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Die Seelenkiste ist der Lebenstraum für stille Romantiker ©allergutendinge
Entspannen im Paradies

Minimalistischer Wohnraum als Rückzugsort: Die Seelenkiste

Arkadien ist nicht nur ein Landstrich in Griechenland, sondern auch Synonym für einen zweiten Garden Eden, sozusagen ein Paradies auf Erden. Wie die Sehnsucht nach Ruhe und Entschleunigung in der Architektur zum Tragen kommt zeigt das Konzept „Seelenkiste“.

In Zeiten von Alltagsstress, Multitasking, einer Inflation von Kommunikationsmöglichkeiten und einer Medienflut wird der Wohnraum immer mehr zum Rückzugsort für Entspannung und Erholung. Hinzu kommen strukturelle Veränderungen in der Gesellschaft, die innovative Wohnkonzepte notwendig machen und Architekten vor ganz neue Herausforderungen stellen. Urbane Grünanlagen sind ebenso gefragt wie platzsparende Wohnkonzepte.

Wohnen ist ein Kulturgut und existenziell. In den Wünschen nach Wohnräumen spiegeln sich auch die Sehnsüchte der Menschen wider. Und eine davon scheint der Wunsch nach einem Heim zu sein, das uns abschalten lässt von Stress, Sorgen und Hektik. Gewünscht wird ein Wohnraum als Garten Eden, ein Paradies auf Erden. Tief verwurzelt in der Kultur Europas ist der Traum von Arkadien. Arkadien ist ein Landstrich im griechischen Peloponnes mit einer kargen Landschaft.

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Ausreichend Platz für das Nötigste © allergutendinge

Ausreichend Platz für das Nötigste © allergutendinge

Sehnsucht nach einem Rückzugsort

Dieser Ort wurde im Laufe der geschichtlichen Entwicklung zu einem Ort, nach dem sich immer mehr Menschen sehnen. Arkadien ist noch heute ein Synonym für das Paradies, ähnlich wie der Garten Eden.

Die Architekten Matthias Prüger, Manuel Rauwolf und Ulrike Wetzel haben die Sehnsucht nach Arkadien in ihr Projekt „Seelenkiste“ einfließen lassen.

Es handelt sich dabei, um eine Forschungsstation mit einem Minimalraum für maximal zwei Personen. Das Wohnangebot ist auf das Nötigste beschränkt und bietet neben einem Schlafplatz, eine Nische zum Sitzen. Durch diese Minimalisierung soll ein Rückzugsort für eine Selbstreflektion geschaffen werden. Die „Seelenkiste“ will den Bewohner weiterhin mit seiner eignen leiblichen Erfahrung konfrontieren und durch den Selbstbezug Gedankenströme freisetzen. Die Gestaltung der „Seelenkiste“ fördert die Einkehr und  Selbstbesinnung durch eine Reduktion des Angebots.

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Der Bauplan demonstriert das Leben im Mikrohaus © allergutendinge

Der Bauplan demonstriert das Leben im Mikrohaus © allergutendinge

Die „Seelenkiste“ wird an unterschiedlichen Orten aufgestellt und soll Beobachtungspunkt des zu erforschenden Selbst sein.

Die Holzrahmenelemente haben eine glasfaserverstärkte Kunststoffpaneelen-Verkleidung und der Innenraum besteht aus einer Holzlattung. Die einzelnen Elemente werden durch Bolzen verbunden und mit Dichtungslippen abgedichtet.

Aufgebaut in der Natur bietet die „Seelenkiste“ eine harmonische Verbindung mit der Umwelt und führt den Bewohner zurück zum Ursprung. Die Seele findet einen Ruheraum, fern ab von Ablenkungen und Störungen, was uns letztlich zu uns selbst finden lässt.

Mehr Informationen finden Sie im Internet unter www.allergutendinge.com

Text: Ulrike Rensch