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Kita-Chaos 2012

Die Politiker schaffen es wieder einmal ein wichtiges Thema zu zerreden. Das für 2013 geplante Betreuungsgeld für alle Eltern, die ihre Kinder zu Hause erziehen sorgt für hitzige Gefechte und Debatten. Permanent bringen sich Politiker mit Kritik und neuen Ideen ins Spiel. Sie verunsichern damit Mütter und Väter.

Kinder in einer Kita. Foto: Thinkstock

Ab August  2013 soll es  eingeführt werden. Das mittlerweile berühmt-berüchtigte Betreuungsgeld. Alle Eltern, die ihre Kinder nicht in die Kita bringen, sondern zuhause erziehen erhalten dafür einen finanziellen Ausgleich. Ebenfalls im kommenden Jahr soll dann der Rechtsanspruch auf einen Kitaplatz kommen, für alle Kinder unter drei Jahren. Seitdem das Vorhaben der Familienministerin der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht  wurde bringen die politischen Vertreter ihr Meinungssalven in Stellung.

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Das Thema ist bestens geeignet, um Wähler zu beeindrucken und für Stimmung im Land zu sorgen. Ein peinlicher Debatten-Krieg ist entstanden um ein Thema, dass äußerst wichtig ist für die Zukunft der Gesellschaft. Der Grünen-Vorsitzende Özdemir mischte sich jüngst in die Debatte ein und bat um sachliche Diskussionen. Er  sei aber auch der Meinung, dass dafür noch nicht der richtige Zeitpunkt sei. Die Gegenfrage sollte erlaubt sein: Wenn nicht jetzt, wann dann? In der Frankfurter Allgemeinen Zeitung meldete sich die Ministerpräsidentin von Nordrhein-Westfalen Hannelore Kraft zu Wort und meinte sinngemäß, es wäre besser allen Kindern einen Kitaplatz zur Verfügung zu stellen anstatt Prämien zu zahlen, damit sie fern bleiben.

Und damit löste sie ein Feuerwerk an Angriffen aus. Ein ziemlich verqueres Menschenbild attestierte ihr Familienministerin Kristina Schröder und im Fernsehduell zum Wahlkampf der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen griff CDU-Kandidat Norbert Röttgen die Ministerpräsidentin ebenfalls an. Da bleibt doch der nachhaltige Eindruck, dass diese Inflation an Diskussion vom eigentlichen Problem ablenken soll. Tatsache ist: Es fehlen aktuell 200.000 Kita-Plätze, um den geplanten Rechtsanspruch auf einen Aufenthalt in der Kindestagesstätte tatsächlich anbieten zu können.

Die Länder sollen jetzt zwar Zuschüsse vom Bund zum Kita-Bau erhalten, aber die Zeit drängt und die Politiker überschlagen sich mit Alternativen wie zum Beispiel mehr Umschulungen zum Berufsbild Erzieher/in. Noch überzeugt bei diesem Thema kein Konzept und auch kein Politiker. Die Reden sind laut, die Taten leise.

Text: Peter Rensch