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Bewegung in Kombination mit gesunder Ernährung wirken Wunder. Aber es gibt auch andere Möglichkeiten Cholesterin-Ablagerungen zu verhindern
Gesund leben

Gesund leben: Hilfe bei einem zu hohem Cholesterinwert

Herz- und Kreislauferkrankungen sind die Todesursache Nummer eins in Deutschland. Ursache ist meist ein erhöhter Cholesterinwert. Auf dem 11. Jahrestag des Cholesterins wiesen Experten auf die häufigsten Risikofaktoren für einen zu hohen Cholesterinwert hin, der im schlimmsten Falle zu einem Herzinfarkt oder Schlaganfall führen kann. 

Cholesterin lagert sich an beschädigten Innenwänden von Blutgefäßen ab.

Cholesterin lagert sich vor allem an beschädigten Innenwänden von Blutgefäßen ab.

 

Dr. Heike Kantner, wissenschaftliche Mitarbeiterin des DGFF (Deutsche Gesellschaft zur Bekämpfung von Fettstoffwechselstörungen und ihren Folgeerkrankungen) und Initiatorin des „Tag des Cholersterins erklärt: „Es ist uns noch immer – und das im wahrsten Sinne des Wortes – eine Herzensangelegenheit, dass die Menschen ihre Blutfettwerte so früh wie möglich bestimmen lassen, vor allem, wenn eine familiäre Vorbelastung besteht. Prävention und Aufklärung sind uns wichtig – dass noch rund 60 Prozent der Erwachsenen ihre Cholesterinwerte nicht kennen, ist schlicht unvernünftig. Lassen Sie uns den „Tag des Cholesterins“ nutzen, um möglichst viele Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu vermeiden.” So berichtete das Internetportal medicalpress.

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Hoher Cholesterinwert überfordert die Zellen

Beim Cholesterin handelt es sich um eine fettähnliche Substanz, die vom Körper selbst produziert wird. Cholesterin ist am  Aufbau der Zellmembran und Stoffwechselvorgängen im Gehirn beteiligt. Weiterhin produziert es Gallensäure, ist für die Bildung von Vitamin D und Hormonen mitverantwortlich. Bis zu 1 Gramm täglich Cholesterin benötigt der Körper, 75 Prozent davon wird in der Leber gebildet, der Rest mit der Nahrung zugeführt.

Experten unterscheiden zwischen gutem und schlechtem Cholesterin. Das schlechte LDL-Cholesterin überschwemmt die Zellen und der Überschuss wandert direkt ins Blut. Es entstehen Ablagerungen in den Gefäßwänden, was zu einer Verengung der Blutgefäße führt. Wenn sich diese Ablagerungen lösen oder platzen entstehen Thrombosen, was zu einem Herzinfarkt oder Schlaganfall führen kann.

Das gut HDL-Cholesterin dagegen transportiert einen Überschuss zurück zur Leber und ist sogar im Stande Cholesterin, das sich an den Gefäßwänden festgesetzt hat, wieder zu lösen.

Ein guter Cholesterinwert liegt dann vor,  wenn das schlechte LDL-Cholesterin im Blut gering und die HDL-Werte hoch sind.

Ursachen für erhöhten Cholesterinwert

„Es sind aber nicht nur die Fettstoffwechselstörungen, die als Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen verantwortlich sind – es ist vor allem die Kombination aus mehreren Herz-Kreislauf-Risikofaktoren: Rauchen, Zuckerkrankheit, Bluthochdruck, bauchbetontes Übergewicht und erbliche Vorbelastung”, so Professor Ulrich Laufs, Vorstandsvorsitzender der DGFF und Leitender Oberarzt in der Klinik für Innere Medizin III des Universitätsklinikums des Saarlandes.

Um den Cholesterinwert zu senken bedarf es unter Umständen einer Umstellung der Lebens- und Ernährungsgewohnheiten.

Professor Klaus Parhofer, stellvertretender Vorsitzender der DGFF und Leitender Oberarzt in der Medizinischen Klinik II in Großhadern: „Nach wie vor spielen Lebensstil-Änderungen bei der Therapie von Fettstoffwechselstörungen eine wichtige Rolle – und am besten wirken sie in Kombination, also: Ernährungsumstellung, Steigerung der körperlichen Aktivität und Beendigung des Rauchens.”
Zum Thema Bewegung ergänzt Professor Martin Halle, Vorstand der DGFF und Ärztlicher Direktor des Zentrums für Prävention und Sportmedizin der TU München: „Schon moderate Aktivitäten haben einen günstigen Einfluss auf den Fettstoffwechsel, vor allem auf das HDL-Cholesterin. Wer sich regelmäßig bewegt, kann nicht nur das schlechte LDL-Cholesterin senken, sondern vor allem den guten HDL-Spiegel um bis zu zehn Prozent erhöhen.”

Text: Peter Rensch
Bilder: ©iStockphoto & ©FUSE
Quelle: medicalpress