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Zu viel Salz in Lebensmitteln: Erfindung Soda-Lo kann dies reduzieren
Ungesundes Salz

Preisgekrönte Erfindung kann Salzgehalt in Lebensmitteln verringern

Es ist in der Wurst, dem Käse, in Brot oder Fertiggerichten. Und dies in nicht unbedenklichen Mengen. Salz, einst ein Luxusgut und ein unerlässliches Konservierungsmittel, ist heute ein essentieller Bestandteil in Lebensmitteln. Selbst in jenen, in denen man es nicht vermutet. Eine preisgekrönte Erfindung kann den ungesunden Salzgehalt nun drastisch senken.

Salz ist heute aus der Lebensmittelindustrie kaum mehr wegzudenken. So finden sich beispielsweise zwei Gramm in der Fertigpizza oder gar fünf Gramm in der Salami, wohlgemerkt auf 100 Gramm. Selbst ein Vollkornbrötchen beinhaltet durchschnittlich ein Gramm Salz und auch in den knusprigen Frühstücksflocken oder in Keksen ist ein hoher Salzgehalt zu finden. Wir nehmen einfach zu viel Salz zu uns, sei es aus Gewohnheit, oder eben weil man in der heimischen Küche auf Fertig- und Convenience-Produkte setzt. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung rät, dass die tägliche Zufuhr nicht über sechs Gramm liegen sollte, der Durchschnitt liege jedoch bei über acht Gramm. Zwar gibt es viele Alternativen  – auch für die Industrie –, Stichwort Gewürze, doch diese werden selten ausgeschöpft. Auch weil Salz einfach billiger ist.

Eine Erfindung des Tochterunternehmens der Universität von Nottingham, Eminate Ltd., kann dem nun Abhilfe schaffen. Das bereits 2012 mit mehreren Preisen prämierte Soda-Lo (eingetragene Trade Mark), unter anderem als die beste gesündeste Lebensmittelzutat des Jahres, kann beispielsweise den Salzgehalt in Brot um bis zu 50 Prozent reduzieren. Gleiches gelte für viele weitere Lebensmittel, salzige Knabbereien inklusive.

Der Clou dieser Erfindung: Die kristalline Struktur  des Salzes wird dahingehend verändert, dass die Oberfläche pro Menge Salz vergrößert wird. Kleinere Salzkristalle liefern letztlich mehr Geschmack und die benötigte Menge kann durch diese Erfindung erheblich reduziert werden.

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Salz macht krank

Die Folgen von zu hoher Salzzufuhr über die tägliche Ernährung sind hinlänglich bekannt, Bluthochdruck und eine schleichende Herzerkrankung können die Folge sein. Geht man von einer bisherigen Tagesmenge von acht Gramm Salz in den täglich verspeisten Lebensmitteln aus, dann könnte diese englische Erfindung die tägliche Salzaufnahme auf unter die empfohlene Höchstmenge reduzieren.

Viele Unternehmen stehen derzeit Schlange bei Tate & Lyle, dem Unternehmen, das für den weltweiten Vertrieb von Soda-Lo sorgen soll. Einige Lebensmittelhersteller haben es bereits in der Verwendung und soeben ist das Patent für die USA erteilt worden.

Das nachhaltige Produkt wird übrigens bereits von mehreren Lebensmittelherstellern eingesetzt. Wer und wie viele dies sind, oder ob Soda-Lo bereits in Deutschland eingesetzt wird, unterliegt leider der Geheimhaltung wie uns das Management von Tate & Lyle auf Anfrage mitteilte.

Quelle: Universität von Nottingham, Tate & Lyle, Text: Jürgen Rösemeier