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Rosenmontag Mainz Ralph Orlowski
Plastik versus Glas

Wird Mainz am Rosenmontag wieder im Müll versinken?

Bald ist es wieder so weit und der närrische Lindwurm schlängelt sich durch die Gassen der Landeshauptstadt. Das bunte Treiben an Rosenmontag und Fastnacht sorgt aber auch jedes Jahr erneut für riesige Müllberge in der Mainzer Innenstadt. Die Müllabfuhr und die Straßenreinigung hat viel zu tun.

Über eine halbe Millionen Passanten erleben jährlich den Mainzer Rosenmontags-Umzug live in der  rheinland-pfälzischen Narrenhochburg. Etwa sieben Kilometer lang ist die Strecke quer durch die Innenstadt. Vier bis fünf Stunden herrscht närrischer Ausnahmezustand, da wird getanzt, gefeiert, getrunken, geflirtet, aber eben auch Müll achtlos weggeworfen. Nach dem Fastnachts-Umzug sieht die Innenstadt dann aus wie ein Schlachtfeld: Überall liegen Bonbons, Luftschlangen, Konfetti, Getränkedosen und Flaschen herum. Viel Arbeit werden die Mitarbeiter der städtischen Entsorgungsbetriebe daher auch in diesem Jahr wieder haben. Rosenmontag und Müllberge sind längst nicht mehr voneinander zu trennen. Zahllose Becher, Verpackungen, Plastiktüten und mehr türmen sich in den Tagen nach dem Umzug noch in Straßen und an Plätzen der Landeshauptstadt. 2013 waren es nach Schätzungen rund 60 Tonnen Abfall, die von den Entsorgungsbetrieben beseitigt wurden.

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Wildpinkler werden immer dreister

Ein weiteres, sicherlich sehr ärgerliches Problem, sind die so genannten Wildpinkler, die sich  jederzeit und überall erleichtern. Verständlicherweise sehr zum Ärger von Anwohnern und Ladeninhabern. Obwohl die Stadt im letzten Jahr zehn Urinale und knapp 30 Toilettenwagen aufgestellt hatte und der Zugveranstalter (Mainzer Carneval Verein) weitere acht Wagen sowie 50 Baustellen-Toiletten entlang der Route und an öffentlichen Plätzen positionierte, wurden die Wildpinkler immer unverschämter. Jede Nische, jede Hauswand, Vorgärten und Mauern wurden von den dreisten „Pinklern“ respektlos als Toilettenersatz benutzt. Im alkoholisierten Zustand verabschieden sich bekanntermaßen Anstand und Rücksichtnahme- achtlos werden Müll und Unrat einfach fallengelassen. Eklige Pfützen und stinkende Abfallberge sind also noch tagelang Andenken an das närrische Treiben in der Gutenbergstadt. Es bleibt also abzuwarten, wie viel Müll in diesem Jahr nach Fastnacht wieder beseitigt werden muss!

Quelle: Rhein Zeitung
Text: Vera Konersmann