oder die Dresdener Rösser von Veloheld? Hier fallen nicht täglich hunderte von Fahrrädern aus der Massenproduktion vom Band. In Magdeburg und Dresden entstehen Qualitätsräder mit einem individuellem Charakter. Dem Kunden bleibt es selbst überlassen, aus einem Baukastensystem jene Komponenten zu wählen, um ein ganz persönliches Bike nach individuellem Geschmack auf die Räder zu stellen. Der stylische Spaß beginnt bei erschwinglichen rund vierhundert Euronen. Nach oben gibt es freilich kaum Grenzen... Unter www.trax.de ist noch mehr darüber zu lesen.

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Text: Michael Gartner