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IKEA setzt auf Better Cotton zum Wohle aller

Baumwolle ist nach wie vor der beliebteste Rohstoff in der Textilindustrie. Doch die Anbaumethoden sind überwiegend noch von hoher Wasserverschwendung und massivem Pestizideinsatz geprägt. IKEA möchte, auch als Mitinitiator der «Better Cotton»-Initiative, vermehrt auf einen nachhaltigen Baumwollanbau setzen. Das Ergebnis: Alle profitieren davon.

Baumwolle hat hervorragende Komforteigenschaften. Sie ist weich und atmungsaktiv, zudem noch ein nachwachsender Rohstoff. Kein Wunder, dass die Menschheit schon seit 5.000 Jahren Baumwolle als Rohstoff für die Herstellung benutzt. Nur: Der konventionelle Baumwollanbau ist chemieabhängig – Baumwolle ist eine der chemieabhängigsten Pflanzen der Welt – und seine Produktion verschlingt im ungüngstigsten Fall 27.000 Liter Wasser. Pro Kilo Baumwolle. Indes haben es die Bauern verlernt, natürlichen Pflanzenschutz und Dünger einzusetzen. Hier setzt IKEA an und forciert ein Bildungsprogramm für die Bauern, um den Baumwollanbau nachhaltig zu wandeln.

Nachhaltiger Baumwollanbau: Der Erfolg gibt IKEA recht

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Als Großabnehmer insbesondere indischer und pakistanischer Baumwolle kann IKEA viel Einfluss auf die Anbauweise nehmen. Bei einem Bedarf von derzeit jährlich 205.000 Tonnen Baumwolle und als nachhaltig denkendes Unternehmen hat IKEA sich vorgenommen, den Anbau in großem Stil zu verbessern.

Und das Ergebnis gibt IKEA Recht. So wurde der Wasser- und Pestizidverbrauch um 50 Prozent gesenkt und gleichzeitig stieg der Verdienst der Bauern um 40 Prozent. Für heute 80.000 Bauern, die 150.000 Tonnen Baumwolle anbauen, auch für den freien Markt. 2011 stellte IKEA bereits 23,8 Prozent seiner Produkte aus nachhaltiger Baumwolle her (2010: 13,4 %).

Nachhaltige Baumwoll-Produktion: Schulungen, alte und neue Methoden helfen

Die ohne Schulbildung aufgewachsenen Kleinbauern haben heute Dank IKEA und der Better Cotton-Initiative mehr Geld. Foto: Ikea.com

Jeder Bauer bekommt erklärt, warum er auf den nachhaltigen Anbau setzen sollte. Eigens hierfür geschulte Menschen bringen den Menschen vor Ort bei, was sie besser machen können, wie sie Wasser und Chemie sparen. Die Tröpfchenbewässerung ist eines der Hauptmerkmale bei der Einsparung von Wasser. Gleichzeitig verringert dies den Unkrautwuchs, damit den Pestizid-Einsatz, weil die Erde nur punktuell bewässert wird. Auch das Wiedervermitteln alter Techniken ist im Lehrplan enthalten. Die Baumwoll-Bauern erlernen wieder die Herstellung von Kompost und nutzen wieder den Dung ihrer Zuchttiere. Auf teuren, chemischen Dünger kann so verzichtet werden und der Ertrag steigt.

Nachhaltiger Baumwollanbau: Auch eine Frage der Gesundheit und Bildung

Bettwäsche aus der Ikea Better Cotton Collektion. Foto: ikea.com

Kopfschmerzen, Übelkeit oder Hautauschläge sind heute die gängigsten Krankheiten bei Familien, die konventionelle Baumwolle anbauen. Jene Bauern, die auf den nachhaltigen Anbau zählen, sind erstaunt, wie schnell ihre Krankheitssymtome abklingen und völlig verschwinden.

Die zumeist ohne Schulbildung aufgewachsenen Kleinbauern haben heute Dank IKEA und der Better Cotton-Initiative mehr Geld. Viele können es sich hierdurch leisten, heute ihre Kinder oder Enkel zu Schule zu schicken. Das ist für konventionell anbauende Baumwollbauern in der Regel nicht möglich.

Fakten und Informationen zu IKEA und Better Cotton

IKEA ist Gründungsmitglied der Better Cotton Initiative, BCI, und Partner des WWF.

Better Cotton setzt vor allem auf Bildung und Aufklärung.

Mit 205.000 to Baumwolle verarbeitet IKEA nur 0,8 % des jährlichen Verbrauchs.

Lediglich 1 % Baumwolle wird ökologisch angebaut.

Eta 300 Mio. Menschen leben in 80 Ländern vom Baumwollanbau

In nur einem Jahr steigerte IKEA den Anteil an nachhaltig produzierte Baumwolle von 13,4 auf 23,8 %.

In Serien wie DVALA wird 15 % weniger Baumwolle bei gleicher Haptik verwebt.

50 % Wasser-, 50 % Chemieeinsparungen bei 40 % mehr Verdienst spricht für IKEAs Einsatz.

Quelle: IKEA.

Text: Jürgen Rösemeier