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Die Gletscher-Schmelze ist eine der Folgen des Klimawandels.

Klima: Folgen des Klimawandels

Es wird wärmer, Gletscher schmelzen, das Wetter spielt verrückt – die Folgen des Klimawandels für die Umwelt sind unübersehbar. Welche Auswirkungen auf die Erwärmung des Klimas zurückzuführen sind, lesen Sie hier.

Rund um den Globus häufen sich die Signale einer vom Menschen verursachten Klimaänderung:

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Die globale Erwärmung könnte auch schwerwiegende Auswirkungen auf die Verbreitung von Infektionskrankheiten wie Malaria, Dengue-Fieber und Cholera haben. Dürren und Überschwemmungen sind ideale Bedingungen zur Ausbreitung von Parasiten, Bakterien und Viren.

Die Klimaveränderung wird sich auf die Pflanzen- und Tierwelt auswirken. Über Jahrtausende entstandene Lebensgemeinschaften werden sich rasch anpassen müssen oder sterben aus.


Durch das Schmelzen der Eisberge wird der Lebensraum der Eisbären bedroht.

Der Klimawandel bedroht den Lebensraum der Eisbären.

Gletscherschmelze in den Bergen

Seit dem Gletscherhochstand von 1850 sind etwa 100 Gletscher in den Schweizer Alpen verschwunden. Die Alpengletscher verloren in den letzten 150 Jahren rund einen Drittel ihrer Fläche und die Hälfte ihres Volumens. Die Eiszunge des Engadiner Tschierva-Gletschers zum Beispiel hat in den letzten 150 Jahren um 1100 Meter abgenommen.

Gletscher bilden das grösste Süsswasserreservoir der Welt, nämlich rund 70 Prozent. Die Himalaja-Gletscher speisen die sieben grössten Flüsse Asiens und sind Wassergrundlage für über 2 Milliarden Bewohner - rund ein Drittel der Erdbevölkerung. Schmelzen die Gletscher, so werden Millionen von Menschen an Wassermangel leiden.

Bergsturz und Erdrutsch in den Bergen

Wo der gefrorene Untergrund im Alpenraum – der Permafrost – auftaut, wo sich die Gletscher zurückziehen, da bleiben riesige Schutthalden zurück. Als Folge der Klimaerwärmung fehlt dem Boden etwas, was ihn zusammenhält. Steine, Schutt und Geröll werden nicht mehr gebunden. Ausgelöst durch lang anhaltenden Regen oder Starkniederschläge rutschen Erd- und Felsmassen ab.

Eine schlammige Masse aus Gesteinsbrocken und Wasser rast ins Tal. Tausende Kubikmeter Material können so den Berg hinabdonnern und Siedlungen, Bauten und Strassen zerstören. Auch Bäche und Flüsse werden durch die Gesteinsmassen gestaut. Bricht ein solcher Damm, kommt es zu Flutwellen und Überschwemmungen.

In Zukunft muss in den alpinen Gebieten wegen der kontinuierlichen Klimaerwärmung mit einer höheren Intensität und Häufigkeit von solchen Rutschungen gerechnet werden.

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Eisschmelze in den Polargebieten

In der Antarktis wird vor allem die Möglichkeit eines Kollapses des westantarktischen Eisschildes im Verlaufe der nächsten Jahrhunderte diskutiert. Dies würde zu einem Anstieg des Meeresspiegels führen.

Das Eis der Arktis hingegen schwimmt im Meer und besteht aus einer bis zu 10 m dicken Packeisschicht. Das Schmelzen dieses Eises führt nicht zu einem Meeresspiegelanstieg, weil das Eisvolumen genau dem verdrängten Wasservolumen entspricht.

Die Arktis ist die Region auf der Welt, in der sich der Klimawandel als erstes sichtbar macht. Schon heute werden die Winter wärmer, der Frühling setzt früher ein und das Eis wird dünner. Kein Wunder, denn die arktische Lufttemperatur ist im letzten Jahrhundert um ganze 5 Grad Celsius angestiegen und das Packeis ist im Sommer nur noch halb so dick.

Mit dem Rückgang des Nordpoleises wird sich der «arktische Ozean» von einem weissen Reflektor in einen Wärmekollektor verwandeln. Noch werden rund 80 Prozent des Sonnenlichtes durch das Weiss des Eises in den Weltraum zurückgesandt. Bei entsprechendem Eisrückgang könnten dies in Zukunft nur noch 10 Prozent sein, respektive 90 Prozent Aufnahme der Sonnenenergie. Das würde die regionale Erwärmung verstärken, was zu einer drastischen ozeanischen und atmosphärischen Veränderung führen kann.

Die Polargebiete sind riesige Süsswasserspeicher. Schmilzt das Eis in den Polargebieten ab, so verändert sich auch der Salzgehalt des Meerwassers. Das hat Einfluss auf den warmen polwärts fliessenden Golfstrom, der sozusagen die «Zentralheizung» für Europa ist. Das kalte, salzreiche Meerwasser des Nordatlantik sinkt aufgrund seiner Dichte ab und schiebt es in der Tiefe in Richtung Äquator. In seinem Sog strömt warmes Wasser aus dem Süden nach, das sich dann ebenfalls abkühlt und absinkt.

Und den Eisbären schmilzt das Eis förmlich unter den Pfoten weg. Eisbären verbringen den Grossteil ihres Lebens auf dem Packeis. Hier jagen sie nach ihrer Beute, den Robben. Den Hauptteil ihrer jährlichen Futtermenge nehmen sie zwischen April und Mitte Juni zu sich. Während der Sommerzeit, wenn sich die Bären wegen der Eisschmelze vom Packeis auf das Festland zurückziehen, fasten sie manchmal monatelang.

Das lange Fasten kann ihre Gesundheit aber erheblich gefährden. Die Zeit, in welcher sich die Bären ihre grossen Energiereserven anfressen, wird durch die Klimaerwärmung immer kürzer. Wissenschaftler stellen fest, dass die Hauptursachen für das Sterben junger Eisbären das kleine Nahrungsangebot und die ungenügenden Fettreserven ihrer Mütter sind.


Die Korallenriffe werden durch den Wandel des Klimas bedroht.

Durch den Klimawandel verschwinden immer mehr Korallenriffe.

Probleme der Ozeane

Den Ozeanen kommt bei der Klimakontrolle eine Schlüsselrolle zu. Auch wenn wir das Gefühl haben, die Temperaturunterschiede zwischen der eisigen Kälte einer winterlichen Arktis und einer heissen Wüste im Sommer seien beträchtlich, so wären sie noch grösser ohne die massiven wärmespeichernden Wassermassen der Ozeane.

Die Ozeane absorbieren Wärme und geben diese stetig, aber sehr langsam wieder an die Umgebung ab. Das Oberflächenwasser nimmt die Wärme der Sonnenstrahlen auf und verteilt sie über Tausende von Kilometern via Oberflächen- und Unterwasserströmen über den Ozean.

Diese Wasserzirkulation ist extrem wichtig für das Klima auf den Kontinenten. Das gemässigte Klima hat Europa zum Beispiel dem Golfstrom zu verdanken. Die Meeresströmung wärmt sich im Golf von Mexiko auf, zirkuliert über den Atlantik und gibt die Wärme in Europa ab. Deshalb ist das nordwesteuropäische Klima viel milder als andernorts bei den selben Breitengraden.

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Die Ozeane haben einen entscheidenden Einfluss auf das Erdklima. Sie wirken als Kohlendioxid-Senker (CO2-Senker). Das heisst, dass sie mehr CO2 aufnehmen als sie wieder an die Atmosphäre abgeben. Dabei nimmt vor allem das Phytoplankton CO2 auf und wenn es abstirbt, sinkt es als organisches Material an den Meeresgrund und wird so der Atmosphäre entzogen. Ausserdem geben diese winzigen Meerespflanzen zu Lebzeiten Sauerstoff ab – und zwar rund die Hälfte dessen, was wir Menschen und alle an Land lebenden Tierarten einatmen.

Doch durch die fortschreitende Abgabe von CO2 in die Atmosphäre sinkt die Fähigkeit der Ozeane, als Puffer für das Erdklima zu dienen. Gäbe es die Ozeane nicht, dann wären die Auswirkungen des Klimawandels heute bereits viel stärker spürbar. Forscher glauben, dass der Treibhauseffekt neben der Erwärmung der Meere auch tropische Stürme und schwere Niederschläge zur Folge haben wird. Diese könnten die Erosion der Böden begünstigen.

Korallen-Problem und Versauerung der Meere

Äusserst sensibel reagieren Korallen auf die Erwärmung der Erdatmosphäre. Bereits bei einem geringfügigen Ansteigen der Wassertemperatur beginnen die Polypen ihre Symbionten abzustossen: die Korallenstöcke bleichen aus.

Das Korallenproblem ruft nicht nur Naturschützer auf den Plan, die sich um die einmalige Artenvielfalt sorgen: Korallen sind für viele Nationen ein wichtiger Küstenschutz und Wellenbrecher. Der Fischreichtum der Korallenriffe sichert zudem vielen Menschen der Südhalbkugel ein regelmässiges Einkommen.

Neueste Untersuchungen haben gezeigt, dass CO2 im Wasser chemisch aktiv ist und den pH-Wert senkt. Dies führt zu einer Versauerung der Meere. Der tiefe pH-Wert stellt Steinkorallen und Planktonorganismen wie Kalkalgen vor grosse Probleme: Er behindert die Skelettbildung und führt zudem dazu, dass sich bestehende Kalkskelette auflösen. Da Plankton am Anfang der Nahrungskette im Meer steht, könnte diese Entwicklung verheerende Folgen für das ganze Ökosystem im Meer haben.

Meeresspiegel-Anstieg

Der Meeresspiegel ist in den letzten hundert Jahren weltweit um 10 bis 25 Zentimeter gestiegen. Wissenschaftliche Klimamodelle zeigen, dass der Meeresspiegel bis zum Jahr 2100 noch einmal um 15 bis 95 Zentimeter ansteigen wird. Das ist zwei bis fünf Mal mehr als zwischen 1900 und 2000. Regionen unter einem Meter über Meeresspiegel - Bangladesch, Florida, Manila oder Kalkutta - werden überflutet.

Hochwasser

Ebenfalls prognostiziert die Wissenschaft aufgrund der Klimaerwärmung häufigere und ausgiebigere Starkniederschläge. Diese können an Flüssen und Seen Hochwasserkatastrophen auslösen, wie dies im August 2005 in der Schweiz geschah.

Die damalige Wettersituation – feuchtwarme Luftmassen aus dem Mittelmeerraum stiessen auf kühle Luft aus der Nordsee – löste Rekordmengen von Niederschlägen aus. Die Böden in den betroffenen Regionen waren bereits vorher nass und vermochten den zusätzlichen Regen kaum mehr aufzunehmen. Innerhalb weniger Stunden stiegen Flüsse und Seen auf bisher nie gemessene Pegel an und traten über die Ufer.

  • Im 20. Jahrhundert nahm die Durchschnittstemperatur weltweit um 0.4 bis 0.8 Grad Celsius, in der Schweiz sogar um 1.4 Grad Celsius zu.
  • Seit 1966 hat die Schneedecke in der Nordhemisphäre um 10 Prozent abgenommen.
  • Im 20. Jahrhundert haben sich die Gletscher weltweit zurückgebildet. Die Schweizer Gletscher haben zwischen 1864 und 2005 beinahe die Hälfte ihres Volumens verloren.
  • Im März 2006 war die Meeres-Eisdecke der Arktis so dünn wie nie zuvor. Innerhalb eines einzigen Jahres ist hier eine Eisfläche von der Grösse Italiens geschmolzen.
  • Im 20. Jahrhundert sind die Meeresspiegel weltweit um 10 bis 20 cm angestiegen. Die Messungen der NASA ergeben, dass der Meeresspiegel zwischen 1993 und 2005 um 3.6 cm gestiegen ist.
  • In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts haben schwere Wetterereignisse auf der Nordhalbkugel um 2 bis 4 Prozent zugenommen.
  • Hitzewellen wie El Niño wurden häufiger, intensiver und länger seit den 70er Jahren. In gewissen Regionen Asiens und Afrikas hat die Häufigkeit und Intensität von Dürren in den vergangenen Jahrzehnten zugenommen.
  • Quelle: WWF