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Hauskauf: Energieausweis vorzeigen lassen sonst geht Geld verloren

Die Bundesregierung hat die Energiewende beschlossen. Dies wird zweifelsohne den Trend hin zu energiesparenden Immobilien forcieren. Denn 40 Prozent des Gesamtenergieverbrauchs gehen von Gebäuden aus, 87 Prozent der Energiekosten werden alleine für das Heizen aufgewendet. Der Energieausweis gibt Sicherheit.

Energieausweis: Seit 2008 gilt die Ausweispflicht.

Energieausweis: Seit 2008 gilt die Ausweispflicht für Alt- und Neubauten.

Zu Recht, denn Wohnungen und Häuser mit einer guten Energiebilanz schützen die Eigentümer und Mieter vor steigenden Nebenkosten. Diese positive Bilanz wird auf dem Energieausweis aufgezeigt. Zudem bieten sie meist einen überdurchschnittlich hohen Wohnkomfort, da sie in den letzten Jahren gebaut oder aber saniert wurden. Wärmedämmung, moderne Heiztechnik oder isoliertes Dach sind nur ein paar der wichtigsten Variablen, die dem Käufer oder Mieter spätere Kosten reduzieren. Wie effizient diese Maßnahmen waren, zeigt nicht zuletzt der Energieausweis oder Energiepass. Nicht umsonst, auf das Mietshaus bezogen, werden die teils hohen Nebenkosten auch als «2. Miete» bezeichnet.

Mieten oder kaufen: Immer den Energieausweis zeigen lassen

Die Deutsche Energie-Agentur GmbH, kurz dena, rät deshalb allen, die auf der Suche nach einem neuen Zuhause sind, sich vor dem Abschluss eines Kauf- oder Mietvertrags den bedarfsbasierten Energieausweis beziehungsweise Energiepass zeigen zu lassen. Denn der Energieausweis gibt genaue Auskunft über die Energieeffizienz und schützt damit vor versteckten Kosten. «Zukünftige Hausbesitzer sollten einen genauen Blick auf den energetischen Zustand des Hauses werfen. Immerhin verbrauchen deutsche Haushalte die meiste Energie für die Heizung: Rund 87 Prozent der von Haushalten insgesamt benötigten Endenergie entfallen auf die Erzeugung von Wärme», betont Christian Stolte, Bereichsleiter der dena. Schlecht gedämmte Wände und Dächer sowie alte Fenster können dann schnell zu hohen Energiekosten führen. Und die Aussage vom Vorbesitzer oder Vermieter «Ach, hier haben Sie keine hohen Heizkosten!» wird später nicht mehr zum Reinfall.

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Energieausweis gibt klaren Überblick

Der Energieausweis, genauer, der ausstellende Fachmann, nimmt ein Gebäude exakt unter die Lupe. Der Energieausweis oder Energiepass bewertet den Zustand von Wänden und deren Isolierung, von Fenstern und deren Dichtheit, vom Dach und seiner Dämmung und beurteilt den Verbrauch der Heizung. Das Herzstück des Energieausweises ist eine Farbskala von grün bis rot. Diese Skala gibt an, wie viel Energie in diesem Gebäude im Durchschnitt für Heizung und Warmwasser benötigt wird. Liegt der angezeigte Wert des Gebäudes im grünen Farbbereich, so verbraucht das Haus wenig Energie für die Wärmeerzeugung für Heizung und Warmwasser.. Liegt der Wert dagegen im roten Bereich, werden die Energiekosten bei durchschnittlichem Heizverhalten hoch ausfallen. Die hohen Verbrauchskosten belasten das Budget und sind umweltschädlich.

Modernisierungs-Empfehlungen für den Hauskäufer

Für Käufer von Immobilien ist neben der Farbskala der Blick in die Modernisierungsempfehlungen im Energieausweis besonders wichtig. Diese individuellen Maßnahmen zeigen, wie hoch der Bedarf zu sanieren ist. Gleichzeitig geben die empfohlenen Maßnahmen einen Überblick darüber, welche Kosten eventuell in den nächsten Jahren auf den neuen Besitzer zukommen. Bei einem Neubau oder einem energetisch sanierten Gebäude gibt es indes keine Empfehlungen.


Der Energieausweis zeigt Energie-Verbrauch oder Zustand des Hauses.

Der Energieausweis zeigt Energie-Verbrauch oder Zustand der Heiztechnik oder Isolierung. (Zum Vergrössern auf das Bild klicken.) Quelle:dena

Den Energieausweis gibt es in zwei unterschiedlichen Varianten, als Verbrauchsausweis oder bedarfsorientierten Energieausweis. Der Verbrauchsausweis basiert auf dem Energieverbrauch der Vorbewohner und zwar aus den letzten drei Jahren. Diese Verbrauchswerte werden auf Basis der Heizkosten-Abrechnungen bestimmt. Bei der Ausstellung eines Bedarfsausweis nimmt der Fachmann dagegen die baulichen Bestandteile eines Gebäudes genau unter die Lupe. «Die dena empfiehlt bedarfsbasierten Energieausweis für Wohngebäude. Dieser Ausweis analysiert den Zustand des Hauses und nicht das Verhalten der Bewohner wie der Verbrauchsausweis. Ob jemand viel oder wenig heizt, spielt beim Bedarfsausweis keine Rolle», so dena-Experte Stolte. Ist noch dazu ein dena-Gütesiegel drauf, welches nicht jeder Energieausweis hat, können sich Eigentümer auf die Qualität des Energieausweises verlassen. Gleichzeitig halten sie ein aussagekräftiges Dokument in den Händen, welches viele nützliche Informationen über den energetischen Zustand des Gebäudes und seine mögliche Verbesserung enthält. Das verschafft nicht nur einen Kostenüberblick für die zu erwartenden Energiekosten, sondern auch über die Sanierungsmaßnahmen.

Quelle: Deutsche Energie-Agentur GmbH

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Fakten zum Energieausweis

  • Seit 2008 besteht in Deutschland eine Pflicht für den Energieausweis
  • Der Energieausweis ist für Wohnhäuser konzipiert.
  • Eigentümer, die vermieten möchten, gleich ob Haus oder Wohnung, diese verkaufen oder verpachten möchten, müssen Interessenten einen Energieausweis vorlegen.
  • Gebäudeeigentümer haben die Wahl zwischen einem Bedarfs und einem verbrauchsbasierten Energieausweis.
  • Pflicht ist ein Bedarfsausweis allerdings bei Neubauten und Bestandsgebäuden mit weniger als fünf Wohnungen, für die der Bauantrag vor dem 1. November 1977 gestellt wurde.
  • Wurde aber beim Bau selbst oder durch eine spätere Modernisierung bzw. Sanierung mindestens das Wärmeschutzniveau der ersten Wärmeschutzverordnung aus dem Jahre 1977 erreicht, dann darf auch ein Verbrauchsausweis ausgestellt werden.
  • Den Energieausweis gibt es auch bei Nichtwohngebäuden.

Energieausweis & Sanierung

Unter Zukunft-Haus.info sind weitere Informationen zum Energieausweis zu finden und auch Tipps zu dem Thema «Energieausweis und Sanierung».

Einen Förderrechner für erneuerbare Energien – im bestehenden Haus oder Neubau - finden Sie auch auf der Seite der dena unter Zukunft-Haus.info.

Quelle: dena, Text: Jürgen Rösemeier