Frauen streiken am Weltfrauentag
Weltfrauentag

Der etwas andere Mittwoch: Frauen streiken am Weltfrauentag

Der 8. März steht unmittelbar vor der Tür. Ein ganz normaler Mittwoch denken Sie? Weit gefehlt. An diesem Mittwoch fallen gleich zwei wichtige Ereignisse aufeinander und das nicht ganz ohne Zufall. Denn dieses Jahr soll der Weltfrauentag ganz ohne Frauen zelebriert werden. Ja, Sie lesen richtig.

Jedes Jahr aufs Neue steht am 8. März die Rolle der Frau im Mittelpunkt, um den Blick für internationale Probleme und Missstände die Frauen betreffen, zu schärfen. Dieses Jahr steckt mehr hinter dem Frauentag.

Weltfrauentag: Frau streikt

USA, Argentinien, Polen, Österreich, Deutschland: Weltweit werden Frauen dazu aufgerufen, zu streiken. Für einen Tag soll Frau ihre Arbeit niederlegen, die Universität Universität sein lassen und den geplanten Einkauf auf den nächsten Tag verschieben. Im Übrigen ist auch gerne das männliche Geschlecht dazu eingeladen, sich am weltweiten Streik zu beteiligen.

Anzeige

Gleichberechtigung - ein Zeichen setzen

Am 8. März 2017 wollen Frauen im Sinne der globalen Gleichberechtigung ein Zeichen setzen. Noch immer werden Frauen in der Gesellschaft mit Männern oft nicht auf dieselbe Stufe gestellt. Doch das wollen Frauen nicht länger dulden und rufen zum Streik auf. Ihr Ziel: aufzeigen, dass in der Gesellschaft ohne Frau „gar nichts mehr läuft“. Ausgehend von den USA verbreitet sich der Aufruf zum Streik in der ganzen Welt. Wie viele Frauen streiken werden, ist bisher noch unklar.

Gemeinsam stark

Das Werkzeug der Frau: Gemeinsam stark

Das eine Frau ihre ganz eigenen, unschlagbaren Waffen hat, ist wohl noch keinem Mann verborgen geblieben. Doch gemeint ist hiermit nicht bloß ein kokettes Auftreten oder der unwiderstehliche weibliche Charme, sondern vielmehr die Kraft, die in ihrer Rolle als Frau selbst steckt. Das die Gesellschaft auf Frauen angewiesen ist, begreift das weibliche Geschlecht schon sehr früh und nutzt es seitdem zu ihrem Vorteil. Wen wundert es da, dass Frauen in der antiken Erzählung Lysistrata den 20-jährigen Krieg zwischen Athen und Sparta einfach „zu Ende gestreikt“ haben? 1970 nutzt das schöne Geschlecht die weibliche Gleichgesinntheit und streikt in New York mit 20.000 Frauen für das Recht der Abtreibung, eine faire Bezahlung, sowie politische Gerechtigkeit im Land.

Anzeige

Ein Streik der in die Geschichte eingeht

Ein wahres Paradebeispiel für die Macht der Frau zeigt Island. Im Jahr 1975 streiken in Island unglaubliche 90 Prozent aller Frauen. Geschäfte, Schulen und Kindergärten bleiben geschlossen. Flüge müssen gestrichen werden, Magazine und Tagesblätter können nicht fertiggestellt und gedruckt werden.  Das Global Gender Gap Report des Weltwirtschaftsforum zeigt, was dieser Streik für die Isländerinnen gebracht hat: Island steht in puncto Gleichstellung heute an erster Stelle.

Eins im Geiste

Ganze Organisationen rufen zum Streiken auf. Die Ziele sind klar formuliert.

  • Aufwertung von "Frauenberufen“
  • Gleiche Bezahlung bei gleicher Arbeit (Frauen verdienen im Schnitt noch rund 21 % weniger Geld als Männer)
  • Eindämmung der sexistischen Diskriminierung
  • Minderung der Frauenarmut
  • Das Bewusstsein der Frau für ihre eigentliche gesellschaftliche Macht stärken

Überall im Land finden sich kleine und größere Gruppen zusammen, die das eine Ziel haben, etwas zu bewegen. Die Geschichte spricht für sich und zeigt, dass Frauen in dem Bewusstsein ihrer essentiellen Rolle in der Gesellschaft, ihre Wünsche auch in die Tat umsetzen können. Der Mittwoch soll kein Tag wie jeder andere sein . Geprägt von Kampfgeist, Einigkeit, Hoffnungen und Solidarität, wird der „Frauentag ohne Frauen“  wohl als der etwas andere Mittwoch in die Frauengeschichte eingehen.

Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren: 

Frauen und Senioren als Zukunftsmotor

Quellen: Bilder: Depositphotos/sanneberg, mangostock, Text: Jasmine Barendt