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Nachhaltig Reisen: Öko-Angebote verändern Reisebranche

Die Menschen reisen bewusster und suchen vermehrt nach ökologisch einwandfreien und sozialverträglichen Reiseangeboten, kurzum, nach nachhaltigen Reisen. Daher haben sich viele, auch große Reiseunternehmen dieser verantwortungsbewussten Zielgruppe angenommen. Den Überblick zu behalten über die nachhaltigen Angebote ist aber nicht immer einfach.

Der Spiegel schreibt, dass sich die Reiseveranstalter mit umwelt- und sozialverträglichen, sprich nachhaltigen Reise-Angeboten und Programmen, überbieten. Sie sammeln und spenden für Klimaschutzorganisationen wie «atmosfair» oder «myclimate» oder, so wie bei TUI heißt das nachhaltige Angebot an Reisen dann «Grüne Welten». Andere wiederum schließen sich einem Verband namens «Futouris», welcher sich für mehr Nachhaltigkeit im Tourismus engagiert. Mittlerweile gibt es sogar Studien für Marketingstrategien zum Interesse der Urlauber an nachhaltigen reisen. Und der Trend zeigt ganz klar nach oben. Die Branche wächst zweistellig.

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Nachhaltig Reisen: Ein Dschungel aus Zertifikaten

Nachhaltigkeit ist in. Unternehmen engagieren sich und lassen sich zertifizieren. Viele Unternehmen bringen heute bereits einen Nachhaltigkeitsbericht heraus und auch in der Tourismusbranchen ist Nachhaltigkeit angekommen. Engagement ist Trumpf.

Insbesondere in kleines rotes Emblem soll den nachhaltigen Unterschied machen und, vergleichbar dem Grünen Punkt, soll den Unterschied ausmachen. «CSR Tourism Certified» sagt es und wird Vergeben von der Kontaktstelle für Umwelt und Entwicklung. Und, immerhin, 54, wenn auch meist kleinere Unternehmen sind bei verantwortungsvollen, nachhaltigen Reise-Angeboten mit von der Partie. Seit seiner Erscheinung prangt es wie rund ein Dutzend anderer Qualitäts- und Umweltsiegel auf Katalogen von Veranstaltern und an den Schaufenstern von Reisebüros. Nachhaltig Reisen ist einfach im Trend. Doch was die schmucken Zertifikate und Emblems wirklich bedeuten, selten wird es deutlich und nachfragen lohnt.

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Beim nachhaltig Reisen unsere Naturparks erleben und genießen. Foto: VDN/H. Both.

Nachhaltig Reisen im Trend, auch, weil Reiseindustrie von der heilen Welt lebt

Alles ist Sommer, Sonne, Sonnenschein und eine heile Welt ist der Betrachter bei dem Angebot der nachhaltig Reisen verführt zu sagen. Doch genauso wie bei vermeintlichen Bio-Siegeln auf Lebensmitteln sollte ein Zertifikat sicherlich hinterfragt werden, um das nachhaltige an dem Reise-Angebot der mehr oder weniger großen Reiseveranstalter auch wirklich zu beurteilen.

Bestes, nachhaltiges Beispiel, das Forum Anders Reisen. Hier haben sich 139 nachhaltig arbeitende, kleinere Reise-Veranstalter zusammengeschlossen und legten im vergangenen Jahr um satte elf Prozent bei den Buchungen zu. Ein Vergleich: Die gesamte Reisebranche erzielte laut Fachzeitschrift FVW nur ein Plus von 1,2 Prozent.

Doch, auch die Branchen-Riesen sind beim Nachhaltigreisen - ein Beispiel aus Teneriffa - mit von der Partie. «Urlaub und Umwelt gehören untrennbar zusammen», sagt beispielsweise Thomas-Cook-Chef Peter Fankhauser. «Das erste Bedürfnis der Menschen ist zu reisen, das zweite der Wunsch, dabei eine intakte Umwelt zu erleben.» Zu bemängeln allerdings, wie bei den unterschiedlichen Zertifikaten allerdings ist, dass die Begriffsdefinition von nachhaltig Reisen oft recht schwammig. An eine Definition wagt sich Johannes Reißland vom Forum Anders Reisen und definiert: «Nachhaltig sind Reisen, die ökologisch tragbar, wirtschaftlich fair und sozial verträglich sind.» Ganz gemäß der Drei Säulen der Nachhaltigkeit, also.

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Nachhaltig reisen heißt auch, kleinste Details und Wunder der Natur zu entdecken. Foto: VDN/U. Brühl.

Nachhaltigreisen ist im Trend und das ist gut so

Zuhause trennt nahezu jeder den Müll. Es werden Häuser nachhaltig saniert, nachhaltig und so effizient wie möglich gebaut, dass wenig Energie verbraucht wird. Das schützt unser Klima und die Umwelt genauso wie die Pläne der Klimakanzlerin Angela Merkel, die das engagierte Ziel gesetzt hat, dass bis 2020 eine Million Elektrofahrzeuge unsere Straßen befahren. Und im Urlaub?

Es kann nicht sein, dass wir den Umweltschutz oder den fairen Handel proklamieren, aber die Nachhaltigkeit beim Reisen zu kurz kommt. Daher sollte jeder Urlauber danach fragen, inwieweit das Urlaubsziel, die Anreise und die sozio-ökonomischen Bedingungen vor Ort den Prinzipien des Nachhaltig-Reisens entsprechen. Dann haben Unternehmen vielleicht nicht nur einen grünen Anstrich, sondern sorgen wirklich für das nachhaltige Reisen. Auf Nummer sicher geht der nachhaltig denkende Urlauber bei den Angeboten des Forum Anders Reisen.


Quellen: www.spiegel.de, Trendscope, Text: Jürgen Rösemeier