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Gift im Kinderspielzeug! So schützen sie nachhaltig ihr Kind

Gerade vor Weihnachten boomt der Verkauf von Kinderspielzeug. Wer den Kleinsten ein nachhaltiges und gesundes Geschenk machen will sollte unbedingt auf verwendete Stoffe achten, denn in manchem Produkt stecken gesundheitsgefährdende Stoffe, die zu Krebs führen und das Erbgut schädigen können. Nachhaltigleben.de informiert, worauf Sie beim Kauf achten sollten und was nicht in Kinderhände gehört.

Beim Kauf von Kinderspielzeug auf die Prüfsiegel achten.

Kinder wünschen sich Spielzeug zu Weihnachten. Achten Sie auf die europäischen Richtlinien für Weichmacher. So schützen Sie die Gesundheit Ihres Kindes. (c) Fotolia

Kinder nehmen Spielzeug in die Hände, in den Mund, kauen darauf rum, lutschen es und sind dadurch besonders empfindlich für Giftstoffe, die in den Produkten stecken. Verboten sind gemäß der europäischen Spielzeugrichtlinien Weichmacher, im Fachjagon DEHP genannt. Erlaubt sind dagegen Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK). Sie machen Kunststoffe weicher und können ab einer gewissen Menge krebserregend wirken und zu Unfruchtbarkeit führen sowie das Erbgut schädigen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung fordert neue Grenzwerte und hält die bisherigen, nämlich 100 mg pro Kilo für zu gering. Das Institut fordert, die Werte an die Lebensmittelrichtlinien anzupassen. Das Bundesinstitut hatte bereits Anfang des Jahres auf gesundheitliche Risiken durch Schwermetalle aus Spielzeug hingewiesen und darüber aufgeklärt, dass die neuen Regelungen der Spielzeugrichtlinien das Schutzniveau der Kinder in Teilen verschlechtern. Einige Grenzwerte erlaubten eine höhere Aufnahme als die alten Regelungen. Nach den neuen Richtlinien sind besonders giftige Schwermetalle wie Blei und Quecksilber verboten und die Grenzwerte für Nickel gesenkt worden, jedoch gibt für einige chemische Stoffe eine Übergangsfrist, sodass die neuen Vorschriften hierfür erst am 20. Juli 2013 in Kraft treten.

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Alarmierendes Ergebnis

Für eine EU-Studie wurden 800 Spielzeugprodukte untersucht. Das Ergebnis ist alarmierend: Jedes vierte mechanische Spielzeug ist nicht sicher. 200 verstoßen gegen einschlägige Sicherheitsbestimmungen und in 17 Produkten wurde ein zu hoher Schwermetallgehalt entdeckt. Negativer Marktführer in Bezug auf die Zahl bedenklicher Produkte ist China. Auch Stiftung Warentest nahm Spielzeug unter die Lupe und kam zum Ergebnis, dass jedes sechste Spielzeug als mangelhaft einzustufen ist. Im Fokus der Untersuchungen standen vor allem Schadstoffe, Gefahren durch verschluckbare Kleinteile und Strangulierungsrisiken. Schadstoffe wurden unter anderem in Markenprodukten wie Brio-Holzeisenbahn gefunden, bei der die Metallräder der Lok Nickel freisetzen. Den krebserzeugenden Stoff PAK enthielten die Kunststoffschienen des TEDi Modellzuges. Die Eisenbahn von Eichhorn enthält den Phtalat-Weichmacher DIBP, der die Fortpflanzungsfähigkeit schädigen kann. In sieben von elf getesteten Puppen wurden Nonylphenol nachgewiesen, ein Stoff, der das Hormonsystem beeinflussen kann.

Grenzwerte neu festlegen

Kindern nur geprüftes Spielzeug schenken, so können nachhaltige Weihnachten kommen.

Stiftung Warentest hat schon längst darauf hingewiesen, dass die Grenzwerte für Kinderspielzeug zu niedrig sind. Foto:  (c) Fotolia

Die Tests ergeben jedoch auch, dass der Markt weitgehend sicheres und schadstofffreies Spielzeug zu bieten hat. Der Schaeff HR 16 Minibagger von Bruder, das Schleich Bayala Elefantenreitset mit dem Tenessee Walker Hengst und das Krokodil von The nature zone Sretchy Reptiles erhalten gar die Note „Sehr gut“. Marken wie Lego, Haba, Plantoys, Playmobil und Schleich fielen positiv auf. Auch Stiftung Warentest wies darauf hin, dass die Grenzwerte für Kinderspielzeug zu niedrig seien und neu festgelegt werden müssten. Das komplette Testergebnis können Sie nachlesen unter www.test.de/spielzeug

So schützen Sie Ihr Kind

  • Vor dem Kauf von Kinderspielzeug sollten Sie genau prüfen, ob das Produkt für Ihr Kind geeignet ist.
  • Achten Sie auf scharfe Ecken, Teile, die sich lösen könnten. Bei Verletzungsgefahren sollten Sie auf das Spielzeug verzichten bzw. sich im Fachhandel beraten lassen.
  • Beachten Sie eventuelle Warnhinweise und greifen Sie möglichst auf Produkte mit Prüfsiegeln (z.B. GS-Logo) von unabhängigen Instituten. Auch der „Blaue Engel“ gibt Sicherheit.
  • Starke Gerüche können Zeichen für Schadstoffe sein. Lassen Sie sich beraten, welche Stoffe verwendet wurden. Kunststoffe wie Polyethylen (PE) und Polypropylen (PP) sind bedenkenlos, dagegen können Phthalat-Weichmacher gefährdende Stoffe enthalten.
  • Holzspielzeug sollte unlackiert sein und keine gesundheitsschädlichen Bindestoffe enthalten.

Text: Ulrike Rensch