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Initiative zu gut für die Tonne, Ilse Aigner und Christian Rach präsentieren App gegen Lebensmittelmüll

Zu gut für die Tonne: Mit Rezepte-App Lebensmittelmüll vermeiden

82 Kilo Lebensmittel pro Jahr und Person werden in Deutschland weggeworfen. Dabei könnte man häufig aus den Resten vom Vortag oder im aus Kleinigkeiten im Kühlschrank noch was Feines zaubern. Starkoch Christian Rach und Ilse Aigner haben diesem Lebensmittelmüll nun den Kampf angesagt und präsentieren eine App, die das Restekochen zum Fest machen.

11 Millionen Tonnen Lebensmittel gelangen jährlich in Deutschland in den Müll. Das entspricht 275.000 voll beladenen LKWs. Mit 61 Prozent wirft der Privathaushalt die meisten Lebensmittel weg, 17 % entfallen jeweils auf Großverbraucher und Industrie sowie 5 % auf den Handel. Dies soll sich nun ändern, das ist das Ziel der Kampagne „zu gut für die Tonne“.

Kleine Reste und Übriggebliebenes: Zu gut für die Tonne

Zu Großmutters Zeiten war es so: Ein übriggebliebenes Stück Braten wanderte in den Eintopf oder Salzkartoffeln vom Vortag wurden zu knusprigen Bratkartoffeln. Lebensmittel waren einfach zu wertvoll und es wurde viel Kreativität eingesetzt, um aus Resten noch etwas zu zaubern. Heute ist das ganz anders und im Zweifelsfall wird zu viel Gekochtes oder schrumpeliges Gemüse, angetrocknetes Brot oder Käse leicht mal entsorgt. Doch die Lebensmittelmüllberge sind einfach zu hoch, dachten sich auch insgesamt 50 renommierte Köche und Prominente. Deren Rezeptideen stehen nun auf einer kostenlosen App zum Download bereit.

Bei der Vorstellung der App erklärte Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner: "Lebensmittelreste lassen sich in der Küche nicht immer vermeiden. Mit etwas Phantasie und Freude am Kochen kann aber aus Resten etwas Leckeres gezaubert werden. Mit unserer neuen App Zu gut für die Tonne können sich Verbraucher interessante Tipps holen. Die App ist ein praktischer Helfer für die Küche und den nächsten Einkauf. Wer Reste vermeiden will, sollte vor allem die richtige Lagerung der Lebensmittel beachten und seine Einkäufe gut planen."

Daher liefert die neue App Kochideen für die kreative Resteküche, versorgt den Nutzer mit einem Einkaufsplaner für 2 bis 42 Personen – der richtig geplante Einkauf vermeidet auch Lebensmittelmüll - und viele weitere Informationen.  So gibt es ein äußerst umfangreiches Verzeichnis in der App von zu gut für die Tonne zur Haltbarkeit und zur geeigneten Aufbewahrung der Lebensmittel. Denn, was viele nicht wissen: Jeder Kühlschrank hat verschiedene Kältezonen. Unten ist es am kühlsten, nach oben steigt die Temperatur an. Daher gehören Obst und Gemüse ganz nach unten ins Gemüsefach, Fisch und Fleisch auf die unterste Ablage, Milchprodukte auf die mittlere, Käse auf die oberste. Schließlich finden Eier, Butter und Getränke ihren Platz in der Tür. Zudem gilt: Mit Ausnahme von Obst und Gemüse sollte alles gut verpackt sein. 

Initiative zu gut für die Tonne, Ilse Aigner und Christian Rach präsentieren App gegen Lebensmittelmüll

Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner bei der Präsentation der App: "Lebensmittelreste lassen sich nicht immer vermeiden, doch, mit etwas Phantasie können sie verwertet werden und die neue App hilft dabei".  (c) Reitz, BMELV

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Von der Frittata zum Brotsalat: Restekochen ist kreativ

Aus übriggebliebenen Lebensmitteln lassen sich viele leckere Restegerichte zubereiten. So werden Spaghetti vom Vortag zu leckerem Frittata, ein paar Tage altes Brot zu einem schmackhaften Brotsalat, aus unansehnlichen, braunen Bananen werden zum exotischen Curry oder ein Tomatensoßenrest wird zur Grundlage eines Pizzabelages.

Auf der Website von zu gut für die Tonne warten übrigens 200 weitere Rezeptideen, die das Restekochen zum schmackhaften Mahl machen. Es ist also nicht unbedingt ein internetfähiges Handy oder Smartphone nötig, um die Tipps und Kochideen zu erhalten.

Die Initiative zu gut für die Tonne wurde übrigens kürzlich mit dem „Politikaward 2012“ für vorbildliche, politische Arbeit ausgezeichnet. Mehr zur App und der Initiative zu gut für die Tonne auf der Website der Initiative.

Text: Jürgen Rösemeier