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Einen Prototyp für einen Holz-Helm gibt es bereits.
Nachhaltig Fahrrad fahren

Mit Holz-Helm nachhaltig Fahrrad fahren

Fahrradfahren ist gut für die Umwelt. Noch besser wäre es, wenn auch das Material vom Fahrradhelm nachhaltig wäre. Vielleicht ist das bald Realität: Einen Prototyp für einen Holz-Helm gibt es bereits. 

Die meisten Fahrradhelme bestehen rundherum aus Kunststoff. Kunststoff-Schaum, Kunststoff-Überzug, Kunststoff-Riemen – nachhaltig ist das nicht wirklich. Aber wie sehen die Alternativen aus? Fahren ohne Helm ist viel zu gefährlich und kommt nicht infrage. Der Schlüssel liegt im Material des Fahrradhelms. In Schweden sind Forscher und Entwickler der Lösung des nachhaltigen Helm-Problems auf die Spur gekommen.

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Zusammenarbeit zwischen Forschung und Produktentwicklung

In Zusammenarbeit mit Forschern des renommierten Wallenberg Wood Science Centers (WWSC) und dem Royal Institute of Technology (KTH) arbeitet die Firma Cellutech seit Jahren an der Entwicklung und Kommerzialisierung von nachhaltigen Materialien, die aus Holz gewonnen werden. Dazu gehören zum Beispiel magnetische Cellulose-Fasern und superhydrophobe Oberflächen, von denen das Wasser abperlt. Ein wichtiger Durchbruch gelang dem Team mit Cellufoam, einem Schaum aus Nanocellulose, den das Unternehmen gerade als eingetragene Warenmarke registrieren lässt.

Innen ist der Helm mit Cellufoam gepolstert, das aus dem ?Supermaterial? Nanocellulose besteht

Umweltfreundliches Supermaterial aus Holz

Nanocellulose ist derzeit in aller Munde, wird in verschiedenen Branchen erforscht und als „Supermaterial“ bezeichnet. Das liegt zum einen an ihrer Verfügbarkeit. Wie der Name schon sagt: Es handelt sich um Cellulose im Nanoformat. Diese wiederum ist Hauptbestandteil von pflanzlichen Zellwänden und somit praktisch überall zu finden. Besonders in nachhaltigen Materialien wird Cellulose heute fast flächendeckend verwendet.

Wenn die Prognosen stimmen, gibt es für das neue Supermaterial Nanocellulose in Zukunft vielfältigste Einsatzmöglichkeiten. Nicht nur Auto-, Schiff- und Bauindustrie erhoffen sich Vorteile von dem nachhaltigen Material. Weil es aufgrund seiner porösen Struktur Flüssigkeiten in großen Mengen aufnehmen kann, könnte Nanocellulose für Pflaster oder Verbände genutzt werden. Derzeit wird sogar die Möglichkeit erforscht, sie als künstliches Gewebe einzusetzen, da ihre Struktur der von körpereigenem Gewebe ähnelt.

Noch ist der Holz-Helm ein nicht käuflicher Prototyp ? leider

Schicker Holz-Helm als Prototyp für eine nachhaltige Zukunft

Während das aber noch Zukunftsmusik ist, sind die schwedischen Forscher und Entwickler bei Cellutech schon einen Schritt weiter. Zusammen mit dem Designer Rasmus Malbert vom Designstudio Materialist haben sie einen Holz-Helm entwickelt, der nicht nur vollkommen nachhaltig, sondern auch noch wirklich schick ist. Die äußere Hülle besteht aus Holzfurnier, der Riemen aus haltbarem Papier und die innere Polsterung aus Cellufoam. Leider handelt es sich bei dem nachhaltigen Helm bisher nur um einen Prototypen, der einen Blick in die Zukunft von biobasierten Materialien ermöglichen und die Aufmerksamkeit für das Thema erhöhen soll. Genau das ist auch das Ziel von Ekoportal2035, einem vom Verband der schwedischen Holzindustrie ins Leben gerufenen Projekt, in dessen Rahmen der Holz-Helm entstanden ist.

Gemeinsam mit ihren wissenschaftlichen Partnern arbeiten die Entwickler bei Cellutech an weiteren Möglichkeiten für den Einsatz ihres innovativen Nanocellulose-Schaums. Das ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg in eine nachhaltigere Zukunft, denn der Bedarf an erneuerbaren und biologisch abbaubaren Materialien, die als Alternativen für Plastik eingesetzt werden können, ist riesig. Umso erfreulicher, dass Nanocellulose auch in traditionell eher weniger umweltorientierten Branchen auf der Agenda steht und in Zukunft verstärkt genutzt werden könnte.

Die Forschungen laufen, damit umweltbewusste Radler schon bald einen der nachhaltigen Helme auf dem Kopf tragen können

Weitere Informationen zum Holz-Helm, den schwedischen Entwicklern und deren Nanocellulose-Schaum Cellufoam finden Sie hier.

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Quellen: Cellutech AB, Bild: Rasmus Malbert, Text: Ronja Kieffer