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Weihnachtsbrauch Deutschland: Woher kommen Weihnachtsbaum, Krippe und Adventskranz

Weihnachtsdekoration: Von der Symbolik bis zum Dekorationsobjekt

Bereits seit dem 11. Jahrhundert gibt es in Deutschland die symbolträchtige Krippe. Diese und andere Weihnachtsbräuche haben eine lange Tradition. Viel des weihnachtlichen Brauchtums, insbesondere die Dekoration, hat eine lange Entwicklung hinter sich und so Manches wie die Glaskugel soll aus der Not entstanden sein. Woher die Weihnachtsdekoration stammt und wann sie entstand.

Das europäische Weihnachtsbrauchtum startete wohl mit den ersten Krippenspielen im 11. Jahrhundert. Dieser für viele Kirchen übliche Weihnachtsbrauch soll zuerst in Frankreich durchgeführt worden sein. Die erste eigentliche Krippe mit Figuren und dem Stall in Bethlehem soll seinen Ursprung in Italien haben und 1223 vom Heiligen Franz von Assisi eingeführt worden sein.

Der Ursprung des Weihnachtsbaumes und warum er geschmückt wird

Der Ursprung des Weihnachtsbaumes, so wird vermutet, basiert auf der alten Symbolik, dass der immergrüne Weihnachts- oder Christbaum ein Symbol des Lebens ist. Daher wurde er oftmals bei den Krippenspielen in den Kirchen aufgestellt. Doch es dauerte lange, bis der Weihnachtsbaum auch geschmückt wurde. Sicher ist, dass es seit 1621 im Südtiroler Kloster Neustift Weihnachtsbrauch sei, zur Weihnachtszeit zwei Tannenbäume rechts und links der Krippe aufzustellen. Aber bereits 1509 stellte der Künstler Lucas Cranach der Ältere einen Kupferstich her, der eine geschmückte Tanne mit Sternen und Lichtern präsentierte.

Wann das Schmücken des Weihnachtsbaumes begann ist ebenfalls schwer zu datieren. Sicher sind sich Forscher, dass es zunächst Äpfel waren, die den grünen Baum schmückten, als Symbol für das Leben und mit Hinweis auf Adam und Eva. Vermutet wird, dass der weihnachtliche Brauch des Baumschmückens im Elsaß seinen Ursprung nimmt und Johann Wolfgang von Goethe diesen Brauchnach Deutschland mitbrachte. Schriftlich festgehalten jedenfalls ist der Lichterschmuck in Deutschland im Jahre 1708. Die Adelige Liselotte von der Pfalz erwähnte damals diesen Brauch als Kindheitserinnerung in einem Brief. Alsbald gesellten sich zu den Äpfeln Nüsse oder Lebkuchen. Auf die Mitte des 19. Jahrhunderts wird die heutige Form des Weihnachtsbaumes datiert.

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Zu dieser Zeit entstanden es auch die ersten Glaskugeln. Der Erzählung nach soll ein Glasbläser aus der Glashütte in Lauscha kein Geld für den damals traditionellen Weihnachtsschmuck aus Nüssen und damals wertvollen Lebkuchen gehabt, stattdessen die ersten Weihnachtskugeln aus Glas gefertigt haben. Die erste elektrische Weihnachtsbaum-Beleuchtung stammt übrigens aus dem Jahre 1901, den ersten Weihnachtskalender gab es 1903. Letzterer ist eine Erfindung eines Münchner Unternehmers, der einen Kalender mit Klebebildern erfand.

Das Weihnachtsfest selbst wurde von der Kirche eingeführt, um das heidnische, sehr ausschweifende Fest der Wintersonnenwende abzulösen. Dieses wurde in vielen Ländern am 22. Dezember gefeiert, im Elsaß soll dies am 24. Dezember der Fall gewesen sein. Heute haben der Weihnachtsbaum und die anderen dekorativen Elemente der Weihnachtszeit viel von seiner ursprünglichen Bedeutung verloren. Meist dient die Weihnachtsdekoration vornehmlich zur optischen Verschönerung, denn der eigentlichen Symbolik.

Der Adventskranz: Warten aufs Christkind

Seinen Ursprung nahm der Adventskranz im Jahre 1839, als ein evangelisch-lutherischer Erzieher, der Hamburger Johann Hinrich Wichern, arme Kinder und Waisen in einem alten Bauernhaus betreute. Auf das stetige Fragen der Kinder, wann denn endlich Weihnachten sei, nahm Wichern ein altes Holzrad und schmückte dies mit 20 kleinen und vier große Kerzen. Für jeden Tag gab es nun eine Kerze, die den Kindern zeigte, wie viele Tage es noch bis zum heiligen Fest sind.

Die katholische Kirche übernahm diesen Brauch erst nahezu 100 Jahre später. So wurde 1925 der erste Adventskranz in einer katholischen Kirche in Köln aufgehängt.

Viele Menschen greifen übrigens heute zum Bio-Weihnachtsbaum, der Grund: Immer mehr Menschen reagieren auf die Unmengen an Pestiziden, die in der konventionellen Weihnachtsbaumzucht oftmals Einsat zfinden.

Text: Jürgen Rösemeier