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Mondkalender als Orientierung für die Gartenarbeit
Der Mond pusht das Wachstum

Gartenarbeit in Einklang mit dem Mondzyklus

Schon seit Jahrtausenden richten sich Menschen beim Säen und Ernten nach dem Mondkalender. Die Position des Mondes, so heißt es, sei entscheidend für den Ertrag. Doch können die alten Kalender überhaupt noch gültig sein?

Für die Wirksamkeit von Mondkalendern bzw. für den Einfluss des Mondes auf die Landwirtschaft gibt es bisher noch keine wissenschaftlichen Beweise. Dass der Mond Einfluss auf unser Leben hat, lässt sich nicht zuletzt am Beispiel der Gezeiten erkennen. Ob der Mond tatsächlich Auswirkungen auf unser Wohlbefinden hat oder ob wir uns das nur einreden, ist noch ungeklärt. Viele Menschen erklären sich mit dem Mondzyklus jedoch Stimmungsschwankungen, Migräne oder Schlafprobleme. So ganz abwegig erscheint es da nicht, sich auch bei Diäten, beim Haareschneiden oder eben bei der Planung des Gartenjahres nach der Position des Mondes zu richten.

In einem reinen Mondkalender spielt das Sternzeichen, das Neugeborenen zugeordnet wird, keine Rolle. Wenn jemand „Schütze“ ist, bedeutet das nur, dass die Sonne zum Zeitpunkt seiner Geburt in eben diesem Sternbild stand. Der Mond wechselt allerdings nicht erst nach ca. einem Monat das Sternbild, sondern schon nach 2-3 Tagen, da er am Himmel eine Eigenbewegung beschreibt.

Eine Achterbahn am Himmel

Wer regelmäßig einen Blick gen Himmel wirft, dem wird auffallen, dass der Mond nicht immer gleich hoch über dem Horizont steht. Tatsächlich gibt es Sternbilder, die tiefer am Himmel stehen wie z.B. der Schütze, und solche, die höher stehen wie z.B. der Zwilling. In einem 27,3 Tage dauernden Zyklus durchläuft der Mond die Sternbilder und steigt dabei zwischen Schütze und Zwilling auf und danach wieder ab. Achtung: „absteigend“ bedeutet nicht „abnehmend“, denn der Eindruck des abnehmenden Mondes entsteht durch die Rotation des Mondes um die Erde, die etwa 29,5 Tage dauert und daher nicht gleichbedeutend mit dem Absteigen ist.

Auswirkungen auf die Gartenarbeit

Mondgärtner sind überzeugt, dass der Mond auch kleinste Wassermassen wie Pflanzensäfte beeinflusst. Zwei Beispiele: Wenn der Mond aufsteigt, zieht er Wasser aus den Pflanzen in die Früchte, die dann besonders saftig und lange haltbar sind und am besten in dieser Phase geerntet werden sollten. Wenn der Mond absteigt, lässt die Anziehungskraft nach und das Wasser zieht sich in die unteren Pflanzenteile zurück. Hecken sollten in dieser Zeit geschnitten werden, da dann an der Schnittstelle weniger Flüssigkeit und Nährstoffe austreten.

Hat der Mond Einfluss auf eine reiche Ernte?

Mondgärtner glauben, dass der Mond den Wasserhaushalt von Pflanzen beeinflusst.

Der Mond und die vier Elemente

Je drei der Sternbilder werden außerdem zu sogenannten Trigonen zusammengefasst, denen jeweils eines der vier Elemente (Wasser, Erde, Feuer, Luft) und eine Pflanzengruppe zugeordnet werden. Pflanzen mit auffälligen Blüten wie z.B. Zwiebelblumen, aber auch Brokkoli und Blumenkohl, gehören zum Blüten-Trigon mit dem dazugehörigen Element Luft. An den Tagen, an denen der Mond in den Sternbildern Waage, Zwilling und Wassermann steht, die dem Element Luft zugeordnet werden, sollte man also diesen Pflanzen Aufmerksamkeit schenken.

Alte Kalender sind nicht mehr gültig

Doch können wir uns überhaupt noch auf jahrtausendealte Berechnungen verlassen? Einiges spricht dagegen. Im Laufe der Zeit hat sich nämlich durch die kreiselartige Drehung der Erde unser Blick auf den Sternenhimmel verändert. Infolgedessen haben sich die Sternbilder verschoben. Wird jemand Anfang Januar geboren, ist er zwar „Steinbock“, die Sonne steht aber eigentlich noch im Sternbild „Schütze“.  
Ähnlich sieht es beim Mond aus. Fast alle im Handel erhältlichen Mondkalender wiesen z.B. den 4. Mai 2015 aufgrund der Position des Mondes im „Wasserzeichen“ Skorpion als Blatttag aus, an dem man sich dem Blattgemüse widmen sollte, tatsächlich stand der Mond aber noch im „Luftbild“ Waage und war daher ein Blütentag. Kein Wunder also, wenn es dann nicht funktioniert!Wer es mal mit dem Mondgärtnern versuchen möchte, der sollte sich eine Ausgabe zulegen, die die Veränderung des Sternenhimmels berücksichtigt. 

Säen nach dem Mondkalender

ecowoman wünscht Ihnen viel Spaß und Erfolg beim Gärtnern mit dem Mond!

 


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    Quelle: Leopold Stocker Verlag, mein-schoener-garten.de; Bilder: fotolia/Vitaly Krivosheev, thinkstock/kazoka30,FamVeld, iStock/monkeybuisinessimages, Autor: kle