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Ab dem 1. April verpflichten sich viele Mainzer Geschäfte und Warenhäuser dazu, Plastikbeutel nur noch gegen eine Gebühr herauszugeben.
Freiwillige Selbstverpflichtung

Gebühr für Plastiktüten bald auch in Mainz

Ab dem 1. April verpflichten sich viele Mainzer Geschäfte und Warenhäuser dazu, Plastikbeutel nur noch gegen eine Gebühr herauszugeben. Hintergrund ist eine neue EU-Richtlinie zur Senkung des Plastiktüten-Verbrauchs. Wie viel Erfolg das Vorhaben hat, hängt aber letztlich von den Kunden ab.

Aus den meisten Supermärkten kennen wir es nicht anders, jetzt soll es aber auch in vielen Apotheken, Elektronikmärkten und Kaufhäusern gang und gäbe werden: Plastiktüten kann man bald nur noch gegen eine Gebühr mitnehmen. Eine neue EU-Richtlinie aus dem letzten Jahr fordert den deutschen Handel auf, seinen Plastiktütenverbrauch in den kommenden Jahren massiv zu senken.  Bislang verbrauchen die Deutschen jährlich pro Kopf rund 76 Plastiktüten. EU-Maßstab ist die Senkung des Verbrauchs bis 2019 auf 90 Tüten pro Kopf pro Jahr und bis 2026 auf 40 Tüten pro Kopf. Obwohl Deutschland bislang die Obergrenze unterschreitet, strebt der Handelsverband Deutschland (HDE) die freiwillige Selbstverpflichtung der Händler an. Viele Mainzer Geschäfte und Warenhäuser ziehen mit.

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Mainzer Großkonzerne und auch kleine Händler führen Gebühr ein

Zum 1. April werden neben dem Elektrohandel Media-Markt und Saturn auch Großkonzerne wie C&A und die Drogeriekette dm eine Plastiktüten-Gebühr einführen. Je nach Größe soll diese zwischen fünf und dreißig Cent variieren. Die Einzelhandelskette Müller gibt schon seit Februar 2015 nur noch Tüten gegen Bares heraus und gibt als Erfolg einen Rückgang der Nachfrage um rund 80 Prozent an. Auch kleinere Mainzer Läden schließen sich der Plastik-Reduzierung an: das Huthaus am Dom will seine restlichen Tüten-Bestände aufbrauchen und längerfristig auf Papiertüten umstellen – so bereits geschehen in der Mercatoraapotheke in der Ludwigstraße. Ein Schlupfloch bietet der „Hemdchenbeutel“, den die EU-Richtlinie nicht erfasst. Diese dünnwandigen Plastiktüten findet man oft in Obst- und Gemüseabteilungen von Supermärkten, aber auch auf dem Mainzer Wochenmarkt. Händler bieten dort zwar teilweise grüne Stoffbeutel als kostenpflichtige Alternative an, jedoch ist die Nachfrage der Kunden bislang gering.

Es bleibt zu hoffen, dass das Motiv Umweltschutz den Kunden durch die Selbstverpflichtung der Mainzer Händler erreicht.

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Bild: depositphotos/ monkeybusinessimages, Text:  Isabel Binzer