Profit über Moral. So beschreibt die aktuelle Oxfam-Studie das Verhalten von Großkonzernen Fotot: Jupiterimages ©Getty Images

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Landgrabbing

Coca-Cola und PepsiCo tolerieren Zuckerkonflikt

Namhafte Getränkehersteller und Lebensmittelkonzerne verschließen die Augen, wenn es um Landgrabbing geht. Doch gerade beim Zuckerhandel ignorieren Investoren die Rechte und Bedürfnisse ländlicher Bevölkerungsgruppen. Coca-Cola und PepsiCo sehen weg!

Die neue Oxfam-Studie „Sugar Rush“ kam zu dem Ergebnis, dass namhafte Getränkehersteller nicht genug tun, um Landgrabbing seitens ihrer Zulieferbetriebe zu stoppen. Die Zulieferer von Coca-Cola, PepsiCo und Associated British Foods sind laut Studie in mehrere Fälle von Landgrabbing und Landkonflikten verwickelt.

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„Beim Anbau von Zuckerrohr kommt es vielfach zu Landkonflikten. Coca-Cola, PepsiCo und Associated British Food müssen sicherstellen, dass für den Zucker, den ihre Lieferanten produzieren, Menschen in armen Ländern nicht um ihre Acker- oder Waldflächen gebracht werden“, fordert Oxfams Agrarexpertin Marita Wiggerthale. Bereits heute werden – vor allem in Entwicklungsländern – 31 Millionen Hektar (eine Fläche so groß wie Italien) für den Zuckeranbau genutzt.

Perspektivlosigkeit durch Landgrabbing ©iStock

Perspektivlosigkeit durch Landgrabbing ©iStock

Im brasilianischen Bundesstaat Mato Grosso do Sul beispielsweise hat sich der Zuckeranbau stark ausgeweitet, von 160.000 Hektar in 2007 auf 570.000 Hektar in 2012. Hier kämpfen indigene Gemeinschaften gegen die Landnahme durch die Betreiber von Zuckerplantagen, die eine Zuckermühle des Unternehmens Bunge beliefern. Coca-Cola kauft Zucker von Bunge, behauptet allerdings, den Zucker nicht von dieser Mühle zu beziehen.

Oxfam fordert Coca-Cola, PepsiCo und Associated British Foods auf, sich zu einer Null-Toleranz-Politik gegen Landgrabbing zu verpflichtenSie sollten überprüfen und veröffentlichen, wie sich die Geschäftspraktiken ihrer Zulieferer auf die Landrechte von Gemeinden auswirken und sich dafür einsetzen, dass die Ernährungsindustrie und die Regierungen bestehende Landrechte der lokalen Bevölkerung respektieren und schützen.

Quelle: Oxfam / Text: Christina Jung