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Ein frischgeborenes Kälbchen mit seiner Mutter © fullempty/iStock/Thinkstock
Qualen für das Ungeborene

BMEL rät trächtige Tiere nicht zu schlachten wegen Schmerzen für den Fötus

Neue Erkenntnisse zeigen, dass häufig auch hochträchtige Kühe geschlachtet werden. Das BMEL rät dazu dies zu unterlassen, da auch schon Feten Schmerzen verspüren können und die Tiere letztendlich durch das Schlachten der Mutter grausam ersticken.

Ob das Schlachten von Tieren moralisch verwerflich ist oder nicht ist eine Debatte, in der viele Menschen unterschiedliche Meinungen haben. Fast alle Menschen sind sich jedoch darüber einig, dass, wenn schon geschlachtet wird, die Tiere dabei nicht unnötig leiden sollen. Gerade aus diesem Grund sollte darauf geachtet werden, dass trächtige Kühe nicht geschlachtet werden, denn neue wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen, dass dies häufiger vorkommt als gedacht. Jede Schlachtung einer trächtigen Kuh stellt ein Tierschutzproblem dar, denn Feten empfinden spätestens ab dem letzten Drittel ihrer Entwicklung bereits Schmerzen und leiden so auch bei der Schlachtung der Mutter, bis sie aufgrund von Sauerstoffmangel ersticken. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft ist deshalb der Meinung, dass  hochträchtige Kühe im letzten Drittel der Trächtigkeit nicht mehr geschlachtet werden sollen.

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Schlachten trächtiger Feten unterbinden

Maria Flachsbarth, die Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundeslandwirtschaftsministerium, erklärt: „Wir dürfen das Schlachten oder Töten dieser Tiere nur in nicht vermeidbaren Ausnahmesituationen dulden, z. B. im Rahmen von Notschlachtungen oder Tierseuchenbekämpfungsmaßnahmen. Wir sind deshalb bereits in Brüssel aktiv geworden und werden auch weiterhin bei der Kommission einfordern, sich der Lösung des Problems anzunehmen. Die Kommission hat bereits zugesagt, der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) ein Mandat zur Klärung der noch offenen Fragen zur Problematik des Schlachtens trächtiger Tiere zu erteilen. Aus unserer Sicht sollte dabei auch die Notwendigkeit von Regelungen zu Betäubungs- und Tötungsverfahren für Feten geprüft werden. Zusätzlich planen wir ein entsprechendes Forschungsprojekt zu beauftragen, um die Ursachen des Schlachtens trächtiger Tiere in Deutschland herauszufinden.“ Bis dahin ruft das BMEL Tierhalter dazu auf trächtige Tiere nicht zu schlachten.

Quelle: BMEL
Text: Kristina Reiß