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Intensive und extensive Dachbegrünung: Ökologisch Bauen.
Ökologisches Bauen

Dachbegrünung verbessert die Wohnqualität und schafft Mehrwerte

Im Sommer ist es kühler, im Winter spart man Heizkosten. Wie? Die Lösung heißt ökologisch bauen mit einer Dachbegrünung. Sie hat viele Vorteile und macht Photovoltaik sogar effektiver. Ganz nebenbei sieht sie auch noch gut aus und verschönert das Stadtbild. Kein Wunder, dass es mancherorts für die nachhaltige Dachbegrünung auch noch Fördergelder gibt.

Dachbegrünungen fand und findet man ursprünglich überall dort, wo es wenig Bäume gibt. Island und die Faröer-Inseln sind da die besten Beispiele. Aber auch die ersten Siedler in Nordamerika bauten oftmals aus Grassoden Häuser. Der Hintergrund: Wurde dort in dieser provisorischen Behausung 5 Jahre gelebt, hatte man Anspruch auf das umliegende Grundstück.

Bilder zur intensiven und extensiven Dachbegrünung. In Deutschland und auf der Welt

  • Grassodenhäuser wie auf Faröer oder Island sind die Basis für die spätere Idee der professionellen Dachbegrünung. Foto: Wikipedia
  • Auch Friedensreich Hundertwasser war ein Fan der Dachbegrünung. Bestes Beispiel: Sein Hotel im österreichischen Bad Blumau, das sogar Bio-Landwirtschaft für den Eigenbedarf betreibt. Foto: Renate Oberinger/wikipedia
  • Im Gegensatz zu den Grassodenhäusern setzt die moderne Dachbegrünung auf trockenheitsunempflindliche Pflanzen oder ganz normale Stauden. Je nach Modell der Wachstumsschicht der Dachbegrünung. Foto: (c) Optigrün
  • Was gibt es Schöneres? Stadtleben und gleichzeitig das Grün zu genießen? Dachbegrünung als Oase der Natürlichkeit. Foto: (c) Optigrün
  • Immer mehr Gebäude erhalten einen grünen Deckel wie im Falle dieser Berliner Klinik. Foto: © FBB
  • Der Freiburger Rosengarten. Hier wurde eine weniger aufwändige, extensive Dachbegrünung gewählt. Foto: © Optigrün
  • Privathaus in den USA: Meerblick und Dachbegrünung mit regionalen Pflanzen inklusive. Foto: © Green Roof for a Healthy Cities (www.greenrof.org) and Hadj Design
  • Nutzwert für die Bewohner und freier Zugang war das Ziel dieser ansprechenden Dachbegrünung in Vancouvers Millenium Village. Foto: © Green Roof for a Healthy Cities (www.greenrof.org) and Durante Kreuk Ltd.
  • Wie ein grünes Ufo kommt dieses Haus mit Dachbegrünung und zusätzlicher Fassadenbegrünung daher. Foto: © Optigrün
  • Ortswechsel: Auf diesem 5-stöckigen Parkhaus in den USA wurde ein Gemüsegarten installiert. Schon lange vor dem Berliner Dachgarten. Foto: © Green Roof for a Healthy Cities (www.greenrof.org) and Brooklyn Grange
  • Die holde Großstadt-Bäuerin bei der Ernte: Dachbegrünungen in Form von Nutzgärten lohnen sich für alle Beteilligten. Foto: © Fotolia
  • Erneuter Ortswechsel: Nicht nur zur Mittagspause lädt die City Hall von Chicago, genauer deren Dach, zum Verweilen im Grünen ein. Foto: © City of Chicago / GRC
  • Ein frisch angelegter Dachgarten. Einfach ansprechend und ein Ort der Entspannung inmitten des Großstadt-Trubels. Foto: © Green Roof for a Healthy Cities (www.greenrof.org) and FXFOWLE Architects
  • Anderer Ort, gleiche Intention: Ein Teil der New Yorker Hochbahn wurde zur vielbesuchten grünen Lunge der Ostküstenstadt. Foto: © Green Roof for a Healthy Cities (www.greenrof.org) and Kelco Construction, Inc.
  • Auch hier wurde ein nutzloses Flachdach in der Großstadt zu einer grünen Oase. Foto: © Green Roof for a Healthy Cities (www.greenrof.org) and Paul Murdoch Architects
  • Wo auch immer die Dachbegrünung durchgeführt wird: Ist das begrünte Dach begehbar, lädt es zum Verweilen und Entspannen ein! Foto: (c) Optigrün

Heute sind Dachbegrünungen eine nachhaltige Alternative zum Standard-Flachdach aber auch –Steildach. Mehr noch. Es sind viele Vorteile mit der nachhaltigen Dachbegrünung verbunden, die für die Begrünung von öffentlichen wie privaten Gebäuden sprechen. Man unterscheidet zwischen intensiver Dachbegrünung und extensiver Dachbegrünung.

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Intensive oder extensive Dachbegrünung: Eine Frage der Pflanzenvielfalt

Die Intensive Dachbegrünung hat eine dünnere Wachstumsschicht als die extensive Dachbegrünung. Die Grundregel heißt: Je höher der Aufbau, desto vielfältiger der Bewuchs. Ist der Aufbau sehr niedrig, so etwa 5 Zentimeter, dann wachsen meist nur ein paar Sedum-Arten wie Mauerpfeffer, Steinbrech, Hauswurz oder Moose. Bei sieben bis zehn Zentimeter Aufbauhöhe der Wachstumsschicht kommen verschiedene Pflanzen und Kräuter hinzu, die sich auch im Steingarten wohlfühlen wie die Karthäusernelke, Schnittlauch, Thymian oder Färberkamille sowie die Wiesen-Margerite.

Ist der Aufbau 15 cm und höher, dann spricht der Fachmann von einer extensiven Dachbegrünung. Mehr als 40 Pflanzenarten, Stauden und Gräser können hier eine neue Heimat finden. Bei ganz großzügigen Wachstumsschichten fühlen sich sogar Hecken und kleine Bäume als Grün auf einem Dach wohl. Wird eine ausreichende Dicke der Wachstumsschicht des Gründachs gewährleistet, können kreativ sogar verschiedene Farbkonzepte umgesetzt werden und ist eine nahezu durchgängige Blüte von April bis Oktober gewährleisten.

Öffentlich oder privat: Dachbegrünungen sind immer ein Mehrwert

Die Dachbegrünung ist ökologisch, vielfältig und nachhaltig.

Die anspruchslosen Sedum-Arten speichern Wasser in dickfleischigen Blätten und locken Insekten wie den Kleinen Fuchs an. (c) Optigrün

Viele Beispiele zeigen heute, dass eine Dachbegrünung nicht nur im Trend und eine Form des ökologischen Bauens ist, sondern viele Mehrwerte mit sich bringt. Zudem sind viele Flächen denkbar, ob Stadt oder Land. So ist die Garage damit genauso gut geschmückt wie das Wohnhaus, ein ganzer Gebäudekomplex oder ein eine Tief- oder Hochgarage. Die statische Eignung vorausgesetzt, kann der schichtweise Aufbau auf nahezu jede Dachfläche aufgebracht werden. Leichter ist dies beim Flachdach.

Ökologisch bauen: Vorteile der Dachbegrünung eines Privathauses

Mit mindestens 20 Jahre Garantie auf die absolute Dichtheit eignet sich die intensive wie extensive Dachbegrünung für alle jene, die im Sommer ein kühleres Haus möchten und im Winter weniger Heizkosten haben möchten. Denn im Sommer wird die Dachoberfläche nicht nur weniger warm wie herkömmliche Dachoberflächen, das gespeicherte Wasser in der hauptsächlich aus Lava, Bims oder Ton bestehenden Wachstumsschicht verdunstet und erzeugt hierbei Kühlung. Und im Winter isoliert die Dachbegrünung nachhaltig und rein natürlich das Dachgeschoss. Die Dachbegrünung ist ökologisches Bauen in Reinform.

Auch wer Photovoltaik auf seinem Steil- oder Flachdach hat, profitiert von einer Begrünung. Der Grund: Ein unbegrüntes Dach kann sich im Sommer auf bis zu 85 Grad erhitzen. Nicht so das begrünte Dach. Durch die geringeren Temperaturen arbeitet die Photovoltaik-Anlage viel besser. Wird das Flachdach noch als Gartenersatz oder –Ergänzung genutzt, dann ist zudem ein grünes Zimmer für die Hausbewohner geschaffen.

Öffentlich oder privat: Die nachhaltigen Vorzüge der Dachbegrünung

Dachbegrünung sind im öffentlichen Bereich genauso beliebt wie für Privathäuser.

Extensive Dachbegrünung kann auch sein, wenn ein Flachdach zum Sitzplatz im Grünen, dennoch mitten in der Stadt wird. (c) Optigrün

  • Viele Städte haben das Problem, dass es im Sommer aufgrund der Flächenversiegelung schnell bis zu 10 Grad wärmer sein kann, als im Umland. Die Dachbegrünung als Teil einer ökologischen Bebauung schafft Abhilfe.
  • Die Dachbegrünung ist ein neuer Lebensraum für Pflanzen und Kleintiere.
  • Sauerstoff wird erzeugt und pro Quadratmeter und Jahr bis zu 0,2 Kg Schmutz und Feinstaub der Luft entzogen.
  • Die Kanalisation wird um 30 – 99 Prozent, abhängig vom Gründach-Aufbau und dessen Wasserspeichervermögen, vom Regenwasser entlastet.
  • Ungenutzte Dachflächen oder Parkhäuser werden nachhaltig genutzt, werden zu ökologischen Ausgleichsflächen und schaffen Mehrwerte für Arbeitnehmer oder Bewohner.
  • Nebenbei ist das Dach haltbarer, da es großen Temperaturschwankungen fortan nicht mehr ausgesetzt wird.
  • Durch die Verdunstung des Wassers wird das Umgebungsklima verbessert.
  • Und das Interessante für Investoren: Dieser Baugrund ist ungenutzt und kostenlos.
  • Es gibt einige Städte die eine extensive oder intensive Dachbegrünung sogar fördern. Eine Liste der Fachvereinigung Bauwerksbegrünung e. V., kurz FBB, finden Sie hier.
  • Auf Länderseite fördern Bremen und Nordrhein-Westfalen Gründächer.
  • Abwasserkosten werden minimiert.
  • Die FBB geht davon aus, dass in Deutschland jährlich etwa acht Millionen Quadratmeter Dachfläche neu begrünt werden.

Die Kosten für eine Dachbegrünung

Die Kosten für eine Dachbegrünung richten sich nach deren Ausführung als intensive oder extensive Dachbegrünung. Die reinen Kosten für eine extensive Dachbegrünung (ohne Pflanzen und in Eigenarbeit) liegen bei 20 – 30 Euro pro Quadratmeter. Wird eine dickere, intensive Begrünung gewählt, verdoppeln sich die Kosten für eine Dachbegrünung.

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Quellen: www.fbb.de, www.dachbegruenung-ratgeber.de, www.greenroofs.org Text: Jürgen Rösemeier