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Rohkaffee
Kaffeemanufakturen

Altes Handwerk neu entdeckt: die Kaffeerösterei

Kaffeemanufakturen werden immer beliebter und erfahren eine regelrechte Renaissance. Doch nicht nur das Handwerk selbst, auch der frisch geröstete und aufgebrühte Kaffee spielt dabei eine Rolle. Wer seinen Kaffe selber rösten will, für den haben wir hier praktische Tipps und Tricks für den idealen Kaffeegenuss.

Kaffee_Röstereri

© Orang Utan Kaffee

Für viele ist er der Muntermacher am Morgen, die Motivationsspritze am Vormittag, ein Nachtisch am Mittag oder ein Genuss zum Ausklang des Arbeitstags – der Kaffee. Oftmals spielt er eine grundlegende Rolle, wenn auch die Meisten nicht mehr als den einfachen Filterkaffee aus dem Supermarkt kennen. 

Kaffee_Trommelröstung

Die meisten Kaffeemanufakturen rösten ihren Rohkaffee in einem Trommelröster © Orang Utan Kaffee

Die anspruchsvollen Genießer jedoch, achten auf qualitativ hochwertige Kaffeebohnen aus ausgesuchtem Hochlandanbau von Brasilien, Kenia, Nicaragua, Costa Rica und Guatemala und besinnen sich auch auf die alte Handwerkstechnik des Kaffeeröstens. Der Genuss des frisch gerösteten Kaffees ist groß, so dass alte Kaffeeröstereien in den Städten gerade eine Renaissance erfahren.

Kaffee aus Industrie- oder Kleinrösterei?

Der Unterschied zwischen Industrie- und Kleinröster besteht dabei vor allem in der Handhabe der Bohnen. Verarbeitet der Großhandel rund eine Tonne Rohkaffee pro Röstung, so können die Röstereien von nebenan meist nur zwischen 5 -120kg rösten. Zudem sind auch Röstzeit und Rösttemperatur unterschiedlich.

Eine Röstung des Großrösters dauert durchschnittlich 90 Sekunden und ist stolze 400 °C heiß. Der handwerkliche Kleinröster jedoch röstet bedachter. Für ihn hat sich vor allem die Methode der Trommelröstung durchgesetzt, bei der die Temperaturen zwischen 200°C und 230°C liegen und deren Röstung rund 15-25 Minuten dauert.

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Kaffeerösterei

Wie diese Kaffeerösterei in der Speicherstadt gibt es noch viele in ganz Deutschland © Orang Utan Kaffee

Die rotierenden Trommelröster aus Eisenblech werden dabei solange in der Glut gedreht, bis sich die gewünschte Farbe und das typische Aroma bilden. Doch die Röstreaktion hört nach dem Rösten und Abkühlen nicht auf. Die Bohne "arbeitet" weiter. Mindestens 12h, meistens aber noch länger - bis zu 72h brauchen geröstete Bohnen um ihr Geschmacksplateau zu erreichen.

Die Kaffeerösterei von nebenan - auch ein geschmacklicher Unterschied?

Die Kaffeebohnen haben bei einer 90 Sekunden Schockröstung nicht genügend Zeit, richtig auszurösten. Was folgt ist daher ein säuerlicherer Geschmack und wenig gutes Gefühl im Magen. In einer langsamen Röstung bei niedriger Temperatur hingegen hat die Bohne im besten Falle viel Chlorogensäure verloren und viel an Aroma gewonnen. Guter Kaffee aus Langzeitröstung ist daher in der Regel bekömmlicher und aromatischer.

Text: Christina Jung

Tipp: Kaffee selber rösten

Hochwertiger Kaffee ist schnell und einfach selbst gemacht. Egal ob Pfanne oder Topf – ein Patentrezept für die Röstung gibt es jedoch nicht. Je nach Sorte und Geschmack gibt es Variationen und auch die Übung macht’s. Als Richtlinie empfiehlt sich aber eine mittlere Hitzeeinstellung zu wählen, da die Bohne sehr schnell anbrennt und dann auch leider bitterlich schmeckt.

Das Rösten des Rohkaffees dauert lediglich ungefähr 10 bis 20 Minuten. Wenn die Bohnen von ihrer gelblichen zur braunen Färbung wechseln, tritt hin und wieder ein Knacken auf. Dies ist jedoch völlig normal und sollte Sie nicht aus der Ruhe bringen. Dieses Knacken hört nach 1 Minute auf, kommt aber später nochmal, diesmal leiser. Dann ist der Zeitpunkt erreicht, an dem Sie die Pfanne vom Herd nehmen sollten.

Die Bohnen sind optimal geröstet, wenn sie nicht zu dunkel geraten sind. Für einen Mocca sollte der Rohkaffee am Ende eine rotbraune Farbe haben, für den Espresso darf es gerne dunkler sein. Will man Filterkaffee damit machen, dann sollte man sie nach Abschluss des ersten Knackens vom Herd nehmen. Einfache Sache, oder?