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Bei Gemüse und Früchten haben Bio-Labels unterschiedliche Bedeutungen.

Bio-Labels in der Schweiz: Tipps und Infos

Gütesiegel sind ein wichtiges Instrument um ökologische Produkte zu erkennen. Sie zeigen an, welche Produkte unter gerechten und gesunden Bedingungen in die Regale gelangen. Doch wofür stehen die verschiedenen Labels?

Das Angebot um bewusst einzukaufen wird immer grösser. Im Detailhandel sind bereits viele Produkte mit Gütesiegeln, den so genannten Labels, versehen. Es sind Zeichen, die für besondere Merkmale in Bezug auf Umwelt oder soziale Bedingungen stehen und weisen darauf hin, dass das Produkt mit grösserer Sorgfalt hergestellt wurde. Sie geben eine Garantie für gewisse Abläufe und Kontrollen - vor, während oder nach der Herstellung des Produktes. Doch bei über 130 gebräuchlichen Labels ist es schwierig zu wissen, welche Kennzeichnung wofür steht.

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Wozu braucht es Gütesiegel?

Jedes Produkt hat eine Lebensgeschichte. Es wächst irgendwo als Rohstoff auf und wird vom Menschen zu einem für sich brauchbaren Produkt verarbeitet. Dann wird gehandelt und gefeilscht. Man schickt es fort und es landet irgendwo an einem fremden Ort in einem Laden, wird in ein Regal gestellt und dem Konsumenten schmackhaft gemacht. Und ehe es sich versieht, wird es in einem neuen Zuhause verzehrt, ausgestellt oder herumgetragen. Ist das Produkt alt oder uninteressant geworden, wird es entsorgt. Wie in jeder Lebensgeschichte gibt es auch hier schlechte Erlebnisse. Man wird schlecht behandelt, herumgeschubst oder ausgenutzt. Das kann zum Teil schwere Folgen für das Produkt und die daran beteiligten Menschen haben.

Damit das nicht passiert, gibt es Gütesiegel. Sie garantieren, dass gewisse Schritte in der Lebensgeschichte des Produkts kontrolliert wurden. So garantiert bei Früchten die Knospe Bio Suisse einen biologischen Anbau. Der blaue Engel kennzeichnet umweltfreundliche Papierprodukte, die zu mindestens 95% aus Altpapier bestehen. Oder Max Havelaar – das Label garantiert, dass den Produzenten faire Preise bezahlt werden.


Lebensmittel werden mit einem Bio-Label ausgezeichnet, wenn sie durch ökologischen Biolandbau hergestellt wurden.

Gütesiegel für Lebensmittel stehen für höhere Anforderungen an die Produkte.

Eine Datenbank schafft Ordnung

Die Stiftung Praktischer Umweltschutz Schweiz (Pusch) schafft mit der unabhängigen Informationsstelle www.labelinfo.ch einen umfassenden Überblick über die verschiedenen Umwelt- und Soziallabels. Zu über 130 gebräuchlichen Labels können Hintergrundinformationen gesucht werden. In den Rubriken «Tipps» und «Wissenswertes» bietet die Datenbank wichtige Informationen zu Produktgruppen oder einzelnen Produkten.

Bio-Labels für Ökologie, Wirtschaft und Soziales

Labels können nicht nur für ökologischen Biolandbau, sondern auch für Anforderungen und Kontrollen im wirtschaftlichen und sozialen Bereich stehen. Alle Bio-Labels fallen in den Sektor «Ökologie». Hier findet beispielsweise ein Verzicht auf Pflanzenschutzmittel oder chemisch-synthetische Dünger statt. Die Bereiche «Wirtschaft» und «Soziales» sind eng miteinander verbunden. Zum einen gehören hier die sozialen Standards dazu. Sie verfolgen das Ziel, vertretbare Arbeitsbedingungen in den Produktionsstätten dieser Welt durchzusetzen. Darunter fallen das Verbot von Kinder- und Zwangsarbeit, Gesundheit und Arbeitssicherheit, Diskriminierungsverbot, geregelte Arbeitszeiten und existenzsichernde Löhne. Im Wirtschaftsbereich konzentriert man sich auf den fairen Handel. Im Gegensatz zu den sozialen Standards, beschränken sich Fair-Trade-Labels nicht nur auf die Verbesserung der Arbeitsbedingungen. Anbieter dieser Produkte verpflichten sich, den Produzenten für ihre landwirtschaftlichen Erzeugnisse einen kostendeckenden Mindestpreis sowie eine Fair-Trade-Prämie zu bezahlen. Teilweise wird sie für die Durchführung von Gemeinschaftsprojekten zur Verbesserung der Lebensbedingungen eingesetzt oder sie wird direkt an die Produzenten ausbezahlt.

Hohe Anforderungen

Wer sich ein Gütesiegel erarbeiten möchte, muss sich zumindest in einem der drei Bereiche qualifizieren. Je nach Verordnung sind die Anforderungen sehr hoch. Dies wird dann von anerkannten Laboratorien und Inspektionsstellen genauestens geprüft. So zum Beispiel von Bio Inspecta, die vor allem Betriebe im landwirtschaftlichen Bereich und Lebensmittelhersteller zertifiziert. Testex prüft im Textilbereich, die Empa in Sachen Konstruktion, Luftstoffe und Umwelttechnik. Die Prüfungsstellen werden wiederum von der Schweizerischen Akkreditierungsstelle SAS, einer Abteilung des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco) überprüft.

Text: Alexa Scherrer

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Weitere Informationen zu Bio-Labels finden Sie hier:

Tipps für einen bewussten Konsum: Die unabhängige Datenbank von Praktischer Umweltschutz Schweiz (Pusch) unter www.umweltschutz.ch.

Detailbewertungen zu einzelnen Labels gibt es auch auf der Internetseite von WWF oder Vierpfoten.

Anforderungen für die Zertifizierung findet man auf der Internetseite von Seco.