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Artenschutz

Wie lange gibt es noch Schmetterlinge?

Die Agrarpolitik sei gefordert, um die heute schon sensiblen Bestände von Schmetterlingen oder Tagfaltern zu schützen. Das ergab eine europaweite Studie der Gesellschaft für Schmetterlings-Schutz, kurz GfS. Allein der Aurorafalter könnte bis zum Jahr 2080 aufgrund fehlender Lebensräume nahezu ausgestorben sein.

Die Artenvielfalt der Schmetterlinge ist bedroht: Beispiel Schwalbenschanz.

Der Schwalbenschwanz ist einer von 441 Schmetterlings-Arten in Europa und in seiner Vielfalt bedroht.

Der Naturschutzbund Deutschland, NABU, und das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung, UFZ, veröffentlichten Anfang Oktober 2011 den aktuellen europäischen Schmetterlings-Atlas unter dem Titel «Distribution Atlas of Butterflies in Europe». Dieses Dokument ist die bis dato größte Zusammenstellung zur Verbreitung von Schmetterlingen in Europa. Es gibt einen Einblick in die aktuell vorhandene Artenvielfalt und soll dem Artenschutz als Vorlage für Maßnahmen und Forderungen dienen. «Die neuen Daten zeigen den zerbrechlichen Zustand der Tagfaltervorkommen in Europa. Um zerstreute Populationen zu vernetzen und dadurch dauerhaft zu retten, ist der Erhalt ihrer natürlichen Lebensräume dringlicher denn je», sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke. Dabei sei insbesondere die Agrarpolitik in Europa gefordert, um wirksame Maßnahmen zum Schutz der Schmetterlinge sicherzustellen.

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Der soeben veröffentlichte Atlas beinhaltet Verbreitungskarten aller 441 europäischen Tagfalterarten und gibt damit ein realistisches Bild der heutigen Artenvielfalt. Über 655.000 Datensätze aus ganz Europa wurden dafür erfasst und ausgewertet. Neben der umfangreichen Bereitstellung von Informationen für die Taxonomie und Biogeographie soll der Atlas eine Grundlage für den Schutz der europäischen Tagfalter darstellen. Dazu dienen vor allem die Karten, auf denen die «Hotspots» der Schmetterlings-Vielfalt wie auch des Vorkommens besonders seltener und gefährdeter Schmetterlings-Arten erkennbar sind. «Betrachten wir die Konzentration der endemischen – also nur in Europa vorkommenden – Arten, so sticht die Bedeutung des Alpenraumes, sowie das Mittelmeergebiet ins Auge», erklärte Josef Settele, Mitautor und Vorsitzender der GfS. «Dies zeigt, dass vor allem dort Veränderungen des Klimas oder auch der Landnutzung gravierende Folgen für Arten erwarten lassen, für die Europa in besonderem Maße verantwortlich ist», erklärt Stelle die Lage der Artenvielfalt von Schmetterlingen.

Von zentraler Bedeutung für diese Artenschutz-Studie sei das nachhaltige Engagement der insgesamt 272 ehrenamtlichen Mitarbeiter aus ganz Europa, die die Daten für den Schmetterlings-Atlas bereitgestellt haben.

Nachhaltige Tipps für den Schmetterlings-Schutz: Was kann der Einzelne tun?

  • Jeder, der einen Garten hat und sei er noch so klein, kann etwas für den nachhaltigen Erhalt der Vielfalt der Schmetterlinge beitragen.
  • Pflanzen Sie Stauden und Sträucher, die den Schmetterlingen als Nahrung dienen.
  • Zu den Lieblingspflanzen der Schmetterlinge zählen der Schmetterlings-Strauch oder Flieder, Sonnenhüte, Stauden-Phlox, Blaukissen, Disteln, die spät blühenden Fetthenne und Echinacea Purpurea, sowie am Teichrand die dauerblühende Uferstaude Blutweidrich.
  • Lassen Sie ruhig auch mal Brennnessel in einer Garten-Ecke stehen. Denn diese sind die Hauptnahrung der Schmetterlings-Raupen.
  • Bieten Sie mit einem in einer ruhigeren Garten-Ecke aufgehängtem Insekten-Hotel den Schmetterlingen die Möglichkeit, ein Winterquartier zu finden.
  • Weitere Tipps für den Erhalt von Schmetterlingen und zu dem Thema Garten erhalten Sie in den Artikeln «Biogarten: Nachhaltig, ökologisch und clever gärtnern» und «Einen Biogarten anlegen ist nachhaltig und gar nicht so schwer».

Quelle: NABU, Text: JRB