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Nachhaltige Architektur: Lösung für hohe Mietkosten und Wohnraummangel

Die Lösung gegen steigende Mieten und fehlenden Wohnraum vorhanden

Schon längst haben Mieterschutzorganisationen Alarm geschlagen, ob explodierender Mietkosten, Luxussanierungen, fehlendem Wohnraum oder der Reduzierung von Mieterrechten. Besonders alte Menschen, Familien, selbst Normalverdiener können sich kaum noch eine Wohnung in unseren Städten leisten. Dabei wäre eine Lösung für einen Teil der Menschen vorhanden.

Sollte die Bundesregierung nicht gegensteuern, so droht aufgrund des steigenden Wohnungsmangels bald „neuer sozialer Sprengstoff“, betont der Verbandspräsident des Deutschen Mieterbundes, Franz-Georg Rips. Denn die drastisch steigenden Mietkosten – ein Städter zahlt heute 30 bis 45 Prozent seines Einkommens nur für die Miete - sind für viele Menschen heute bereits eine ernste Existenzbedrohung. Zudem fehlen nach Schätzungen des Verbands heute schon etwa 250.000 Mietwohnungen, Tendenz steigend. Eine Tatsache, die zusätzlich die Mietpreise in die Höhe treibt. „Wir benötigen mindestens 150.000 neue Mietwohnungen pro Jahr, alleine 40.000 Sozialwohnungen“, Rips weiter. Jedoch werden aktuell nur 65.000 bis 70.000 jährlich gebaut. Mit ein Hauptgrund: Das fehlende Geld in den Kassen der Kommunen.

Maximale Platzausbeute mit günstigen Modulhäusern

Ein preisgekrönter Entwurf des US-amerikanischen Architekturbüros in situ studio, Spezialisten für zeitgemäße, nachhaltige Architektur, wollte die Lösung der Wohnungsnot in den USA mit preisgünstigen Häusern in Modulbauweise entgegentreten. Gerade in den USA gibt es noch viele klassische alleegleiche Straßen mit überdimensionierten Vorgärten, die sich auch bei uns vielerorts noch finden. Auch eine Möglichkeit: ungenutzte Dächer von großen Gebäuden. Diese kleinen Grundstücksflächen könnten mit den in der Größe variablen Bauten besetzt werden, die noch dazu für jedermann erschwinglich sind. Aber auch andere, brachliegende oder nicht genutzte gewerbliche oder städtische Flächen könnten mit den lediglich 28 bis 75 Quadratmeter Grundfläche messenden Modulhäusern nachhaltig für neuen Wohnraum sorgen. Nebenbei: Auch der geringe Materialverbrauch für die kleinen Baukastenhäuser wäre nachhaltig, weil äußerst gering.

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Jeder würde profitieren, denn: Die Gebäude wären mit umgerechneten 22.600 Euro vergleichsweise billig auch für Privatleute zu kaufen. Würde ein Kapitalanleger oder Gemeinden diese kaufen und vermieten, dann könnten extrem günstige Mieten nicht nur Sozialschwache massiv und nachhaltig entlasten. Und damit wieder die kommunalen Kassen. Auch die Stromerzeugung wäre mit Photovoltaik auf dem Dach inklusive. Wem das Grundmodell mit Bad, Schlafzimmer, wohnlich nutzbarem Wintergarten, Küche Wohnzimmer und überdachter Terrasse zu klein ist, könnte laut dem Entwurf von in situ studio zusätzliche Module hinzu kaufen, deren Preis bei umgerechnet 2.500 Euro beginnt. Jedes hat eine Größe von knapp 10 Quadratmeter.

Eine Lösung, würde es ernsthaft Interessierte geben, für Mietpreiserhöhungen, Wohnungsknappheit, lange Bauzeiten und –Kosten (die Modulen würden vorgefertigt angeliefert), Baumängel, steigende Stromkosten, fehlenden studentischen Wohnraum,… Für viele wäre sogar der Erwerb eines kleinen, aber feinen Eigenheims selbst in urbanem Umfeld kein Ding der Unmöglichkeit mehr. Vielleicht wäre der Grundpreis der Module beziehungsweise eines Standardhäuschens in Deutschland aufgrund höherer Lohnkosten etwas höher, und damit auch die Miete, doch sicherlich leistbar für viele Menschen. Nebenbei würden soziale Brennpunkte vermieden.

Nachhaltige Architektur kann so einfach sein. Der Entwurf geht aus einem Wettbewerb des Building Trust International heraus. Die Aufgabe war, Entwürfe abzugeben für eine innovative wie kostengünstige Lösung von Wohnraummangel in Raleigh, USA, der Partnerstadt von Rostock. in situ studio bekam für ihren Entwurf eine Auszeichnung.

Quelle und alle Bilder: in situ studio, Text Jürgen Rösemeier

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