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Photovoltaik-Kosten deutlich reduziert durch neuen Bio-Werkstoff
Photovoltaik wird Bio

Sensationelle Erfindung: Bio-Solar-Zellen aus Samen und Altkleidern

Solarenergie ist umweltfreundlich, noch dazu kostenlos und die Preise für Solaranlagen sinken stetig. Einzig die eigentlichen Solarzellen benötigen High-Tech-Ausrüstungen wie eine auf Erdöl basierende, polymere Oberschicht. Das kann sich nun ändern, geht es nach der sensationellen Erfindung von BioSolar. Altkleider aus Baumwolle und Rhizinussamen ersetzen Polymere.

Die Photovoltaikindustrie tüftelt und tüftelt, um die Photovoltaik-Module effizienter und damit kostengünstiger zu machen. Einzig an den Materialkosten können die Hersteller kaum schrauben. Getüftelt hat auch ein US-amerikanisches Unternehmen, aber in eine ganz andere Richtung. BioSolar wollte die Kosten bei der Materialwahl kürzen und suchte nach einer Alternative für die Glas- und polymerbasierte Oberfläche. Das Ergebnis: Die Oberfläche eines stromerzeugenden Photovoltaik-Moduls wurde natürlich.

Nachhaltige Erfindung: Baumwolle und Rhizinussamen, natürlich und kostengünstig

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Nach Angaben von BioSolar reduzieren sich die Kosten für Photovoltaik-Module um bis zu 50 Prozent, werden sie mit der einfachen wie nachhaltigen, neuentwickelten Oberschicht bestückt. Während die Baumwoll-Fasern ein Stützgerüst für die Oberschicht der Photovoltaik-Module bilden, entsteht aus den Rhizinussamen ein Harz, um eine glatte und feste Oberfläche zu produzieren. Die Rhizinus-Pflanze, auch Wunderbaum genannt, lat. Ricinus communis, insbesondere deren Samen enthalten zwar höchst toxische Eiweißstrukturen, was im Endprodukt aber nichts ausmachen würde. Denn diese Toxine sitzen in der Schale, für die Produktion der neuen, revolutionären Photovoltaik-Module indes werde nur der Inhalt der Samen benötigt. Die Baumwollfaser werde nicht aus frischer Baumwolle hergestellt, sondern könne durchaus aus Altkleidern aus reiner Baumwolle hergestellt werden. Alles in allem nachhaltig.

„Das neue, sehr langlebige Material auf Naturbasis weißt die gleichen Eigenschaften wie Erdöl basierte Kunststoffoberflächen auf und kann in der Härte und in seiner Leistungsfähigkeit durchaus mit diesen mithalten“, heißt es von Seiten der Firma BioSolar. Erst kürzlich hat diese Neuerfindung eine Auszeichnung vom US-Department für Landwirtschaft erhalten und der erste kommerzielle Auftrag ist Anfang März beim Unternehmen eingegangen.

Ein weiterer, entscheidender Vorteil der neuen Oberfläche was die Leistungsfähigkeit eines Photovoltaik-Moduls angehe, so BioSolar-CEO Dr. David Lee, sei die bessere Wärmeleitfähigkeit. Besonders bei hohen Temperaturen sinke die Leistung einer Photovoltaik-Anlage. Das neue Bio-Material sorge indes für eine effektivere Wärmeabstrahlung, mache dadurch die Module leistungsfähiger.

Quellen: www.biosolar.com, Clean Technica, Text: Jürgen Rösemeier