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Hundekotbeutel als Umweltproblem
Recycling Hundekotbeutel

Hundekotbeutel: Gibt es umweltfreundliche Alternativen?

Bis zu 16 Millionen Hundehaufen landen in Deutschland täglich auf der Straße. Zündstoff für ein viel diskutiertes Umweltproblem. In Plastik eintüten, in die Landschaft werfen oder einfach Liegenlassen ist keine Lösung. Doch welche umweltfreundlichen Alternativen gibt es für Hundehalter?

Die Probleme mit Hundekot in Städten und Gemeinden "häufen" sich. Unabhängig vom öffentlichen Ärgernis über liegen gebliebenes stellt auch die Verwendung von Hundekotbeuteln ein immenses Umweltproblem dar. Jedes Jahr werden circa 250.000.000 allein von Kommunen kostenlos bereitgestellt. Nahezu alle bestehen aus herkömmlichem Plastik und sind nicht abbaubar. Nun sind Hundehalter per se keine Umweltverschmutzer und greifen gerne zu "kompostierbaren" Alternativen, um sie dann ruhigen Gewissens im Gebüsch verschwinden zu lassen. 

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Die Sache mit dem "Bio"

Hund in der Natur

Längst tummeln sich auf dem Markt Hundekotbeutel Alternativen mit der Bezeichnung "biologisch abbaubar" oder "kompostierbar". Diese Begriffe erwecken fälschlicherweise den Eindruck, dass die Tütchen in freier Natur, auf dem Kompost oder in der Biotonne entsorgt werden können und damit ökologisch einwandfrei sind. Fakt ist, die Bezeichnung "Bio" ist nicht exakt definiert und steht lediglich für verschiedene Produkteigenschaften. Kunststoff Hundekotbeutel können daher biobasiert aus nachwachsenden Rohstoffen wie Mais, Zuckerrohr oder Weizen hergestellt worden sein oder es wurden bioabbaubare Kunststoffe verwendet. Beide Varianten dürfen jedoch nicht in die Biotonne, denn auch Biokunststoffe enthalten diverse Zusätze, die die Umwelt belasten. Selbst Hundekotbeutel aus Biomasse zerfallen in dem kurzen Kompostierungs- und Gärungsprozess der Verwertungsanlagen nicht in unbedenkliche Bestandteile. Viel schlimmer noch - das Endergebnis wäre Mikroplastik, das in vermeintlich sauberem Kompost wieder auf Äckern und Gemüsebeeten landet. 

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Die Vorstellung von Hundekot als Dünger

"Bio" - Hundekotbeutel sind demnach alles andere als umweltfreundlich. Weder auf dem heimischen Kompost noch in der Kompostierungsanlage verrotten sie vollständig zu wertvollem Humus. Da sie außerdem von normalem Plastikmüll nicht zu unterscheiden sind und letztlich alle Arten von Plastik den natürlichen Kompostierungsprozess verunreinigen können, müssen sie, häufig händisch und kostenintensiv, aussortiert werden. Gleiches gilt für die Kunststoffverwertung über den gelben Sack. Kompostierbare Hundekotbeutel und konventioneller Kunststoff mischen sich darin. Über die Wasch- und Aufbereitungsvorgängen der Kunststoffrecyclinganlagen gelangen dann aber ausgespülte, unbrauchbare Substanzen aus den kompostierbaren Alternativen in das recycelte Material und mindern die Qualität. Nicht zuletzt bleibt die Frage offen, ob wir uns daran gewöhnen könnten, dass Blumenerde oder Biodünger für Gemüse zukünftig auch mit Unmengen Hundefäkalien angereichert ist. 

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Welche Hundekotbeutel belasten am wenigsten die Umwelt?

Frau mit Hundekotbeutel

Eine ultimativ umweltfreundliche Alternative gibt es derzeit nicht. Empfohlen werden Kunststoffbeutel aus recyceltem Kunststoff, wie beispielsweise die von pooplino. Sie erfüllen die spezifischen Anforderungen für Hundehalter und die Wiederverwertung von bereits gebrauchtem Kunststoff schont fossile Ressourcen. Entsorgt werden sie in der Restmülltonne, worüber sie in die Müllverbrennung gelangen und dort noch einmal Energie spenden. Ganz auf Plastik verzichten lässt sich mit Papier. "The PooPick" oder die "Kot-Boy-Tüten" bestehen zu 100 Prozent Altpapier. Die Hinterlassenschaften der Hunde lassen sich mit einem einfachen Schaufelsystem oder Pappschabern einfach und sauber aufnehmen. Die Verwendung von Recyclingpapier schont zwar die Umwelt, allerdings müssen auch diese Alternativen aufgrund ihrer schmutzigen und nicht verwertbaren Inhalte in die Restmülltonne.  

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Quelle: Arne Krämer (www.docplayer.org), www.urban.dog, Bilder: Depositphotos/damedeeso, Amaviael, Ksuksann, Kzenon, Text: Tine Esser