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Mit «Entdecke den Wald» können Sie den Wald schützen.

Schützen Sie unseren Wald mit nachhaltigem Umgang

In Deutschland sind 31 Prozent der Landesfläche bewaldet. Die Waldgebiete, die Lebensräume und wichtige Erholungsgebiete zugleich sind, sollten nachhaltig behandelt werden. Wie und wieso wird in der kleinen Waldfibel «Entdecke den Wald» erklärt.

Der Wald: Grüne Lunge, ein in sich geschlossenes Ökosystem, Lebenselixier von Wildtieren, Erholungsgebiet für Menschen und Heimat von Pflanzen. Insgesamt 62’000 Kilometer Wege führen durch deutsche Wälder und sie bieten Lebensraum für 1’215 Pflanzenarten. 76 Baumarten wachsen in deutschen Wäldern, die Fichte ist der häufigste Baum (28 Prozent), gefolgt von Kiefer und Buche. Jedes Jahr werden 61 Millionen Kubikmeter Holz abgebaut und Bayern verfügt mit 2,6 Millionen Hektar über die größte Waldfläche. Die Bundesministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz Ilse Aigner erklärt in ihrem Vorwort zur Waldfibel, dass wir sorgsam mit dem Wald umgehen müssen. Schutz und Nutzung sollten im Einklang zueinander stehen. Sie macht auf das Prinzip der Nachhaltigkeit aufmerksam, das vor rund 300 Jahren von der deutschen Forstwirtschaft entwickelt wurde. Beim nachhaltigen Umgang mit unserem Wald ist jeder Waldbesucher gefragt. Wer mithelfen will, diesen wichtigen Lebensraum zu erhalten, muss Regeln beachten, damit Mensch, Tier und Natur im Einklang miteinander leben. Die kleine Waldfibel «Entdecke den Wald» informiert nicht nur umfangreich und detailliert über die Waldbewohner, sondern nennt die wichtigsten Waldregeln, die wie folgt lauten:

  1. Lassen Sie im Wald nichts liegen: Der kleinste Abfall kann für Tiere lebensgefährlich sein.
  2. Bleiben Sie im Wald auf den vorgegebenen Wegen: Sträucher, Bäume und Gräser gedeihen am besten fernab der Wege, wenn keiner sie zertrampelt.
  3. Hunde anleinen: Die Vierbeiner stoßen schnell auf die Fährten der Wildtiere und hetzen sie zu Tode.
  4. Leise sein: Damit Tiere nicht gestört und aufgescheucht werden.
  5. Rauchverbot beachten und kein Feuer entfachen: Schon ein Funke kann einen Waldbrand verursachen.
  6. Nahrung der Tiere: Nicht zu viele Beeren und Pilze pflücken. Sie sind Nahrungsquellen der Tiere.
  7. Der Wald ist Erholungsraum vieler: Nehmen Sie Rücksicht auf Reiter, Läufer und Radfahrer.
  8. Natur bewahren: Schon ein kleiner Ritz in der Rinde oder das Abknicken von Ästen können das Wachstum des Baumes schädigen.
  9. Hinweise auf Baumfällarbeiten beachten: Diese Bereiche großzügig umgehen. Sonst besteht Lebensgefahr.
  10. Augen auf im Wald: Unwegsames Gelände kann Gefahren verbergen.
  11. Helfen Sie mit, damit der Wald ein gesunder Lebens- und Erholungsraum bleibt.
Der Wald ist Lebensraum für Wildtiere.

Deutsche Wälder sind Lebensräume und Rückzugsorte für wilde Tiere. Foto: © usbfco - Fotolia.com

Der Wald sichert unsere Existenz

Der Wald ist einer der wichtigsten Naturgebiete der Erde. Weltweit nimmt das Waldwachstum in einem erschreckenden Tempo ab. Damit das Bewusstsein für die Grüne Lunge der Erde wieder in den Mittelpunkt der Menschheit tritt, hatten die Vereinten Nationen das Jahr 2011 zum Jahr der Wälder aufgerufen. Die nachhaltige Bewirtschaftung und auch die Bedeutung des Waldes bei der Bekämpfung der Armut spielen dabei entscheidende Rollen. Der Wald ist neben Lebensraum und Erholungsgebiet auch Rohstofflieferant und Klimaschützer. Vor 20 Jahren betrug der Anteil der Waldgebiete im Verhältnis zur gesamten Landfläche der Erde ein Viertel. Heute sind es nur noch ein Drittel, also etwa 3,9 Milliarden Hektar. Jedes Jahr werden auf der Südhalbkugel der Erde 12 bis 15 Millionen Hektar Wald gerodet. Die Gefahr, dass das ökologische Gleichgewicht aus dem Ruder läuft steigt von Jahr zu Jahr. Nachhaltigkeit hat ihre Ursprünge in der europäischen Forstwirtschaft (www.ecowoman.de berichtete im Nachhaltigkeitslexikon darüber). Im 18. Jahrhundert wurde darauf geachtet, dass nur so viel Holz abgebaut wurde wie im gleichen Zeitraum nachwachsen konnte. Eine langfristige Holzversorgung war damit sichergestellt. Die Ressourcen des Waldes sind vielfältig und für die Funktionsweise eines intakten Natursystems unerlässlich.

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Lebenswichtige Ressourcen

Holz ist als fossiler Brennstoff und Energieträger von großer Bedeutung und die Waldgebiete sind wichtig für den Wasserhaushalt. Ein Quadratmeter Waldboden speichert bis zu 200 Liter Wasser. Durch die Bodenbeschaffung und die Filterwirkung versorgt uns der Wald mit sauberem Grund- und somit Trinkwasser. Zudem speichern Waldböden hohe Mengen an Kohlenstoff und Stickstoff. Als wichtiges Element im Kreislauf klimarelevanter Spurengase sind sie unverzichtbar. Wer den Wald zerstört, gefährdet letztlich die Existenz der Erde. Jeder kann einen Beitrag leisten. Schon beim nächsten Waldspaziergang die Regeln beachten und der Wald ist Ihr Freund.

Die Waldfibel des Bundes heisst «Entdecke den Wald».

Die kleine Waldfibel «Entdecke den Wald» kann auf der Internetseite bmelv.de/waldfibel als kostenlose App und Broschüre bestellt werden.
Weitere Infos zum Thema auch unter wald2011.de.





 

Text: Ulrike Rensch