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Krampus
Gruselige Alpentradition

Gruselige Alpentradition: Von Krampus, Perchten und Höllenfürsten

Nicht mehr lange und dann ist wieder Nikolaustag. Kinder freuen sich schon jetzt darauf ihre Stiefel rauszustellen und auf Geschenke zu warten. Doch nur die braven Kinder erhalten Geschenke, unartigen Kindern droht die Rute des Krampus‘. Erfahren Sie mehr.

Der Nikolaustag ist ein Feiertag, der in den meisten Regionen am 6. Dezember gefeiert wird. Dazu stellen Kinder traditionell am Abend zuvor ihre Schuhe raus, um vom Nikolaus Gaben zu erhalten. Während der Nikolaus nur die braven Kinder beschenkt, gibt es in vielen Teilen Europas auch die Sage, dass die unartigen von einer Gestalt namens Krampus bestraft werden.

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Perchten und Krampusse kann man zur Winterszeit im bayerisch-österreichischen Alpenraum in vielerlei Ausprägungen sehen und erleben. Sie sind furchterregend und nicht unbedingt schön anzusehen.

  • Grimmige Blicke, schreckliche Fratzen, beim Perchtenlauf in Villach wird einiges geboten © ViFaOs Tourismus/ Adrian Hipp
  • In vielen Alpenregionen ist der Brauch weit verbreitet © ViFaOs Tourismus/ Adrian Hipp
  • Während andere auf den Nikolaus warten, schlägt im Alpenland die Stunde der Höllenfürsten © Salzburg.at
  • Viele der handgemachten Masken erinnern an Teufel oder Orks © Wolfgang (CC-BY 2.0)
  • Figuren mit bluttriefenden Mäulern und langen Hörnern © Salzburg.at
  • Gruselige Gestalten begeistern zahlreiche Besucher sog. Kampus- und Perchtentreffen © Seiseralm.it
  • Blutrünstige Masken und Verkleidungen zeigen die Darsteller auf dem Perchtenlauf in Villach © ViFaOs Tourismus/ Adrian Hipp
  • Furchterregend und nicht schön anzusehen sind die Gestalten des Perchtenlaufs in Villach © ViFaOs Tourismus/ Carlo Brena
  • Krampusse haben einen Blick, der durch Mark und Bein dringt © Salzburg.at
  • Die handgefertigten Masken sind ein wahres Kunstwerk © ViFaOs Tourismus/ Carlo Brena
  • Die traditionellen Gewänder und Masken werden in aufwändiger Handarbeit hergestellt © ViFaOs Tourismus/ Adrian Hipp
  • Die Schreckensgestalten sind in den Alpengebieten von Bayern und Österreich, wie hier in Villach, weit verbreitet © ViFaOs Tourismus/ Adrian Hipp

Der Krampus ist eine Schreckgestalt in Begleitung des Heiligen Nikolaus des Adventsbrauchtums im Ostalpenraum, in Bayern, Österreich, Ungarn, Slowenien, Tschechien, Teilen des außeralpinen Norditalien und Teilen Kroatiens. Der Name leitet sich von mittelhochdeutsch Krampen „Kralle“ oder bairisch Krampn „etwas Lebloses, Vertrocknetes, Verblühtes oder Verdorrtes“ ab.

Krampuslauf

Schaurige Gestalten © Salzburger Burgen und Schlösser

„Tuifl“ mit langer Tradition

Bekannt ist der Krampus im deutschsprachigen Alpenraum vor allem als Nikolaus‘ Begleiter. Traditionell ziehen die Gestalten am Krampustag, dem 5. Dezember, durch die Straßen und treiben ihr Unwesen. In Südtirol sind sie vor allem als „Tuifl“ – sogenannte Teufel – bekannt. Das „Tuiflgwand“ besteht aus einem zotteligen Fell aus Ziegen-, Yaks- oder Wildschweinleder mit eingearbeitetem Pferdehaar behängt mit lauten Glocken und rasselnden Ketten und teilweise gruseligen Masken. Insgesamt kann das Kostüm der „Tuifl“ mit der schweren Holzmaske bis zu 15 Kilogramm wiegen. Die Gestalten sind sowohl faszinierend als auch furchteinflößend und sorgen für Gänsehaut bei Jung und Alt.

Wildes Treiben unterhalb des Schlern

Sobald die Sonne untergeht, ziehen zwei Tage später, am 7. Dezember 2013 rund 800 Krampusse durch die Straßen von Kastelruth. Bei diesem einzigartigen „Tuifl-Umzug“ führen sie Tänze auf, präsentieren kunstvoll geschnitzte Masken und laufen in beeindruckenden „Tuifl-Gwändern“ umher. Mit dem klangvollen Läuten der großen Glocken und Schellen sollen die Dämonen der Kälte, der langen Nächte, des Schnees und des Eises sowie kalte Winterstürme vertrieben werden, damit der Winter möglichst mild und kurz für die Bauern ist.

Verschmelzung der Traditionen: Krampus und Perchten

Perchtenlauf

Beim Perchtenlauf in Villach geht es gruselig zu © ViFaOs Tourismus/ Adrian Hipp

In vielen Regionen ist die Grenze zwischen dem traditionellen Krampusbrauchtum und dem Perchtenbrauchtum fließend geworden.

"Perchten" sind Schreckensgestalten, die in den Alpengebieten von Österreich und Bayern verbreitet sind. Perchten erscheinen einzeln und in verschieden großen Gruppen, speziell an drei bestimmten Winterabenden und -nächten, den „rauhen Nächten". In der Nacht vor Nikolaus (6. Dezember), zu Wintersonnwend (21. Dezember) und vor Dreikönig (6. Januar). Mit den mitgetragenen Glocken oder anderen Lärminstrumenten soll der Winter ausgetrieben werden.

Ob der Zauber auch außerhalb der Alpen wirkt, wird sich zeigen, doch ein eindrucksvolles Erlebnis ist es allemal, echte Tiroler Perchten in Aktion zu sehen. Die schaurigen Maskenläufer treten am ersten Adventswochenende auf dem Weihnachtsmarkt am Gustaf-Gründgens-Platz in Düsseldorf auf. Mit schweren Glocken und wahrhaft höllischem Lärm sind sie vom 29. November bis 1. Dezember 2013 in Düsseldorf zu sehen.

Quelle: Seiseralm.it /Salzburg.at
Fokusbild: Seiser Alm Marketing, Helmuth Rier
Text: Christina Jung