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Earth Overshoot Day: Umweltprobleme vorprogrammiert

Am 27. September 2011 war der Tag, ab dem wir über unsere Verhältnisse leben. Für den Rest des Jahres. Denn seit diesem Tag verbrauchen wir mehr Ressourcen, als unsere Erde in einem Jahr produzieren kann. 1961 verbrauchten wir noch die Hälfte der heutigen Menge an Biokapazität. Umweltprobleme sind da vorprogrammiert.

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Umweltprobleme: Der Earth Overshoot Day gibt an, das wir zu viel Ressourcen verbrauchen. In allen Lebensbereichen.

Eine Erde allein reicht offensichtlich nicht mehr aus, um die Bedürfnisse der Menschheit zu stillen. Essen, Trinken, Heizen, Autofahren und vieles mehr verbraucht zu viele Ressourcen. Zumindest in Deutschland und vielen anderen Ländern. Würden alle Menschen so leben wie die Deutschen, dann würde die Menschheit doppelt so viele natürliche Ressourcen im Jahr benötigen, wie die Erde nachproduzieren könnte. Das hat die gemeinnützige Organisation «Global Footprint Network» errechnet und den Earth Overshoot Day auf das genannte Datum festgesetzt. Die dazugehörigen Umweltprobleme könnte sich jeder vorstellen. Überdüngung, Raubbau, noch mehr Rodungen, etc.

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Doch, es geht noch schlimmer. Würden alle Menschen so leben wie die US-Amerikaner, so würde die Menschheit im Jahr sogar fünfmal so viele Ressourcen benötigen. Die Inder dagegen sind – noch – vorbildlich und konsumieren weniger als die Hälfte dessen, was die Erde bereitstellen kann. Im Schnitt durch alle Völker und Nationen liegt der Verbrauch der Menschheit bei der Kapazität von 1,2 bis 1,5 Erden im Jahr 2011. Mehr, als wir haben.

Diesen Tag, ab dem wir über unsere Verhältnisse leben, hat «Global Footprint Network» als Earth Overshoot Day, was so viel wie Welt-Überschreitungs-Tag heißt, ausgerufen. «Das ist eine einfache Frage von Einkommen gegen Ausgaben» erklärt der Präsident von «Global Footprint Network», Mathis Wackernagel. Die Menschheit lebt – und das haben wir mit vielen Nationen derzeit gemein - sozusagen auf Kredit und verursacht Umweltprobleme. Wir beuten vorhandene Ressourcen so aus, dass sich die Bestände nicht mehr erholen können. Die Folge ist, unter anderem, dass sich Treibhausgase in der Atmosphäre anreichern. Die Folgen: Verlust der Biodiversität, Bodenerosion, schrumpfende Wälder und Fischbestände. Nicht zu vergessen natürlich der Klimawandel. Das Netzwerk rechnete hoch, das bis zur Mitte des Jahrhunderts wohl zwei Erden an natürlichen Ressourcen benötigt werden. Die Folge: Der Konsum muss nachhaltiger werden, gerade in den westlichen Ländern, damit einerseits die Ressourcen auch in Zukunft ausreichen und andererseits die Umweltprobleme nicht noch weiter steigen. Nachhaltig leben sieht anders aus.

Wann genau war wann und wo der jeweilige Overshoot Day?

  • Nordamerika: 1. April
  • Deutschland 23. Mai
  • ganze EU: 26. Mai
  • Lateinamerika & Karibik: 8. Oktober
  • Asien und Afrika haben noch Reserve. 44 bzw. 153 Tage
Quellen: Global Footprint Network, www.footprint.at Text: JRB