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Grüne Metropole: Die neue Avenida aus der Vogelperspektive
Mexiko wird grün

Neue Perspektiven auf eine alte Metropole

Am anderen Ende der Welt nimmt eine urbane Vision Gestalt an. Mexiko Stadt will einen Verkehrsknotenpunkt in eine grüne Oase verwandeln. Die soll für jeden zugänglich sein und das historische mit dem modernen Mexiko verbinden.

Mexiko Stadt ist eine der größten und faszinierendsten Metropolen der Welt. Eine ihrer ältesten Straßen, die Avenida Chapultepec, verbindet das moderne Leben der Millionenstadt mit ihrer eindrucksvollen Geschichte: Rund um ein Aquädukt aus dem sechzehnten Jahrhundert rauschen heute Tausende von Autos von einem Stadtteil zum anderen.

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Parks, Grünflächen und Cafés statt Beton

Das Verkehrschaos, das dabei häufig nicht ausbleibt, soll aber bald der Vergangenheit angehören. Denn die Planungen für eine Umgestaltung der altehrwürdigen Avenida laufen auf Hochtouren. Und bis zur Fertigstellung im Jahr 2017 soll sich so einiges ändern. In der Mitte der Straße entsteht ein großer Park mit Grünflächen, Cafés und Geschäften. Der soll die Autospuren an die Seiten verdrängen und stattdessen Barrierefreiheit und viel Platz für alternative Fortbewegung bieten. Fußgänger, Fahrrad- und Rollstuhlfahrer, Skater – für sie alle wird mit dem „Corredor Cultural Chapultepec“ (etwa: Kultur-Korridor Chapultepec) urbaner Raum wieder nutzbar gemacht.

Barrierefreiheit und ein sozialer Treffpunkt wünscht sich Mexiko durch das grüne Projekt

Um es in Zahlen auszudrücken: Wenn aktuell siebzig Prozent der Straße den Autos gehören und dreißig Prozent den Fußgängern, so soll es nach Fertigstellung des Projektes genau andersherum sein. Dabei wird die historische Bedeutung der mehr als sechshundert Jahre alten Avenida nicht in Vergessenheit geraten. Ganz im Gegenteil: Das Aquädukt wird zum Beispiel in die Gestaltung mit eingebunden. Und es kann von allen Seiten betrachtet werden, denn ein Teil des Parks wird sich oberhalb des aktuellen Straßenniveaus befinden.

Verbesserte Umweltbilanz für Mexiko

Ein weiterer positiver Effekt des Projekts ist natürlich die verbesserte Umweltbilanz, die automatisch durch die Reduzierung des Autoverkehrs und neue Grünflächen entsteht. Die Verantwortlichen rechnen außerdem damit, dass durch den „Kultur-Korridor“ direkt und indirekt insgesamt rund 5.500 neue Arbeitsplätze entstehen. Finanziert wird das Projekt übrigens ausschließlich durch private Investoren, es werden also keinerlei Steuer-, Staats-, oder kommunale Gelder benötigt. Das ist unter anderem auch deswegen möglich, weil der zuständige Architekt Fernando Romero in Mexiko fast schon ein Star ist und über beste Kontakte verfügt.

Rund um die Uhr und für jeden zugänglich, ausgestattet mit kostenfreiem W-LAN und ebenso kostenlosen kulturellen Angeboten könnte Chapultepec also ein Musterbeispiel und zukunftsweisend für die Nutzung von öffentlichem Raum werden. Ähnliche Projekte gibt es derzeit überall auf der Welt: New Yorks älteste Brücke, die High Line, ist bereits zur Fußgängerzone geworden. In der südkoreanischen Hauptstadt Seoul soll auf einer stillgelegten Schnellstraße ein öffentlicher Park entstehen. Und Miami macht unterirdisches Gelände zum urbanen Paradies.

Das Aquädukt wird in den neuen ?Kultur-Korridor? eingebunden

Das Aquädukt wird in den neuen „Kultur-Korridor“ eingebunden.

Quellen: Corredor Cultural Chapultepec; FR-EE,Bild: FR-EE, Text: rok