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Komplexes Ökosystem Wald: Waldjahr 2011.

Schöne Herbstzeit: Den Wald im Waldkulturerbe-Jahr entdecken

Entdecken, entspannen und genießen - insgesamt 6.000 Veranstaltungen waren im Jahr des Waldes geplant. Unter dem Motto «Entdecken Sie unser Waldkulturerbe» locken uns jetzt noch einmal rund 900 Veranstaltungen, um den buntverfärbten Herbstwald hautnah zu erleben. Lassen auch Sie sich verzaubern!

Das Laub raschelt, das Licht wird diffuser und die Farbenpracht scheint wie von einem Magier in die Bäume gezaubert zu sein. Die Rede ist vom Wald, dem Kulturerbe 2011. Die farbenfrohe Jahreszeit feiert das Waldkulturerbe in Deutschland mit zahlreichen Aktionen. Dabei können Waldromantiker, Familien oder Naturgenießer den deutschen «Indian Summer» oder die Pilzsuche für sich entdecken.

Es beteiligen sich deutschlandweit viele, bestens qualifizierte waldpädagogische Einrichtungen, die nicht nur Kindern den Wald und die Natur spielerisch und fachlich kompetent näher bringen. Die Anbieter bereichern damit das das Internationale Waldjahr unter anderem mit faszinierenden Fledermauswanderungen, hoch spanendem Waldtiere-Fährtenlesen oder jahreszeitlich passenden Bastelkursen. Ziel der Aktionen auch im Herbst ist es, die Vielfalt des Waldes und seine Bedeutung durch das praktische Erleben zu erfahren.

Waldjahr 2011: Röhrende Hirsche im Herbst.

Mit etwas Glück im Herbst entdecken: Brünftige Hirsche im Wald.(c) Thao Nguyen www.wildlife-arts.de

Zauberhaftes Farbenspiel: Warum eigentlich verfärbt sich Laub?

Die herbstliche Farbenpracht des Waldes verdanken wir übrigens einer intelligenten Lösung der Natur und ist ein Kniff, mit dem sich Laubbäume auf den Winter vorbereiten. Los geht es, wenn die Tage kürzer werden und die Temperatur nur noch selten über 15 Grad steigt. Dann ziehen die Bäume ihr Blattgrün, den wertvollen Farbstoff Chlorophyll, aus den Blättern in Stamm und Wurzeln zurück. Die in ihm enthaltenen Nährstoffe lagert der Baum als Reserve ein, damit er im nächsten Jahr wieder Knospen treiben kann. Das farbintensive, grüne Chlorophyll hat bis dahin andere im Blatt enthaltene Farbstoffe wie Carotinoide und Anthocyane überdeckt.

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Anthocyane sind übrigens ein sehr gesunder Pflanzennährstoff, der gesunden Früchten wie der Preiselbeere ihre Wirksamkeit verleiht und die den Früchten die blau-rötliche Färbung verleiht. Erst im Herbst werden diese Farben auch an Blättern und durch das zurückgehende Chlorophyll sowie das einfallende Licht sichtbar. Sie sorgen dann für die Farbenpracht – bis die Blätter schließlich abfallen und der Ansatz am Ast sich mit einer Art Kork schützend verschließt.

Herbstliche Farbenpracht lockt Besucher im Waldjahr

Was für die Bäume ein überlebenswichtiger Vorgang ist, erscheint uns als wahres Feuerwerk des Herbstwaldes. Der Wald scheint förmlich zu Glühen und erstrahlt zum Finale des Waldjahres in Orange, Knallgelb, Dunkelrot und unterschiedlichsten Brauntönen, mehr oder weniger gemischt mit den letzten verbliebenen Grüntönen. Dies mit den eigenen Augen zu erfahren macht einen Waldbesuch gerade im Waldjahr zum echten Sinneserlebnis.

Wald im Waldjahr 2011: Der Herbst ist eine schöne Zeit mit buntem Laub.

Welche Farbenpracht: Dank der Anthocyane leuchten Bäume im Herbst in kräftigen Farben. © John Keith - Fotolia.com

Dieses Ereignis ist übrigens auf der gesamten Nordhalbkugel zu erleben. In Japan wird das Verfärben des Laubes als «kôyô» gefeiert, in Nordamerika als «Indian Summer». Letzteres ist in den USA und Kanada so beliebt, dass sogar Radiosender regional darüber informieren, wann die beste Zeit für den Waldspaziergang und das Erleben der einmaligen Farbenpracht am besten ist.

Viele deutsche Künstler, insbesondere im von Romantik geprägten 19. Jahrhundert, ließen sich von dieser märchenhaften Herbst-Stimmung im Wald inspirieren, unter anderem Theodor Storm und der «Nebel hat den Wald verschlungen» oder Heinrich Heine mit «Das rote Laub, das von den Bäumen fällt, es seufzt der Wald».

Hintergrund zum Waldjahr im Internationalen Waldkulturerbe-Jahr

Unter dem Motto «Entdecken Sie unser Waldkulturerbe!» beteiligen sich rund 1.000 verschiedene Akteure unter der Federführung des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz am Internationalen Jahr der Wälder. Schirmherr der bundesweiten Aktivitäten ist Bundespräsident Christian Wulff. Insgesamt finden rund 6.000 Aktionen statt. Krönender Abschluss bildet eine Ausstellung in Berlin. «Unter Bäumen. Die Deutschen und der Wald» heißt diese und ist ab Dezember im Deutschen Historischen Museum in Berlin zu bestaunen.

Hallimasch im herbstlichen Wald finden.

Wer ein gutes Auge hat und sich ein wenig auskennt, kann zwischen Herbstlaub und Moos schmackhafte Pilze entdecken. Hier: Hallimasch. (c) Thao Nguyen www.wildlife-arts.de

Wissenswertes über den deutschen Wald

  • Die Wälder sind für das Leben auf der Erde elementar. So wie der Mensch Sauerstoff benötigt, leben Bäume vom CO2.
  • Wer sich für Massivholzmöbel entscheidet, trifft eine klimaneutrale, langlebige und nachhaltige Wahl.
  • Der deutsche Wald gibt 1,2 Mio. Menschen einen Arbeitsplatz.
  • Sieben Milliarden Bäume stehen schätzungsweise in deutschen Wäldern.
  • Holz ist der wichtigste erneuerbare Energieträger, bspw. für Kaminöfen.
  • Die in Deutschland prägenden Waldbilder haben sich in den letzten 5.000 Jahren herausgebildet.
  • Heute sind die deutschen Wälder eines der höchstentwickelten Ökosysteme geworden mit einem faszinierenden Artenreichtum.
  • Die einzigartige Lärche wurde zum Baum des Jahres 2012 gekürt. Was den Nadelbaum so besonders macht, lesen Sie unter: Einzigartige Lärche zum Baum des Jahres 2012 gekürt.
  • Alle Aktionen und die noch ausstehenden Veranstaltungen im Jahr des Waldes finden Sie in einem Kalender finden sich unter www.wald2011.de.

Quelle: www.wald2011.de, Text: Jürgen Rösemeier