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Der IWC tagt wegen Wahlfang-Quoten.

IWC-Konferenz: Scheitert Walschutz an Korruption?

Vom 11. – 14. Juli trafen sich die Mitglieder der Internationalen Walfangkommission, IWC, um über die neuen Wahlfang-Quoten zu diskutieren. Trotz bestehendem Walfang-Verbot, wird aus angeblich wissenschaftlichen Gründen in einigen Ländern der Walfang gestattet. Korruptionsvorwürfe begleiteten das Meeting.

«Jeder Wal der aus angeblich wissenschaftlichen Gründen erlegt wird, ist einer zu viel. Doch inzwischen sind Kollisionen von Walen mit Schiffen, die Lärmbelastung der Ozeane, der Abbau von Bodenschätzen wie Öl und Gas und der Beifang für viele Walarten weitaus problematischer als die direkte Jagd“, sagt Volker Homes, Leiter Artenschutz beim WWF Deutschland. „Leider bewegt sich die IWC beim proaktiven Walschutz nur im Schneckentempo.“ Und Umweltschützer ergänzen zudem, dass die stetig zunehmende Menge an Plastikmüll - Untersuchungen von Greenpeace zufolge gelangen jährlich 10.000 Tonnen langlebiges Plastik in die Weltmeere – die gefährdeten Wal-Bestände noch weiter bedrohen.

Walschutz contra wissenschaftlichem Walfang

Trotz des weltweit existierenden Walfang-Verbotes werden jährlich bis zu 1.500 Großwale weltweit gejagt. Die jagenden Nationen sind Island, Norwegen und Japan. Gerade Japan argumentiert, dass der Walfang Forschungszwecken diene, sozusagen dem eigentlichen Walschutz. Nur, Tatsache ist auch, dass die unter dem Deckmantel der Forschung erlegten Wale in japanischen Restaurants als Delikatesse landen. Gerade Finnwale gelten als besonders beliebt beim japanischen Genießer.

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Die Isländer verschmähen mittlerweile mehr und mehr das meist zähe Walfleisch. Das Öl, ursprünglich der Fettersatz, wird gleichsam weniger konsumiert. Verdeckten Recherchen des WDCS zufolge, der Whale and Dolphin Conservation Society, wird das isländische Walfleisch illegal nach Japan exportiert. Unter Duldung der isländischen Regierung, heißt es unter wdcs-de.org. Doch: Die Japaner sehen das Fleisch aus dem Walfang der Isländer als minderwertig an und das meiste der 764 Tonnen Walfleisch lande in der Mülltonne. Doch diese Praxis unterwandert laut Sue Fisher, Leiterin der Anti-Walfang-Kampagne des WDCS das Washingtoner Artenschutz-Gesetz, welche den Handel mit bedrohten Arten verbietet.

Schuld an dem eingeschränkten Walschutz sei die Korruption, heißt es aus Umweltschützerkreisen. «Die japanische Regierung hat viele Jahre lang viele Millionen Yen aufgewendet, um Entwicklungshilfenationen in die IWC einzukaufen. Oftmals sind das Delegationen aus Ländern, die so arm sind, dass sie noch nicht einmal an den Jahrestreffen der Vereinten Nationen teilnehmen können. Aber sie sind in der IWC und stimmen da über eine Sache ab, mit der sie noch nie etwas zu hatten oder haben werden.» So die Kritik des Greenpeace-Meeresbiologen an Thilo Maack an der bisherigen offensichtlichen Einflussnahme der Japaner.

Auch Pro Wildlife-Vertreterin Sandra Altherr bemängelt die gängige Praxis der drei unter Korruptionsverdacht stehenden Walfang-Nationen. «In keiner anderen Kommission ist es möglich, bis zum letzten Moment noch mit einem Sack voll Bargeld seine Mitgliedsbeiträge zu bezahlen – das geht nur in der IWC.»

Mit prominenter Hilfe gegen den Walfang kämpft die WDCS (Whale and Dolphin Conservation Society), die Mario Adorf für Ihre Kampagne gewinnen konnte. Den Spot zu der Aktion sehen Sie im Folgenden:

 




1.500 Großwale wurden letztes Jahr erlegt. Angeblich zu Forschungszwecken.

1.500 Großwale wurden letztes Jahr erlegt. Angeblich zu Forschungszwecken.

Fukushima und die noch nicht beendeten Reaktorprobleme könnten sich positiv auf die scheinbare Korruption innerhalb der IWC auswirken. Das Geld wird aufgrund der Folgen der Naturkatastrophe knapp in Japan und die massiven Finanzspritzen aus Japan für den Stimmenfang in der IWC könnten ausbleiben. «Tatsächlich haben bis jetzt 31 von 89 Mitgliedsländern ihren Jahresbeitrag für die IWC noch nicht bezahlt. Von diesen 31 sind 19 für den Walfang, neun sind dagegen und drei sind Sonderfälle. Zu den Pro-Walfang-Nationen gehören zum Beispiel die karibischen Inseln, Antigua und Barbuda, der Kongo, Ghana, Guinea, Guinea-Bissau, Surinam, Togo. Zu den Ländern, die gegen den Walfang sind, gehören Belize, Costa Rica, Ungarn und die Slowakei. Das zeigt, dass das Kräfteverhältnis womöglich eine ganz eindeutige Wendung im Sinne des Walschutzes genommen hat», argumentiert Thilo Maack zum Beginn der Konferenz des IWC.

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Eine weitere Chance ist, dass Island von seiner unrentablen Wahlfang-Politik ablässt. Es bleibt zu hoffen, dass sich schnell etwas ändert an der bisher gängigen Praxis der Korruption und damit an der Beschränkung des Walschutz. Die Kommission der 89 Nationen kann auf jeden Fall erst wieder an Seriosität gewinnen, wenn Sie den Stimmenkauf unterbindet. Denn Klimawandel, Überfischung, Verschmutzung der Meere durch Plastik-Müll und die vielen Kollisionen mit Walen bedrohen die größten Meeressäuger schon längst genug. Auch hierbei sollte etwas geschehen. Weiterhin sollte die umstrittene Walfang-Quote abgeschafft werden und das 1986 beschlossene Gesetz keine Ausnahmen mehr ermöglichen. Zumindest wurde als Ergebnis der Walschutz-Konferenz die Barzahlung der Mitgliedsbeiträge abgeschafft. Die Parteien, Walfang-Nationen auf der einen und Walschützer auf der anderen Seite, kamen bis zum Ende der Konferenz auf keinen gemeinsamen Nenner.

Wahl-Tourismus statt Walfang

Insgesamt sollte mehr auf vernünftigen, nachhaltigen Wal-Tourismus gesetzt werden, der den Ländern genauso die Einnahmen aus der Geldquelle «Wal» sichern würde. Der WDCS bietet sogar Wal-Reisen an, die es dem Interessenten an den Meeressäugern ermöglicht, die faszinierenden Tiere live zu erleben.

Quellen: www.wdcs-de.org, www.prowildlife.de, www.greenpeace.de, www.wwf.de , Text: Jürgen Rösemeier


Nach stark zurückgehenden Zahlen an Walen, wurde der kommerzielle Walfang 1986 als Walschutz-Maßnahme verboten. Doch anstatt den Walfang komplett abzuschaffen, geht das unnötige Töten – von Seiten Japans unter dem Deckmantel der Forschung weiter. In grönländischen Gewässern, aber auch in anderen Meeren auf dieser Welt ist der Walfang teilweise freigegeben. Ein Antrag Dänemarks hatte zwei Jahre hindurch die Position der Europäischen Union gänzlich lahm gelegt.

Die Kategorie des Indigenen Walfangs, durch Ureinwohner also, bleibt auch weiterhin der Spielball der kommerziellen Walfanglobby und Pro-Walfang-Regierungen. So steht auch die 63. Jahrestagung der IWC im Zeichen der Vorbereitungen der 64. Tagung im Jahr 2012, bei der es zur Erneuerung aller indigenen Walfangquoten kommt. Dies ist stetig Anlass für die Walfangstaaten, die USA dahingehend zu erpressen, den Inuit in Alaska nur dann eine Walfangquote zuzugestehen, wenn auch eigene Interesse Unterstützung durch die USA erhalten.

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Zu diesem Interesse zählt auch die zunehmende Kommerzialisierung des indigenen Walfangs in Grönland. Eine Undercover-Recherche der WDCS im Frühjahr 2010 belegte grobe Mängel der Walfangaktivitäten, extrem lange Tötungszeiten und vor allem die kommerzielle Nutzung von Walprodukten bei der Veräußerung an Touristen, hochpreisige Restaurants, Hotels und verpackt als Produkte in Supermärkten.

Zwischen 1986 und 2009, seit dem Jahr also der eigentlichen Abschaffung des Wahlfangs, haben Norwegen, Island und Japan etwa 33.500 Wale getötet, darunter Mink-, Bryde-, Pott-, Finn- und Seiwale. Davon erlegte beispielsweise Norwegen über 8.800 und Japan über 15.700 Minkwale (Zwergwale). Die Internationale Walfang-Kommission IWC verurteilt auf ihren jährlichen Treffen regelmäßig das Vorgehen dieser Staaten, allerdings ohne Wirkung. Denn die IWC ist seit Jahren handlungsunfähig.

Obwohl Wale eine der gefährdetsten und bemerkenswertesten Tierarten auf unserem Planet sind… Der WDCS fast es in einem Satz zusammen: «Wale töten ist grausam, unkontrollierbar und absolut unnötig.»

Quelle: www.wdcs-de.org und www.wwf.de

Wer sich einmischen oder mitreden will kann dies auf Facebook unter http://www.facebook.com/walhelfer

Wer Walen, Delfinen und anderen bedrohten Tieren sowie dem Walschutz helfen will, findet hier die richtigen Informationen und Links

Delfinen und Walen gilt das besondere Interesse des WDCS, die Whale und Dolphin Conservation Society. Sie setzt sich für den Wal- und Delfinschutz ein. Überall dort, wo Wale und Delfine besonders häufig vorkommen, sind die WDCS-Mitarbeiter mit Interessierten vor Ort im Dialog.

Wer für den Schutz von Walen und Delfine spenden möchte, klickt hier: Spenden-Formular WDCS

Wer einen großen Tümmler (Delfin) in Schottland, einen Buckel-Wal in den USA oder einen Schwert-Wal als Pate unterstützen möchte, Klickt auf Pate Wal und Delfin

Wie engagiert die WDCS-Mannschaft arbeitet, zeigt der Blog des WDCS-Fotografen Charlie Phillips, der tagtäglich die Tiere vor Ort beobachtet und fotografiert: WDCS-Blog

Genauso engagiert für die Artenvielfalt ist der Verein Pro Wildlife e.V. Über eine Mitgliedschaft oder eine Spende wird wildlebenden, bedrohten Tierarten geholfen: Patenschaften unter anderem für Wale und Mitgliedschaften: Pro Wildlife