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Der Dino der Meere

Ein lebendes Fossil, das lange Zeit als ausgestorben galt, beweist unerwartete Wandlungsfähigkeit, in dem es sich an nahezu alle Umweltbedingungen anpassen kann. Genetische Auswertungen zeigten jetzt, dass die mehr als 400 Millionen Jahre alte Art eine zwar langsame, aber nachweisbare evolutionäre Entwicklung erlebt.

Quastenflosser

Ein Quastenflosser (Latimeria chalumnae), fotografiert während eines JAGO-Tauchgangs. Foto © Jürgen Schauer, GEOMAR

Ein lebendes Fossil erstaunte 1938 die Fachwelt: Der Quastenflosser, bis dahin nur aus Versteinerungen bekannt, lebt! Von der südafrikanischen Biologin Marjorie Courtenay-Latimer entdeckte, freut er sich seither großer Beliebtheit und Forschungen.
„Bisherige genetische Studien waren darauf ausgerichtet, Verwandtschaftsverhältnisse von Quastenflossern zu Lungenfischen und Landwirbeltieren aufzudecken“, erklärt Dr. Kathrin Lampert, Biologin an der Ruhr-Universität Bochum. „Es wurde davon ausgegangen, dass sich die bekannten Populationen vor der Küste Süd- und Ostafrikas seit Jahrtausenden nicht mehr weiterentwickelt haben.“ Um die genetische Vielfalt der Quastenflosser genauer zu untersuchen, sammelten die Biologen an verschiedenen Orten Gewebeproben von möglichst vielen lebenden und toten Exemplaren.

Die Schuppen der bis zu 1,80 Meter langen altertümlichen Fische lösen sich sehr leicht aus ihren Hauttaschen und wachsen wieder nach. Schon geringe Mengen reichten aus, um daraus DNA für die genetischen Untersuchungen zu isolieren. Die Forscher vermuten, dass die ostafrikanischen Quastenflosser ursprünglich von den Komoren kamen, wo auch heute noch die größte bekannte Population lebt. „Es haben sich dort aber zwei genetisch unterscheidbare Gruppen gebildet. So konnten wir zeigen, dass sich Quastenflosser trotz ihrer langsamen Evolutionsrate immer noch weiterentwickeln“, erklärt Lampert. „Wir vermuten auch, dass er sich sogar potenziell an neue Umweltbedingungen anpassen könnte.“

Quelle: Geomar / Text: Christina Jung

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