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Auf dem Fahrrad durch Berlin: Wer bei einer Fahrraddemo nicht mitmachen möchte, kann auch geführte Touren buchen

3. Juni: Tag des Fahrrads

Die Verkehrsdichte durch den motorisierten Verkehr nimmt immer weiter zu. Das erschwert das Fahrradfahren, wo doch das Fahrrad das umweltfreundlichste und gesündeste Fortbewegungsmittel ist. Zwar werden heute in der Straßenplanung die Bedürfnisse des Radfahrers stärker berücksichtigt als noch vor einigen Jahrzehnten. Der Weg zu einer fahrradfreundlichen Stadt ist aber lang.

Am  3. Juni ist Tag des Fahrrads. Warum? Er soll ein Zeichen setzten für eine umweltfreundlichere und gesündere Fortbewegung. Denn die Straßen sind voller denn je. Voll mit Autos und voll mit Abgasen. Dieser Europäische Aktionstag wurde vom globalisierungskritischen Netzwerk Attac ins Leben gerufen und findet nun schon seit 1998 regelmäßig statt. Bald ist es wieder so weit.

Fahrradfahren wird immer beliebter

Um von einem Ort zum anderen zu kommen, benutzen Menschen zu 60 Prozent das Auto, zu 10 bis 11 Prozent öffentliche Verkehrsmittel und ebenso zu 10 bis 11 Prozent das Fahrrad. Den Rest erledigen sie zu Fuß. Diese Zahlen hat Bastian Chlond vom Institut für Verkehrswesen am Karlsruher Institut für Technologie ermittelt. Das sind zwar immer noch ziemlich viele Fahrten mit dem Auto, aber ein Trend ist zu erkennen: „Die zurückgelegten Kilometer mit dem Fahrrad sind pro Person in den letzten Jahren im Mittel um 50% gestiegen. Und wir merken in unseren Erhebungen, dass sich der Kreis der Radfahrer erweitert hat.“

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Auch das Statistische Bundesamt gibt Zahlen heraus: 2011 waren immerhin 81 Prozent der Haushalte mit mindestens einem Fahrrad ausgestattet.

Damit die Fahrräder auch Platz auf der Straße haben, muss sich in der Stadt etwas ändern. Johannes Schell vom Stadtplanungsamt Karlsruhe, zuständig für die Radverkehrsplanung, beschreibt, wie sich der Straßenbau verändert hat: „Früher wurde eine Straße von innen nach außen geplant. Der KFZ-Verkehr hat also zuerst seine Ansprüche erfüllt bekommen. Heute versucht man allen Verkehrsteilnehmern gerecht zu werden. Neue Radfahrstreifen sind heute breiter als früher.“

Auch in immer mehr Städten findet man inzwischen Systeme für Leihfahrräder.

Vorteile des Fahrradfahrens sind belegbar. Johannes Schell: „In der Stadt ist das Fahrrad für eine Entfernung von 4 bis 5 Kilometern das schnellste Verkehrsmittel, wenn man die Haus-zu-Haus Reisezeit nimmt.“

Die hohe Funktionalität des Fahrrads

  • Gesundheitsförderung: körperliche Bewegung lässt sich in den Alltag integrieren.
  • Umweltfreudlichkeit: Das Fahrrad verbraucht keine fossile Energie (außer in der Herstellung), es produziert weder Lärm noch Abgase.
  • Mit dem Fahrrad ist man selbstbestimmt und unabhängig unterwegs. Das Fahrrad dringt selbst in Ecken vor, die nie ein Auto zuvor gesehen hat.
  • Ein fahrtüchtiges Fahrrad ist schon für wenig Geld erhältlich.
  • Ein Fahrrad ist wartungsarm und wenn es mal kaputt ist, so ist es viel leichter zu reparieren als ein Auto.
  • Zeiteffizienz: In der Stadt ist es das schnellste Fortbewegungsmittel

Kein Aktionstag ohne Aktionen

Um diese Vorteile geht es beim Tag des Fahrrads. In vielen Städten finden am 3. Juni Fahrradaktionen statt, von klassischen Stadtrundfahrten bis zu Ausflügen in die „Natur“.

Erfahren Sie mehr, was bei Ihnen vor Ort passiert, zum Beispiel über die lokalen Gruppen des ADFC, des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs.

Die Critical Mass: gemeinsam quer durch die Stadt

Der Tag des Fahrrads ist nicht die einzige Möglichkeit, den Unmut gegenüber zu viel Autoverkehr nach außen zu tragen. Seit 1992 gibt es eine Form der Fahrraddemonstration, die sich „Critical Mass“ (Kritische Masse) nennt und in San Francisco ihren Ursprung hat.

Diese scheinbar zufälligen Zusammenkünfte von Fahrradfahrern finden inzwischen in vielen Städten statt: Oft regelmäßig, meist sogar einmal im Monat oder aber zu bestimmten Anlässen.

Die Wortschöpfung stammt daher, dass es eine bestimmte Anzahl an Fahrrädern – eine kritische Masse - braucht, um als  geschlossener Verband zu gelten und die gleichen Rechte zu haben wie ein Auto. In Deutschland sind es mindestens 15 radfahrende Personen, die sich zusammenfinden müssen, dann dürfen sie die gesamte Fahrbahn benutzten und dürfen noch bei Rot über die Ampel, wenn die erste Person noch grünes Licht hatte.

Jenseits des Alltags: Mit dem Fahrrad in den Urlaub

Wer sich für das Fahrradfahren begeistert und nun Lust auf mehr bekommen hat, kann es auch mal mit einem Fahrradurlaub probieren. Touren und Ausflüge lassen sich bequem online buchen.

Da kann man in Südafrika vom Fahrrad aus Wildtiere beobachten, bei Nacht durch Bangkok fahren oder Ägyptens Ras Mohammed National Park auf dem Mountainbike entdecken. In Neuseeland geht es auf Panoramastraßen ans Ende der Welt und in Griechenland kann man per Rad und Schiff inselhüpfen.

Wer aber bedenken hat so weit zu fliegen, kann auch auf die Bahn zurückgreifen. Hier kann man das Fahrrad bequem mitnehmen und verschiedene Städte in Europa erreichen. Unter anderem Amsterdam, die Stadt des Fahrrads, Koppenhagen oder, wer es südlicher mag, Rom.

Je nach Vorlieben kann eine Tour auf eigene Faust sogar die aufregendere Variante sein.  

Text: Danijela Milosevic