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Finanzberatung

Bankberatung: So verringern Sie Ihr Risiko

Das Vertrauen in eine qualifizierte Bankberatung ist auf einem Tiefpunkt angelangt. 94 Prozent der Kunden treffen ihre Geldanlagenentscheidung selbst. Das ergab eine Befragung der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) unter 940 Privatanlegern. Wie sich Kunden verhalten sollten, wenn ein Gespräch mit dem Bankberater ansteht und auf was dabei geachtet werden soll.

Gerade noch 20 Prozent der Kunden wählen in puncto Geldanlage die Bankberatung als bewährtes Mittel, um die Finanzen zu ordnen. Das geht aus dem Aktionärskompass der DSW hervor. Viele Anleger bewerten die Bankberatung als zu wenig individuell und vertrauen nicht dem Fachwissen der Berater. Ein vernichtendes Urteil für die Banken in Deutschland. Die Finanzkrise und unterschiedliche Beratungstests mit mangelhaften Ergebnissen haben das Image der Institute in den Keller gezogen und viele Verbraucher verunsichert. Anleger hören sich eher im Freundes- und Bekanntenkreis um und holen sich dort Anlagetipps bzw. informieren sich online über die unterschiedlichen Finanzprodukte. Ein Trend, dem die Banken entgegenwirken wollen. Eine bessere Beratungsqualität steht deshalb auf der Agenda vieler Finanzdienstleister. Grundsätzlich wollen wir keinem Berater in Banken und Sparkassen ein böswilliges Handeln unterstellen. Berater wollen in der Regel zufriedene Kunden und kein Ramsch-Produkte verkaufen. Doch stehen Berater unter Druck. Vertriebsziele müssen ebenso erfüllt werden wie eine gewisse Anzahl von Beratungsgespräche pro Woche. Kritisiert werden zudem Produktvorgaben, das heißt, die Berater werden dazu angehalten, bestimmte Anlageformen primär den Kunden anzubieten, auch wenn diese nicht unbedingt exakt den Anforderungen entsprechen.

Trotz allem ist das Thema Geldanlage keine Einbahnstraße. Wer sich alleine auf den Berater verlässt ist schnell verlassen.

Klären Sie Ihre Bedürfnisse!

  • Wenn Sie Geld anlegen möchten, sollten Sie sich im Vorfeld darüber im Klaren sein, was Ihre Leitlinien sind.
  • Legen Sie den größten Wert auf Sicherheit, können Sie keine extrem hohen Renditen erwarten!
  • Ist Ihnen die Verfügbarkeit des Geldes am wichtigsten, sollten Sie eine Anlageform wählen, die hohe Liquidität verspricht. Auch hier gilt in der Regel: Je kürzer die Laufzeit, desto niedriger der Zins.
  • Wer hohe Renditen möchte, muss Abstriche machen bei der Sicherheit und im Extremfalle ein Verlustrisiko in Kauf nehmen.

Vorab informieren

Banken wissen, dass ihre Kunden heute mündiger, kritischer und besser informiert sind. Es kann deshalb sehr hilfreich sein, vor dem Bankgespräch im Internet nach geeigneten Finanzprodukten zu recherchieren und mit konkreten Vorstellungen an den Berater heranzutreten.

Genügend Zeit einplanen!

Ein Ruckzuck-Gespräch am Schalter zwischen Geldabheben und Überweisung ausfüllen ist nicht geeignet, um komplexe Anlageprodukte zu besprechen. Vereinbaren Sie vorab einen Termin mit Ihrem Berater und nehmen Sie sich ausreichend Zeit.

Schildern Sie im Gespräch Ihre Anlagewünsche und lassen Sie sich die Empfehlungen exakt erklären!

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Nur kaufen, was man versteht!

Leider sind die Produktbeschreibungen in einigen Banken noch immer sehr komplex und für viele Kunden unverständlich. Lassen Sie sich nicht verunsichern, wenn Sie auch nach mehrmaligen Erklärungen die Funktionsweise eines Finanzproduktes nicht verstanden haben. Fragen Sie solange nach, bis Sie das Produkt genau verstanden haben. Denken Sie daran: Es geht um Ihr Geld!

Vergleichsprodukte fordern!

Nicht selten bieten Banken Standardprodukte an. Das heißt, sie präsentieren bei der Beratung Empfehlungen, die durch Verbund und/oder Vertriebsleiter vorgegeben sind und unter Umständen einen hohen Provisionserlös erzielen. Deshalb sollten Sie nicht gleich auf das erstbeste Angebot eingehen, sondern unbedingt Vergleichsangebote einfordern.

Beratungsprotokoll nicht blind unterschreiben!

Berater sind verpflichtet, das Kundengespräch in einem Beratungsprotokoll festzuhalten und sich die Inhalte unterschreiben zu lassen.

Lesen Sie das Protokoll in aller Ruhe durch und prüfen Sie, ob  die festgehaltenen Punkte tatsächlich in Ihrem Sinne sind. Ansonsten verlieren Sie bei späteren Ungereimtheiten rechtliche Einspruchsmöglichkeiten.

Angebote vergleichen!

Nicht gleich die Katze im Sack kaufen, auch wenn der Berater zum  Abschluss drängt. Nehmen Sie die Empfehlungen mit nach Hause und vergleichen Sie diese mit den Angeboten anderer Banken. Falls es Differenzen zu Ihren Ungunsten gibt, sollten Sie das Ihrem Berater mitteilen und unter Umständen nachverhandeln.

Regelmäßig informieren!

Geld schläft nicht, es wächst oder schrumpft. Deshalb sollten Sie in regelmäßigen Abständen bei Ihrem Berater Informationen einholen, wie sich Ihre Geldanlage entwickelt und nachfragen, ob die Anlage noch immer Ihren Bedürfnissen entspricht.

Bildquelle: © LDProd-iStock, Text: Peter Rensch